**Philip-Johann Moser** (0:04)
Da versuchen wir bei Was jetzt natürlich in den Bogen drum zu machen, aber Vorurteile, Falschmeldungen und Ignoranz, das wirft Spaniens Regierungschef Sánchez einigen EU-Partnern vor.
22 Mitgliedstaaten, wiederum darunter Deutschland, fordern nach den Ereignissen in der spanischen Exklave Ceuta eine gemeinsame Antwort auf unkontrollierte Grenzübertritte. Unser erstes Thema bei Was jetzt, dem Nachrichtenpodcast der Zeit. Danach schauen wir nach Tunesien. Dort liegt eine schwere Hitzewelle politische Missstände offen. Und es geht um Geistervorfahren. Es ist Sonntag, der 2 August. Schön, dass Sie dabei sind. Mein Name ist Philip Moser und wir hören uns wieder nach den Kurznachrichten.
**Lisa Pausch** (0:45)
Ich bin Lisa Pausch. Guten Morgen.
Die USA und Israel verzichten vorerst auf neue Angriffe auf den Iran. Das hat US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform verkündet. Mit der Iran und andere Länder in der Region hätten die USA demnach darum gebeten, weil sich eine neue Vereinbarung abzeichnet. Ein solcher Deal müsste aber schnell erzielt werden, schrieb Trump. Nach Informationen von den US-Medien Axios und CBS News hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman mit Trump telefoniert und dabei Sorgen und Bedenken geäußert in Bezug auf Trumps jüngste Drohungen. CNN berichtet, dass auch die Vermittlerstaaten Katar und Pakistan vor weiteren Angriffen gewarnt haben. Mehrere Medien hatten zuvor übereinstimmend berichtet, dass an diesem Wochenende womöglich eine der größten Angriffswellen auf den Iran beginnt.
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat lobende Worte für Spanien und Marokko für ihren Umgang mit dem Ausnahmezustand in Ceuta, nachdem in dieser Woche dort zehntausende Migrantinnen angekommen sind. Beide Länder hätten es gemeinsam geschafft, die Krise schnell zu lösen, sagte er der Bild am Sonntag. Um illegale Migration zu kontrollieren, brauche es Partner außerhalb Europas, wie in diesem Fall Marokko.
Wadephul sagte gleichzeitig, es müsse eine absolute Priorität für die EU-Kommission sein, die europäischen Außengrenzen zu schützen. Die Situation in Ceuta bezeichnete er als absoluten Stresstest. Am Dienstag werden sich die EU-InnenministerInnen bei einer Videokonferenz dazu beraten. Mehr zu der politischen Krise rund um Ceuta hören sie jetzt gleich im Gespräch. Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.
**SPEAKER_3** (2:40)
Ein gutes Miteinander beginnt oft mit einem einfachen Satz.
Erzähl mal.
Zuhören, verstehen und andere Perspektiven kennenlernen. All das stärkt unsere Demokratie. Bei dm begegnen sich täglich Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Lebenswelten und Meinungen. Deshalb unterstützt dm die Initiative Deutschland spricht derzeit und setzt ein Zeichen für respektvollen Austausch. Denn Demokratie lebt davon, dass wir miteinander sprechen, statt übereinander. Jetzt mitmachen unter deutschlandspricht.org.
**Philip-Johann Moser** (3:13)
Gestern, am Samstag, haben Fachleute der EU-Staaten in einer Krisensitzung beraten. Morgen, am Montag, sollen die Botschafterinnen und Botschafter zusammenkommen. Und das alles, weil am Freitag rund 50 Menschen aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta gelangt sind. Zwischenzeitlich niemand hat von Ceuta aus das europäische Festland erreicht. Fast alle sind inzwischen wieder nach Marokko zurückgekehrt.
Was aber bleibt, sind die heftigen Reaktionen aus Europa. Italien kontrolliert ab jetzt einen Monat lang Reisende, die mit dem Flugzeug oder dem Schiff aus Spanien kommen. Und aus den Regierungen Finnlands und Dänemarks wurde sogar ganz prinzipiell Spaniens Platz im Schengen-Raum in Zweifel gestellt. Was ist denn da los? Darüber spreche ich jetzt mit Mark Schieritz, stellvertretendem Politikchef der Zeit. Hi Mark.
**Mark Schieritz** (4:06)
Hi, hallo.
**Philip-Johann Moser** (4:06)
Du sag mal, ist die eigentliche Krise nicht schon vorbei?
**Mark Schieritz** (4:09)
Der Kern der Krise, der ist vorbei in der Tat. Es ist ja fast wie ein Spuk. Also diese Menschen tauchten auf, wir erreichten Ceuta und sind jetzt wieder weg. Und das innerhalb von 24 Stunden.
Diese Krise ist vorbei, aber die politische Krise, die sich daran anschließt, die ist glaube ich noch lange nicht vorbei.
**Philip-Johann Moser** (4:27)
Warum denn die teils so drastischen Reaktionen der Mitgliedstaaten?
**Mark Schieritz** (4:31)
Ja, das ist wirklich, ist mir auch ein großes Rätsel. Also, dass populistische Parteien so, dass Elon Musk und andere Figuren in den sozialen Medien das als Anlass nehmen, um Stimmung zu machen. Das war irgendwie erwartbar und klar. Aber dass tatsächlich Regierungen europäischer Länder damit gemacht haben, ohne die genaue Faktenlage ganz offensichtlich zu kennen, ohne zu wissen, dass schon längst an der Rückführung dieser Leute gearbeitet wurde von spanischer Seite, das ist wirklich ein Rätsel.
Daraus erwächst auch tatsächlich eine Gefahr für Europa. Man hat ja nicht gesagt, Spanien, wir helfen euch, wir stehen bereit, unterstützen euch. Man hat gesagt, Spanien, wir schließen euch aus dem freien Personenverkehr aus. Also das war ein richtig aggressiver Akt.
Man kann sich schon fragen, was ist denn, wenn es in Grönland wieder Probleme gibt? Wenn Spanien dann sagt, so jetzt schließen wir die Grenze zu Dänemark oder wollen Dänemark ausschließen aus dem Abkommen. Was ist, wenn Russland in Finnland Unsinn betreibt? Also es ist wirklich erstaunlich und auch erschreckend, wie schnell da die europäische Solidarität aufs Spiel gesetzt worden ist.
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