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Feiert der Zivildienst bald sein Comeback?

Was jetzt?

August 7, 2026

Die Bundesregierung bereitet derzeit die Grundlagen für einen möglichen neuen Zivildienst vor. Hintergrund ist eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht, für die auch ein Ersatzdienst für Wehrdienstverweigerer geschaffen werden müsste.
Speakers: Azadê Peşmen, Sophia Boddenberg, Andrea Backhaus

Topics: News

**Azadê Peşmen** (0:06)
Comebacks kennt man vor allem in der Pop-Kultur. Ich würde mir eins von Frank Ocean wünschen. Sein letztes Album ist fast zehn Jahre her. Noch länger ist der Zivildienst schon ausgesetzt, nämlich 15 Jahre.
Aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Zivildienst zurückkehrt, ist definitiv größer als ein Comeback von Frank Ocean. Zumindest dann, wenn die Werbpflicht wieder eingeführt wird. Wie das konkret aussehen könnte, dazu gleich mehr.
Eine Rückkehr des Diktators Bashard al-Assad nach Syrien ist wohl ausgeschlossen. Inwiefern seine Verbrechen aufgearbeitet wurden, darum geht es gleich. Ich bin Azadê Peşmen, Sie hören Was jetzt? den Nachrichten-Podcast der ZEIT am Freitag, dem 7 August. Wir hören uns gleich wieder, erstmal die Nachrichten.

**Sophia Boddenberg** (0:49)
Ich bin Sophia Boddenberg, guten Morgen. Die Bundesanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen zum mutmaßlichen versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig-Halle. Grund dafür sei die besondere Bedeutung des Falls, das teilte die Ermittlungsbehörde mit. Es bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführungs einer Sprengstoff-Explosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Nach Angaben der Behörde liegen Anhaltspunkte vor, dass am Dienstag auf dem Gelände des Flughafens mittels einer Drohne eine Explosion verursacht werden sollte. Am Dienstagabend wurde auf dem Gelände des Leipziger Flughafens eine Drohne sichergestellt, die eine Sprengvorrichtung trug. Sie soll sich in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs befunden haben.
Ein Gericht im US-Bundesstaat New Mexico hat den Facebook-Mutterkonzern Meta wegen Gefährdung der psychischen Gesundheit von Kindern verurteilt. Meta muss eine Geldstrafe von 567 Millionen US-Dollar zahlen. Mit dem Geld soll ein Fonds zur Unterstützung von Minderjährigen finanziert werden, die durch Online-Konsum zu Schaden gekommen sind. Der Richter machte Meta für eine Störung der öffentlichen Ordnung verantwortlich. Das Unternehmen soll in New Mexico unter anderem die Nutzungsdauer für Jugendliche bei Facebook und Instagram monatlich begrenzen, Benachrichtigungen einschränken und Kontakte zwischen Erwachsenen und Minderjährigen strenger kontrollieren. Meta kündigt die Berufung an.
Redaktionslust für diesen Podcast ist 5 Uhr.

**Azadê Peşmen** (2:26)
Wie eifersüchtig sind Hunde? Hinterlassen wir unseren Kindern einen Schuldenberg?

**Sophia Boddenberg** (2:32)
Und wann fliegt Elon Musk zum Mars? Die Zeit fragt nach.

**Azadê Peşmen** (2:37)
Denn das Leben ist voller Fragen.

**Sophia Boddenberg** (2:39)
Und am Anfang jeder Frage steht die Neugier.

**Azadê Peşmen** (2:42)
Sie schafft Perspektiven und Zuversicht. Und sie ist das Fundament unserer journalistischen Arbeit.

