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Die Flamingos kommen ("Mission Kanye" 2/5)

Was jetzt?

August 8, 2026

Klodian fährt nach Istanbul, um sich bei Yes erstem Europakonzert ein Bild von den Anforderungen des Stars zu machen. Für ihn wird die Reise eine Konfrontation mit der harten Realität.
Speakers: Jannis Carmesin, Klodian, Franziska Tschinderle, Thea, Edi Rama

Topics: News

**Jannis Carmesin** (0:03)
So, Folge zwei. Ihr habt Folge eins sicherlich gehört, weil ihr wisst, wie Podcasts funktionieren. Aber nur falls ihr ein schlechtes Gedächtnis habt, noch mal ein ganz kleiner Rückblick.
Am Ende von Folge eins haben wir erfahren, dass Klodian niemanden hat, der das Stadion für ihn bauen kann. Und zu seinem Grundstück hatten die deutschen Partner gesagt.

**Klodian** (0:20)
What are you talking about? Are you crazy?

**Jannis Carmesin** (0:23)
Klodi, das ist jetzt nicht dein Ernst. Und auf dieses Grundstück bist Franzi, du ja dann zwei Wochen danach auch mal gefahren.

**Franziska Tschinderle** (0:32)
Ende Mai in Tirana, es ist super heiß. Klodian steht auf dieser Brachfläche am Stadtrand von Tirana, direkt neben der Autobahn, unweit vom Flughafen, so ein Gewerbegelände. Und hier an diesem Ort soll in eineinhalb Monaten Kanye West vor 65 Menschen ein Konzert spielen. Aber momentan, wenn man sich da umschaut, ist da echt gar nichts. Erde, Stein, Staub, ein paar Bagger fahren herum, bearbeiten diese Erde, walzen, versuchen, diese Hügel glatt zu kriegen, die pletten den Boden. Tirana ist sehr dicht bebaut und Klodian braucht für sein Stadion mindestens 40 Quadratmeter Freifläche.
Und das Grundstück, auf dem er jetzt steht und das er gefunden hat, das ist sogar noch größer. Das ist ungefähr so groß wie ein Ikea mit Parkplatz.
Ich war das erste Mal da und plötzlich fährt eine Mercedes-Benz Luxuslimousine vor, direkt auf die Baustelle mit so getönten Scheiben, braunen Ledersitzen und Felgen, die wirklich so stark aufpoliert waren. Also ich habe mir gedacht, wow, ich habe, glaube ich, noch nie so ein gut geputztes Auto gesehen. Und dann ist ein Mann ausgestiegen, zwei Köpfe kleiner als Clodi, Mitte 60 Er hatte so eine kleine, waldgrüne Handtasche und eine goldene Armbanduhr. Das war Marc Luli.
Das ist ein Bauunternehmer aus Albanien, der stammt ursprünglich aus dem Norden von Albanien, ist dann nach der Wende nach New York gegangen, nach einigen Jahren zurückgekehrt und hat mehrere Firmen gegründet. Ich vermute mal, dass er damit mit diesen Firmen ein Millionär aufgestiegen ist, ohne seinen Kontostand zu wissen. Der hat sechs Autos und die hat er mir sofort nach wenigen Minuten auf seinem Handy in so einem Video gezeigt. Porsche, Ferrari, Lamborghini, you name it, da ist alles dabei. Er hat gesagt, der Mercedes, das ist das günstigste Modell, das er hat. Und Klodian, der hat Marc Luli von etwas überzeugt, und zwar, dass Luli für ihn dieses Gelände plättet, also aufbereitet und dafür kein Geld verlangt.

**Klodian** (2:58)
Ich gebe ihm nicht einen Cent Und wenn.

**Franziska Tschinderle** (2:59)
man ihn fragt, okay, warum machst du das pro Bono, ohne irgendwie was daran zu verdienen, dann sagt er, weil ich ein albanischer Patriot bin und weil das das größte Konzert in der Geschichte albaniens wird. Und für ihn sei das Zitat einfach eine Herzensangelegenheit.

**Klodian** (3:24)
Ich meine, nicht alles kann ein Geschäft sein. Einige Dinge sind außerhalb des Geschäfts. Einige Dinge sind historisch.

**Franziska Tschinderle** (3:31)
Man muss dazu aber auch sagen, so ein krasser Gefallen ist es dann auch wieder nicht, weil Luli baut auf diesem Grundstück einen riesigen Apartment-Block. Und die Arbeit, die hätte er sowieso gemacht. Nur, jetzt macht er es eben ein paar Monate früher als geplant. Ich stand dann da mit den beiden. Klodians sagt dann auch so zu Marc, hey, das ist für eine deutsche Zeitung.
Und die können gar nicht richtig glauben, dass das hier stattfinden wird.

**Jannis Carmesin** (4:06)
Das stimmt.

**Franziska Tschinderle** (4:07)
Und ja, Marc sagt dann so drauf, ja, wir werden ihnen zeigen, dass das möglich ist. Also das beide, das wirkt schon so ein bisschen wie ein PR-Stand, was die da beide gemeinsam auf der Baustelle aufführen. Und Marc sagt dann so.
Hier drüben werden dann die Tribünen aufgebaut. Und Klodians sagt, ja, genau. Die kommen nächste Woche.

**Jannis Carmesin** (4:34)
Ja, denn Klodi, das fällt hier in so einem Nebensatz, hatte das Problem mit den Tribünen in der Zwischenzeit gelöst.
Diese eine Firma, die alles für ihn bauen kann, die gibt es nicht. Aber er hat eine Menge rumtelefoniert und er sagt, In Europa weiß jeder über dieses Konzert. Wenn du jetzt heute in Europa irgendwo bei irgendeinem Tribünenbauer anrufen würdest, die würden mich auf jeden Fall kennen.

**Klodian** (5:03)
Es ist für Juli. Wo? Tirana.

**Jannis Carmesin** (5:09)
Das Stadion ist jetzt quasi so ein gesamteuropäischer Flickenteppich geworden. Eine Seite des Stadions kommt aus der Türkei. Eine kommt zur Hälfte aus Rumänien und zur anderen Hälfte aus Polen. Die dritte kommt aus Kroatien mit Unterstützung von Italienern und die vierte habe ich tatsächlich schon wieder vergessen. Aber ich glaube, das zeigt schon einiges. Und als wir das gehört haben, dachten wir so, das klingt verdammt kompliziert, Clodie. Und später hat sich gezeigt, das klingt nicht nur kompliziert. Es ist dann auch wirklich noch zum Problem geworden.

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