Topics: News
**Lisa Caspari** (0:05)
Sommer, Sonne und jetzt ein Nachrichten-Update am Freitagnachmittag. Willkommen zu Was jetzt? Dem Nachrichten-Podcast der ZEIT. Heute sprechen wir darüber, welche politischen Konsequenzen der mutmaßlich versuchte Drohnenanschlag von Leipzig noch haben könnte.
Und US-Präsident Donald Trump will weiter verhindern, dass in den USA geborene Kinder automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft bekommen. Was er sich da genau überlegt hat, das ist unser zweites Thema heute. Mein Name ist Lisa Caspari, es ist Freitag, der 7 August und Redaktionsschluss war 16
**SPEAKER_2** (0:44)
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**Lisa Caspari** (1:07)
Nachdem am Flughafen Leipzig in der Nacht zu Mittwoch eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden ist, sind immer noch viele Fragen offen. Von wem wurde die Drohne gesteuert? Gab es noch mehr als diese eine?
Polizisten haben heute daher auch noch mal das Flughafengelände abgesucht. Prisant ist auch die politische Frage. Ist ein anderer Staat, möglicherweise Russland, verantwortlich für den Vorfall? Und wenn ja, welche Konsequenzen wären daraus zu ziehen? Dass die Lage ernst ist, zeigt sich auch daran, dass heute Vormittag der nationale Sicherheitsrat der Bundesregierung dazu getagt hat. Das ist ein Gremium, in dem neben dem Kanzler alle sicherheitsrelevanten Ministerinnen und Minister, also Innenverteidigungsminister zum Beispiel, sitzen.
Was dort genau besprochen wurde, ist geheim. Aber mein Kollege Peter Dausend aus unserem Politikressort der ZEIT hat sich einmal angeschaut, welche politischen Konsequenzen der Vorfall noch haben könnte. Hi Peter.
**Peter Dausend** (2:08)
Ja hallo Lisa, grüß dich.
**Lisa Caspari** (2:09)
Die schwarz-rote Regierung hat den nationalen Sicherheitsrat ja vor einem Jahr neu gegründet, um schneller auf unklare Betroungslagen reagieren zu können.
Im konkreten Fall hat es dann aber zwei Tage gedauert, bis das Gremium heute getagt hat. Ist das jetzt wirklich schnell genug?
**Peter Dausend** (2:26)
Man hat ja dieses Gremium, du hast ja gesagt, gegründet, um halt so schnell reagieren zu können. Jetzt kann man sagen, der Kanzler ist in Urlaub und andere Minister sind auch in Urlaub. Aber es gibt ja die wunderbare Möglichkeit, sich zusammenzuschalten. Und was wir jetzt erlebt haben in Leipzig, ist ja eine Premiere. Es ist der erste Angriff mit einer Sprengstoff beladenen Drohne, die einen Zünder hatte. Der Zünder war halt abgefallen, deshalb ist er nicht explodiert.
Von daher glaube ich, das ist eine ganz neue Situation. Und wenn wir einen Sicherheitsrat schon gegründet haben, dann müsste er bei dieser Situation direkt zusammen treffen, um halt so schnell wie möglich auf diese neue Bedrohungslage reagieren zu können. Und da sind wir zwei Tage ehrlich gesagt ein bisschen zu lang.
**Lisa Caspari** (3:02)
Am Flughafen Halle Leipzig werden auch militärische Hilfsgüter für die Ukraine verladen. Und genau neben so einem Transportflugzeug ist jetzt die Drohne geflogen.
Daher gibt es die Vermutung, dass Russland involviert sein könnte. Falls ein ausländischer Staat hinter dem Angriff auf deutschem Boden steckt, müsste Deutschland offiziell die NATO einschalten. Was würde denn dann passieren?
**Peter Dausend** (3:25)
Das gibt ja den sogenannten Artikel 4 und Artikel 5 Das NATO-Vertrag ist der Artikel 5 sozusagen die höchste Stufe. Das würde bedeuten, wenn ein Angriff auf ein Land von außen kommt, ist es ein Angriff auf alle. Das heißt, Beistandsverpflichtung würde dann eintreten. Der Artikel 4 ist eine Vorstufe dazu. Das heißt, dass sich alle irgendwie sozusagen darauf vorbereiten. Das hat es ja schon zweimal gegeben. Zweimal war es mit Polen verbunden. Einmal, glaube ich, als Drohnen Polen überflogen hatten und einmal als eine Rakete abgestürzt war. Da wurde zweimal schon Artikel 4 aktiviert. Artikel 5 wurde ja bisher nur einmal in der Geschichte überhaupt aktiviert. Das war beim Angriff auf das World Trade Center in den USA 2001
Von daher, ich glaube, man hat bewusst das nicht gemacht, das weitergeleitet und klar benannt, dass es eine militärische Attacke war. Man spricht ja weiterhin die Bundesregierung von einem hybriden Angriff. Ich sehe das eher als eine militärische Attacke.
Man will, glaube ich, die Verunsicherung, die das ausgelöst hat, nicht noch stärker betonen.
Das ist ja Ziel und Zweck dieses ganzen Unterfanges, die Leute zu verunsichern und mit Blick auf die Wahlen. Da weiß man ja, dass Russland da Einfluss nehmen möchte, die AfD zu stärken. Also von daher glaube ich, dass die Regierung hier sehr bewusst, sehr zurückhaltend kommentiert und agiert. Es ist aber aus meiner Sicht nicht richtig.
**Lisa Caspari** (4:44)
Und warum nicht? Weil noch gibt es ja keine sicheren Beweise, dass es Russland war.
**Peter Dausend** (4:49)
Ich glaube, sie müsste schon sehr klar alle Indizien zumindest mal belegen, die halt auf Russland verweisen. Weil wenn Russland sieht, wie reagieren mit großer Zurückhaltung, dann Putin wird das als Schwäche definieren.
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