Topics: News
**Hannah Grünewald** (0:03)
Ewige Weite. Nichts als Bäume oder Felder. Nur hier und da sieht man ein Haus und noch seltener einen Menschen.
Dünn besiedelt, das ist das Stichwort für diese Folge. Es geht nämlich um Island. Da wird heute in einem Referendum abgestimmt, ob man Beitrittsverhandlungen mit der EU wieder aufnehmen will. Und wir sprechen über die Altmark, das ist eine Region in Sachsen-Anhalt, in der es wenige Menschen, dafür aber viel Zuspruch für die AfD gibt. Aber wir schauen heute in dieser Folge von Was jetzt? dem Nachrichtenpodcast der Zeit, nicht nur auf karge Landschaften, sondern auch tief in den Boden. Schön, dass Sie dabei sind, an diesem Samstag, dem 29 August. Ich bin Hannah Grünewald und hier kommen jetzt zunächst die Kurznachrichten.
**Christina Felschen** (0:46)
Mit Christina Felschen, guten Morgen. Die USA haben sich riesige Ölvorkommen in Venezuela gesichert. Präsident Donald Trump sprach vom größten Öldil aller Zeiten. Ihm zufolge geht es um den Zugang zu einem Fünftel der Ölreserven in Venezuela, insgesamt 65 Millionen Beryl. Die USA gehen eine Partnerschaft mit Privatunternehmen ein und bekommen die Mehrheitskontrolle über das Öl. Aktuell haben die USA so wenig Ölauflager wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Deal soll diese Menge mehr als verdoppeln.
Trump schrieb auf seinem Onlinedienst True Social, dass Sprit dadurch für alle Amerikaner auf Jahre hinweg billiger werde. Seine Umfragewerte sind durch den Krieg im Iran gesunken. Mit dem Deal könnte er vor den Zwischenwahlen im November bei den Wählerinnen und Wählern punkten. US-Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hexseth sollen die Vereinbarungen mit Venezuelas Übergangspräsidentin Daisy Rodriguez getroffen haben.
Rodriguez hat das Abkommen bestätigt. Sie schreibt, dass Venezuela dadurch 200 Milliarden Dollar in Steuern mehr einnehmen wird. Im Januar hat das US-Militär Angriffe auf Venezuela geflogen und Präsident Nicolas Maduro in die USA gebracht, wo er vor Gericht gestellt wurde. Seiner Nachfolgerin Rodriguez hatte Trump gedroht, ihr werde Schlimmeres passieren, wenn sie nicht mit den USA zusammenarbeitet.
Spanien hat die EU um Hilfe beim Bearbeiten von Asylanträgen in Ceuta gebeten. Die Grenzschutzagentur Frontex soll zehn weitere Beamte schicken. So sollen Migrantinnen und Migranten schneller registriert werden. Vor einem Monat waren mehr als 70 Menschen aus Marokko über Zäune und übers Meer in die spanische Exklave gekommen. Die meisten wurden wieder zurückgebracht, einige Tausend sind aber noch in Ceuta, vor allem Kinder und Jugendliche. Zuletzt hatten Einwohner teils gewaltsam gegen die neuen Kömlinge demonstriert. Es gab Zusammenstöße mit der Polizei. Dadurch ist jetzt auch die Regierung unter Druck geraten. Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.
**SPEAKER_3** (2:51)
Wohin soll ihr Geld fließen, wenn sie Strom bezahlen? Zu Aktionären oder in die Energiewende? Bei Green Planet Energy, Deutschlands größter Energiegenossenschaft, fließt ihr Geld in eigene Windparks und Solaranlagen. Sie erhalten Ökostrom aus 100 Prozent Sonne, Wind und Wasser. Nach strengen Greenpeace-Kriterien.
Entscheiden Sie selbst. Werden Sie jetzt Teil der Energiewende. Alle Infos auf greenplanetenergy.de Island liegt zwischen zwei Welten.
**Hannah Grünewald** (3:22)
Also wirklich, nicht nur poetisch gesprochen. Denn die Insel liegt genau dort, wo die eurasische und die nordamerikanische Platte auseinanderdriften. Und auch politisch ist die Insel im Dazwischen. Im Westen, nur wenige hundert Kilometer entfernt, liegt Grönland, das Donald Trump ja immer wieder annektieren wollte. Und im Süden, etwas mehr als 1000 Kilometer entfernt, liegt Irland. Und damit auch die Europäische Union.
Wie die Zukunft des dünn besiedelten Landes aussehen soll, das könnte sich heute in einem ersten Schritt entscheiden. Denn die Wahlberechtigten in Island können heute darüber abstimmen, ob sie die Beitrittsverhandlungen mit der EU wieder aufnehmen wollen. Johanna Roth hat sich auf der Insel umgehört. Sie ist Auslandskorrespondentin der Zeit. Grüß dich, Johanna.
**Johanna Roth** (4:07)
Hallo, Hannah.
**Hannah Grünewald** (4:08)
Johanna, es ist ja jetzt nicht ganz neu, dass man in Island über einen EU-Beitritt spricht, oder?
**Johanna Roth** (4:13)
Nee, gar nicht. Island hat tatsächlich schon mal ganz konkret mit der EU verhandelt über einen Beitritt. Das war nach der Finanzkrise 2008, die die Isländer wirklich extrem zu spüren bekommen haben und wo dann plötzlich das Bedürfnis nach Sicherheit und Angebundenheit ganz groß war. Aber die isländische Wirtschaft hat sich dann doch ziemlich schnell erholt und die politische Stimmung im Land hat sich geändert. Es kam dann eine Mitte-Rechtskoalition an die Macht, eine andere Regierung, die die Gespräche mit der EU dann schließlich auf Eis gelegt hat, weil sie eben die Position vertreten hat, Island wäre ohne EU-Mitgliedschaft dann doch besser dran.
**Hannah Grünewald** (4:48)
Und warum will die isländische Regierung ausgerechnet jetzt wieder darüber abstimmen lassen?
**Johanna Roth** (4:52)
Na ja, weil sich in diesen etwas über zehn Jahren, die die Gespräche jetzt brach liegen, die geopolitische Lage doch ganz schön geändert hat. Donald Trump will Grönland annektieren, das ist ganz in der Nähe von Island nur wenige hundert Kilometer entfernt. Island liegt an der Schwelle zur Arktis, wo auch Russland und China große Interessen haben. Also einfach eine sehr brisante Region, in der man sich da befindet. Und die NATO, Island ist ja NATO-Gründungsmitglied, ist aber auch nicht mehr so verlässlich, wie sie mal war. Man ist also einfach als kleines Land nicht mehr gut dran, kann man sagen. Und die isländische Regierung ist deshalb doch ziemlich alarmiert und will diese Beitrittsverhandlungen wieder aufnehmen, lässt darüber die Bevölkerung abstimmen. Und die EU wiederum hat auch ein Interesse daran, dass Island Mitglied wird, dass man sich größer aufstellt, gerade eben in Richtung Arktis.
8 more minutes of transcript below
Thousands of transcripts fetched by people building searchable podcast archives
Try it now — copy, paste, done:
curl -H "x-api-key: pt_demo" \
https://spoken.md/transcripts/1000651996090
Works with Claude, ChatGPT, Cursor, and any agent that makes HTTP calls.
From $0.10 per transcript. No subscription. Credits never expire. Prices exclude VAT, added at checkout for EU customers. Not what you expected? Email us within 14 days with 20 or fewer credits used and we refund the pack in full.
Using your own key:
curl -H "x-api-key: YOUR_KEY" \
https://spoken.md/transcripts/YOUR_EPISODE_ID