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Öldeal mit Venezuela: Trumps Erfolg vor den Midterms?

Was jetzt?

August 30, 2026

US-Präsident Donald Trump und Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez haben ein Erdölabkommen zwischen ihren Ländern vereinbart. Rodríguez ersetzt ihren Vorgänger Nicolás Maduro, den die USA bei einer Militäroperation gefangen genommen hatten.
Speakers: Azadê Peşmen, Christina Felschen, Alexander Kauschanski, Bjarne Overkott

Topics: News

**Azadê Peşmen** (0:05)
Die USA bestehen bekanntermaßen aus 50 Bundesstaaten. Und wenn US-Präsident Donald Trump aus seiner Sicht von dem 51 Bundesstaat spricht, dann ist nicht immer ganz klar, welches Land er eingemeinden möchte. Es könnte Kanada sein, aber auch Venezuela hat er so bezeichnet. Mit dem Zusatz, die USA kontrollieren das venezulanische Öl.
Zumindest haben die USA und Venezuela jetzt ein Erdöl-Abkommen abgeschlossen. Über die Hintergründe geht es gleich. Außerdem geht es in die Berge. Warum riskieren Bergretterinnen täglich ehrenamtlich ihr Leben für Touristinnen? Antworten darauf kommen gleich. Heute ist Sonntag, der 30 August. Ich bin Azadê Peşmen und hier folgen die Nachrichten.

**Christina Felschen** (0:52)
Mit Christina Fälschen, guten Morgen. Die Menschen in Island haben gestern darüber abgestimmt, ob ihre Regierung wieder Beitrittsverhandlungen mit der EU aufnehmen soll. Bis zu unserem Redaktionsschluss waren knapp die Hälfte der Stimmen ausgezählt und es zeichnet sich eine knappe Mehrheit für Beitrittsgespräche ab, gut 51 Prozent. Das Land hatte schon mal den EU-Beitritt beantragt, 2009 nach der Finanzkrise. Es hat die Gespräche dann aber abgebrochen, als eine EU-kritische Regierung an die Macht kam. Inzwischen wünschen sich viele Islanderinnen und Islander aber wieder ein Beitritt, auch weil US-Präsident Donald Trump damit gedroht hat, das benachbarte Grönland den USA einzuverleiben und in seinen Äußerungen dazu auch mehrmals Grönland und Island verwechselt hat. Die EU hofft auf ein Ja der Islander, weil Island als unproblematischer Beitrittskandidat gilt und weil es mit seiner Lage in der Arktis strategisch immer wichtiger wird. Wenn Island Ja sagt, würde es noch mal mindestens zwei Jahre mit der EU verhandeln.
Die Bundesregierung macht laut Medienberichten Russland für den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen verantwortlich. Das schreiben die Welt am Sonntag und das Nachrichtenportal Politico. Sie verweisen auf drei Insider. Ihnen zufolge will die Regierung in den kommenden Tagen umfangreiche Maßnahmen dazu ankündigen.
Bisher hat die Bundesregierung niemanden offiziell beschuldigt. Auf Nachfrage der Zeit wollte ein Sprecher die Berichte weder bestätigen noch dementieren.
Anfang August war am Flughafen Leipzig Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden in der Nähe von ukrainischen Frachtflugzeugen. Der Flughafen wird für militärische Hilfslieferungen in die Ukraine im Krieg gegen Russland genutzt.
Redaktionsschluss für diesen Podcast ist fünf Uhr.

**Azadê Peşmen** (2:43)
Wohin soll ihr Geld fließen, wenn sie Strom bezahlen? Zu Aktionären oder in die Energiewende? Bei Green Planet Energy, Deutschlands größter Energiegenossenschaft, fließt ihr Geld in eigene Windparks und Solaranlagen. Sie erhalten Ökostrom aus 100 Prozent Sonne, Wind und Wasser. Nach strengen Greenpeace-Kriterien. Entscheiden Sie selbst. Werden Sie jetzt Teil der Energiewende. Alle Infos auf greenplanetenergy.de Der venezulanische Staatschef Nicolás Maduro im Jogginganzug mit Kopfhörern und in Handschellen. Rund acht Monate sind diese Bilder alt, als er und seine Ehefrau Cilia Flores in die USA entführt wurden, nachdem die USA Venezuela militärisch angegriffen haben.
Delcy Rodríguez ist seitdem amtierende Präsidentin Venezuelas und hat mit den USA ein Erdölabkommen ausgehandelt. Die USA würden über 100 Millionen US-Dollar in die Erschließung 17 neuer Ölfelder stecken, unter anderem mit der Beteiligung privater Unternehmen. Das hat sie auf dem Kurznachrichtendienst Telegram erklärt. US-Präsident Donald Trump hat sich auch dazu geäußert und spricht auf seiner Plattform Truth Social davon, dass mit der Einigung sich die USA die Kontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel Erdöl gesichert hätten.
Wie gut, dass sich mein Kollege Alexander Kauschanski mit beiden Ländern auskennt, mit Venezuela und mit den USA und gerade auch dort ist in Los Angeles. Hallo Alex.

**Alexander Kauschanski** (4:15)
Hi Azadê.

**Azadê Peşmen** (4:16)
Trump hat versprochen, dass das Abkommen den US-Amerikanerinnen die Versorgung mit Gas und Öl sichere.
Gerade läuft ja der Wahlkampf für die Midterms. Hilft dieses Abkommen Trump gerade jetzt?

**Alexander Kauschanski** (4:29)
Was Trump vor den Midterms im November tatsächlich dringend braucht, ist ein innen- und außenpolitischer Erfolg, denn an vielen Stellen sehen wir, wie seine Regierung gescheitert ist. Er hat den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, anders als angekündigt, nicht beendet. Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran bricht zunehmend zusammen und auch Trumps Zollpolitik ist gescheitert. In den USA schießen die Preise für Lebensmittel und Benzin weiter in die Höhe. Daher will Trump jetzt den US-Amerikanern ein Versprechen machen.
Ich bringe euch mehr Öl aus Venezuela und in Folge dessen wird der Treibstoff günstiger und die Preise sinken. Das Problem dabei ist nur, bis Venezuela das versprochene Öl auch fördern kann, könnten Jahre vergehen, weil die ganze Infrastruktur dort so marode ist und der Aufbau lange dauern wird.

**Azadê Peşmen** (5:19)
Nicolás Maduro ist in den USA angeklagt, man rechnet mit einem Prozess im nächsten Jahr.
Jetzt, wo diese Nachricht über das Abkommen veröffentlicht wurde, fragt man sich natürlich, ob das der Beweis dafür ist, dass es bei dieser Invasion Venezuelas der USA nur darum ging, sich Öl zu sichern. Wie schätzt du das ein?

**Alexander Kauschanski** (5:38)
Ich würde sagen, das Abkommen zeigt zwar klar, dass die Kontrolle über Venezuelas Öl bei der US-Intervention eine wichtige Rolle gespielt hat. Trotzdem erklärt dieses Öl allein nicht, warum die USA in Venezuela eingefallen sind. Vermutlich wollten sie auch Chinas Einfluss dort zurückdrängen, denn die chinesische Regierung hatte Venezuela über Kredite, über Ölgeschäfte und auch über politische Unterstützung eng an sich gebunden. Und die USA wollten dagegen steuern und sich den Einfluss über den amerikanischen Kontinent, wie in ihrer nationalen Sicherheitsstrategie angekündigt, weiter sichern. Und dazu kommt, dass Trumps Außenminister Marco Rubio ein weiteres Ziel verfolgt.

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