**Sophia Boddenberg** (2:48)
Bleiben Sie neugierig und entdecken Sie das Angebot der ZEIT.

**Azadê Peşmen** (2:51)
Zum Hören, Klicken und Blättern unter zeit.de/perspektiven.
Wer früher nicht zur Bundeswehr wollte, konnte stattdessen zum Beispiel im Krankenhaus oder Pflegeheim arbeiten. Als Zivildienstleistender. Das war Gang und Gebe, bevor die Wehrpflicht 2011 ausgesetzt wurde.
Sollte die Wehrpflicht jetzt wieder zurückkommen, dann würde das auch für den Zivildienst gelten. Das Familienministerium bereitet sich darauf vor, diese Möglichkeit anzubieten. Wie das konkret aussehen könnte, wird nach der Sommerpause vorgestellt. Die Debatte findet natürlich jetzt schon statt. Der Koalitionspartner SPD ist dagegen und will lieber die Freiwilligendienste stärken, statt neue Pflichtdienste einzuführen. Auch aus der Opposition und von Sozialverbänden kommt Kritik. Sie befürchten, dass Zivildienstleistende eingesetzt werden könnten, weil sie günstiger sind und dadurch reguläre sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze wegfallen. Clara Suchy aus dem Wirtschaftsressort der Zeit hat dazu recherchiert, wie ein neuer Zivildienst aussehen könnte. Hallo, Clara. Ja, hallo, grüß dich. Wer müsste künftig Zivildienst leisten? Ja, das ist eine große Frage, die noch ungeklärt ist. Wir haben ja seit dem Beginn des Jahres einen neuen Wehrdienst eingeführt und der ist aber sehr freiwillig. Und die Hoffnung ist quasi, dass freiwillig genug Leute sich mailen, damit man keinen verpflichtenden Wehrdienst einführen muss. Falls das aber nicht der Fall ist, könnte es dazu kommen, dass man eine sogenannte Bedarfswehrpflicht einführt. Und nach dem Grundgesetz müsste es aber auch die Möglichkeit geben, Wehrdienst zu verreigern. Und deshalb bereitet sich jetzt das Familienministerium darauf vor, eventuell solche Strukturen anbieten zu können, für eben die Männer, die keinen Wehrdienst leisten möchten. Jetzt hast du selbst gerade schon Struktur gesagt. Gibt es überhaupt die nötige Infrastruktur, um einen verpflichtenden Zivildienst anbieten zu können? Also vor allem Plätze und Finanzierung. Die Träger, die gefragt worden sind vom Familienministerium, sagen ziemlich einheitlich, dass der Zivildienst dann angeboten werden könnte, wenn er an dem aktuellen Format des Bundesfreiwilligendienst geknüpft werden würde.
Beim Roten Kreuz zum Beispiel gibt es ungefähr 20 Plätze für das FSJ und beim Bundesfreiwilligendienst aktuell. Und die Sprecherin, mit der ich heute gesprochen habe, meinte, sie könnten das durchaus verdoppeln, wenn der Zivildienst kommt, allerdings nur, wenn der Bund da mehr finanziert. Sonst könnte sich das Roten Kreuz nicht leisten. Ist die Sorge berechtigt, dass ein verpflichtender Zivildienst als Assads dient für sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, die ja in der Regel teurer sind? Man muss sich ja vorstellen, da sind 18-Jährige, die dann irgendwie im Krankenhaus sind. Ich glaube nicht, dass sie die Aufgaben von Krankenschwestern jetzt zum Beispiel übernehmen werden. Was durchaus passieren könnte, ist, dass sie entlasten, also dass die ausgebildeten Fachkräfte vielleicht mit einfacheren Aufgaben entlasten. Aber dass sie jetzt irgendwie ausgebildete Fachkräfte verdrängen oder irgendwie diese Aufgabe übernehmen und so zur Entlastung führen, das glaube ich nicht. Das hat auch die Sprecherin von Bruttenkreuz gesagt. Was man schon erwarten kann, ist, dass für den Fachkräftemangel vielleicht eine Entspannung kommen könnte, weil junge Menschen eher bereit wären, dann eine Ausbildung zu machen in den Bereichen wie zum Beispiel in der Pflege. Wenn sie irgendwie einen Zugang zu dem Bereich bekommen durch einen Zivildienst, dann hätten sie vielleicht keine Berührungsängste mehr und wären eher bereit da, eine Ausbildung zu machen. Und so könnte der Fachkräftemangel in diesen Bereichen wählat werden. Vielen Dank dir für deine Einordnung, Clara. Vielen Dank.

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