**Gregor Schmalzried** (0:06)
Fritz, könntest du einen KI-generierten Text oder jemanden, der eine KI-generierte Rede hält, automatisch sofort erkennen?
**Fritz Espenlaub** (0:15)
Automatisch sofort? Also das ist ein hoher Anspruch.
**Gregor Schmalzried** (0:18)
Es kommt vielleicht auf die Rede an, oder?
**Fritz Espenlaub** (0:20)
Also ich hab schon das Gefühl, dass ich mittlerweile in diesem siebten Sinn hab, dass man bei manchen Texten einfach sofort misstrauisch wird und irgendwie irgendwie spürt so im Moment mal, das klingt ein bisschen KI-mäßig.
**Gregor Schmalzried** (0:32)
Ich hab eine solche Rede dabei und zwar von einem kanadischen Politiker Bill Oliver heißt er. Hört auch einfach mal kurz rein, er hat diese Rede gehalten vor zwei Wochen. Ob dir daran irgendwas auffällt?
Ich bin an dieser Rede.
**Fritz Espenlaub** (1:17)
Ich dachte erst, es ging los und ich dachte so, okay, das, was Gregor mir jetzt zeigen will, ist es einfach eine ganz normale generische Politikerrede, die man eben nicht erkennen kann.
Und dann liest er plötzlich vor irgendwie, hier ist ein natürlich klingenderer Flow für irgendwie diese Rede, die du mir gerade gegeben hast. Also ein Teil des typischen Promps, den man so oft bekommt, wenn man sich was rauslässt von ChatGPT oder Clot oder irgendwas, wo du dann sagst, nein, lass es nochmal natürlicher klingen. Und die KI dann natürlich sagt, ja selbstverständlich. Hier ist die natürlich klingendere Version.
**Gregor Schmalzried** (1:48)
Er hat den Prompt einfach mit vorgelesen. Finde ich auch ein bisschen unheimlich, dass ihm das nicht aufgefallen ist in dem Moment, sondern er zieht einfach durch. Deswegen ist dieser Moment auch im Internet jetzt viel diskutiert worden in den letzten zwei Wochen. Aber das Problem ist, die meisten Menschen machen es uns nicht so leicht wie Bill Oliver. Die meisten Menschen lesen nicht einfach ihre Prompts mit vor oder sagen einfach mit dazu, übrigens, dass es KI generiert. Hier, bitteschön, hier ist eine Rede, die ich gerne für dich geschrieben habe.
Sondern da muss man ein bisschen genauer hinschauen. Aber genau das wurde ja auch gemacht. Allein in den letzten Wochen und Monaten gab es vermehrt kleine und große Skandale. Stefan Andreas Kastorf beispielsweise, der für den Tagesspiegel geschrieben hat, wurde KI-Texten überführt, könnte man sagen. Mario Vogt, Ministerpräsident in Thüringen oder auch Carsten Wildberger, unser Digitalminister. Alle haben KI-generierte Texte veröffentlicht oder Reden mit Hilfe von KI schreiben lassen. Und das wurde dann ziemlich viel diskutiert.
**Fritz Espenlaub** (2:52)
Also das ist schon alles sehr, sehr interessant. Und für uns im KI-Podcast war das natürlich eine Debatte, die wir sehr genau verfolgt haben und wo wir selbstverständlich jetzt auch eine Folge dazu machen werden.
**Gregor Schmalzried** (3:02)
Und wir wollen noch einen Schritt weiter gehen, denn wir wollen uns die Frage stellen, wenn ein Politiker oder ein Autor oder wer auch immer eben nicht uns den Gefallen tut und sein Prompt mit vorliest, mit reinschreibt, wie kommt man eigentlich darauf, dass es sich hier um KI-Text handelt? Kann man das erkennen? Kann man das raushören? Kann man dann einen Spürsinn für entwickeln? Oder muss man eben am Ende auf technische Tools zurückgreifen? Und wie funktionieren die eigentlich, die KI-Text erkennen sollen?
**Fritz Espenlaub** (3:31)
Also heute in der Folge fragen wir uns, kann man KI, vor allem auch KI-Texte eigentlich noch erkennen? Was schreibt die Europäische Union hier seit dieser Woche gesetzlich vor? Und ja, wie haben wir es geschafft, einen KI-Detektor auszutricksen? Das ist der KI-Podcast und ich bin Fritz Espenlaub.
**Gregor Schmalzried** (3:47)
Hier ist eine natürliche Anmoderation für den KI-Podcast. Ich bin Gregor Schmalzried.
Fritz, bevor wir zu der technischen Lösung kommen, also den technischen KI-Detektoren, lassen wir uns doch mal schauen, ob wir Menschen nicht auch als KI-Detektoren taugen. Weil du hast ganz am Anfang gesagt, du hast auch einen Spürsinn dafür, wenn irgendein Text KI generiert ist. Das heißt, jetzt ist natürlich spannend, draus zu finden, was macht denn so einen Text aus? Wie kann man den, wenn er einem in Alltag irgendwo begegnet? Wie schnüffelt man das?
**Fritz Espenlaub** (4:22)
Also der Klassiker ist ja, KI schreibt gerne, es ist nicht das, sondern es ist das. Also diese Gegenüberstellung von zwei verschiedenen Sachen. Also das hier ist, es war keine Rache, es war eine Feststellung oder was auch immer. Und das kommt in Business-Texten, das kommt in Fiktionen, die geschrieben wird, Fantasy-Kurzgeschichten, in LinkedIn-Posts, in Facebook-Posts. Also das sieht man schon fast überall mittlerweile.
**Gregor Schmalzried** (4:49)
Das ist nicht das Einzige, was KI-Text natürlich ausmacht, sondern es gibt viele Formulierungen dieser Art.
Wir haben umfassend, finde ich ganz interessant, also alles, was positive, aber dann auch nicht allzu spezifische Adjektive angeht, benutzt die KI gerne. Wir haben so ganzheitlich, nachhaltig, sagt die KI gerne. Und was mir auch aufgefallen ist, das ist, glaube ich, relativ frisch, das machen vor allem die aktuellen Modelle sehr gerne, die versuchen immer alles über Gebühr mit Bedeutung aufzuladen. Also da alles fungiert für irgendwas, alles steht sinnbildlich für irgendwas, alles ist eine Illustration von etwas. Dinge weisen auf, Dinge demonstrieren, das zeigt eindrücklich. So was passiert ständig in modernem KI-generierten Text.
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