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**Helena Schmidt** (0:04)
Wenn man aktuelle Bilder vom Rhein sieht, da erkennt man diesen eigentlich kräftigen und belebten Fluss kaum noch wieder. Da ist an vielen Stellen so zusammengeschrumpft, dass an der Seite oder in der Mitte einfach nur noch Kies raus ragt und es liegen sogar Schiffe auf dem Trockenen. Die Pegelstände im Rhein, die sind an manchen Orten so niedrig wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnung. Und wir sprechen hier gleich darüber, wieso und welche Probleme das mit sich bringt.
Außerdem sollen russische Spione mutmaßlich den Mord an einem deutschen Rüstungsmanager vorbereitet haben. Und ein Service Hinweis zum richtigen Sonnenschutz habe ich auch noch für Sie dabei. Es ist Donnerstag, der 6 August. Sie hören Was jetzt? Ich bin Helena Schmidt und los geht's mit den Kurznachrichten.
Ich bin Sophia Boddenberg. Guten Morgen.
**SPEAKER_2** (0:51)
Wir sehen, dass es Anschläge gibt in Deutschland. Wir sehen, dass es hybride Bedrohungen gibt, die sich dann auch so äußern wie heute, dass zum ersten Mal nicht eine Drohne sich im Flughafen wiedergefunden hat, sondern eine Drohne, die mit Sprengstoff beladen war.
**Helena Schmidt** (1:06)
So hat sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in den Tagesthemen zum Fund einer Drohne am Flughafen Leipzig-Halle geäußert. Vor Ort sprach er außerdem von einer neuen Gefahrenqualität und einer professionellen hybriden Bedrohungslage, die nicht von Amateuren herbeigeführt worden sei. Zum Ursprung der Drohne werde laut Dobrindt noch ermittelt. Der Fund der Drohne mit Sprengvorrichtung hatte in der Nacht zum Mittwoch den Flugbetrieb am Flughafen Leipzig-Halle zum Stillstand gebracht. Eine Touristengruppe entdeckte die Drohne in der Nähe eines Flugzeugs, das offenbar zur ukrainischen Luftwaffe gehört.
Der Iran und der Oman haben sich iranischen Angaben zufolge auf eine neue Route für Schiffe durch die Straße von Hormuz geeinigt. Das sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums. Die Meerenge liegt zwischen den beiden Ländern. Beide Seiten hätten sich auf die geografischen Koordinaten geeinigt, so der Sprecher. Die Einigung bedeute aber nicht, dass die Straße von Hormuz für alle durchfahrenden Schiffe sicher geworden sei. Die USA waren nicht an der Einigung beteiligt.
Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.
Man kann schon sagen, der Rhein ist so eine Art Lebensader. Für uns Menschen, für die Natur und für die Wirtschaft. Und wenn es ihm schlecht geht, ja dann bringt es einige Probleme mit sich. An mehreren Orten hat der Pegel des Rheins in den letzten Tagen einen historischen Tiefstand erreicht. Über die Auswirkungen davon spreche ich jetzt mit der Wirtschafts- und Umweltjournalistin Maike Rademaker. Hallo Maike.
**Maike Rademaker** (2:43)
Hallo.
**Helena Schmidt** (2:43)
Maike, erstmal ganz kurz, dass sich der Pegel des Rheins mal verringert im Laufe des Jahres. Das ist jetzt erstmal nichts Ungewöhnliches. Aber in diesem Jahr ist es eben besonders niedrig und auch besonders früh im Jahr. Wieso ist das so?
**Maike Rademaker** (2:56)
Das hat beim Rhein und auch bei der Donau eine bestimmte Ursache, und zwar der fehlende Schnee in den Alpen und die schmelzenden Gletscher. Und dann kommt noch dazu, dass es im Frühjahr ziemlich wenig geregnet hat. Und diese drei Faktoren zusammen haben jetzt dazu beigetragen, dass diese Niedrigwasserperiode nicht, wie sonst üblich, im September kommt, sondern schon Anfang August und ziemlich lange andauern könnte.
**Helena Schmidt** (3:19)
Der Rhein ist ja eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas. 200 Schiffe fahren da so im Jahr drüber. Wie wirkt sich denn jetzt der niedrige Pegelstandstand auf die Schifffahrt aus?
**Maike Rademaker** (3:29)
Im Moment können sehr viele Schiffe gerade mal so 20, 30 Prozent der bisherigen Lasten aufnehmen. Das heißt, wenn ich ein Unternehmen habe, das etwas transportiert, ich habe da zum Beispiel mit jemandem gesprochen, der Haferflocken, also Getreide aus Rotterdam, bekommt, der setzt jetzt statt einem Schiff fünf Schiffe ein. Das heißt, fünfmal ein Schiff anheuern, fünfmal bezahlen. Das wird für die Unternehmer ziemlich teuer. Und sie müssen irgendwann überlegen, ob sie überhaupt noch auf dem Rhein transportieren wollen oder ob sie die Güter auf die Schiene oder auf die Straße verlegen.
**Helena Schmidt** (4:02)
Es ist ja aber auch für solche Wasserstraßen eigentlich die Politik, die Verkehrspolitik verantwortlich. Und dass es mal durch die Klimakrise jetzt eben zu trockeneren Perioden kommt und dadurch eben auch niedrig Wasser entsteht, das war ja auch abzusehen. Hat man sich da in der Politik nicht ausreichend darauf vorbereitet?
**Maike Rademaker** (4:19)
Es ist seit 2015, 2016 im Bundesverkehrswegeplan festgelegt, dass die Wasserstraßen in Deutschland besser schiffbar gemacht werden sollen und dass an sogenannten Engpassstellen auch was passieren soll. Engpassstellen sind Stellen, wo das Wasser dann so niedrig ist, dass die Schiffe über diese Stelle nicht hinwegkommen. Einer der wichtigsten ist in Kaub, das ist ungefähr 100 Kilometer nördlich von Ludwigshafen. Und es wurde vereinbart, dass man vorrangig dafür sorgt, dass diese Engpassstellen beseitigt werden. Man baggert aus oder man fräst irgendwie die Felsen ab.
Das ist auch hier und da schon passiert, aber an dieser Stelle in Kaub zum Beispiel ist man gerade mal im Planfeststellungsverfahren. Das heißt, es wird noch Jahre dauern, bis da endlich diese Stelle auch besser passierbar wird. Es gibt noch einen zweiten Plan, den Aktionsplan Niedrigwasser. Der ist nach 2018 entstanden. 2018 hatten wir schon mal eine ziemlich heftige, trockene Periode. Und dieser Aktionsplan hat zum Beispiel vorausgeplant, dass man bessere Prognosen hat. Dass die Schiffe halt schon sechs Wochen, mehrere Monate vorher wissen, aha, da kommt eine trockene Periode auf mich zu. Das funktioniert auch ganz gut, aber es reicht eben nicht aus. Und bei den Engpassstellen fordern alle die Schiffe, aber auch die Unternehmen, dass das jetzt schneller vorangehen muss.
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