**SPEAKER_1** (0:00)
Die Nutzung von You Tube hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Neben klassischen Influencern entstehen professionelle Kanäle, die ohne sichtbare Personen auskommen und zunehmend wie digitale Vermögenswerte gehandelt werden. Welche Dynamiken, Chancen und Risiken diese Entwicklung prägen, darüber spreche ich heute mit Nell und Lisa Gottlebe. Willkommen beim Wirtschaft TV Talk. Frau Gottlebe, You Tube-Kanal als digitales Asset, das ist ja noch was relativ Neues, Ungewöhnliches. Wieso wird das gerade immer stärker?
**Lisa** (0:40)
Ja, das ist einfach die Verlagerung der Aufmerksamkeit und des Nutzungsverhalten der Menschen von Fernsehen weg hin zu sozialen Medien und ganz als Nummer eins, You Tube, die als Plattform eine wahnsinnige Wachstumsrate hinlegen und interessanterweise auch ganz, ganz viele ältere Semester vereinen. Also das war etwas, was mir auch gar nicht bewusst war, bevor ich mich mit der Plattform beschäftigt habe, dass da 50, 60, 70 plus Zuschauer- schaft immens stark ist und ganz, ganz großes Interesse quasi eine Gier an diesen Inhalten besteht.
**SPEAKER_1** (1:16)
Ja, also das klassische Fernsehen, das nimmt immer eine immer kleinere Rolle ein. Das ist klar. YouTube ist da noch eine Riesensuchmaschine. Dazu kommt das. Aber es ist nun nicht jedermanns Sache, dass er sagt, okay, ich stell mich vor die Kamera und moderiere hier meinen eigenen Kanal. Wie wichtig ist das, um erfolgreich zu sein?
**Nell** (1:37)
Genau deswegen haben wir uns auch damals dafür entschieden, eben diesen YouTube-Channel zu starten, weil man eben nicht da drin zu sehen ist. Es ist komplett anonym läuft und man auch selbst nicht in die Videoproduktion involviert ist. Das heißt, das übernehmen eben auch andere für einen und dadurch, ja, ist man eben komplett anonym und man merkt sozusagen gar nicht, was da jetzt gerade im Hintergrund aufgebaut wird. Also dein Nachbar sieht das nicht, dein Freund sieht das nicht, deine Unternehmer, Freunde sehen das nicht. Also das läuft halt komplett im Hintergrund.
**SPEAKER_1** (2:08)
Okay, also das ist gar nicht so sehr, das vor die Kamera zu gehen oder sogar überhaupt nicht, sondern wirklich eher, das als Unternehmen zu führen dann oder als ein Unternehmenszweig.
**Lisa** (2:17)
Ja, also wir sind quasi Produzenten von kleinen Mini-Dokumentationen zu jedem Thema, was man sich vorstellen kann. Also alles, was Menschen interessiert oder auf You Tube viral ist, ist ein Thema, worüber wir unsere Channel machen können. Das kann von Geschichte, Politik, jegliche Sportart, Celebrities, Geografie. Also alles, was man sich vorstellen kann, ist eben, darüber hat man die Möglichkeit, einen You Tube-Channel zu machen als Produzent. Quasi, man ist kein Influencer, aber man ist ein ganz großer Medienboss quasi, der ein ganz skalierbares Business aufbauen kann.
**SPEAKER_1** (2:50)
Und natürlich kann man denken, allmählich ist es ganz schön spät, auf You Tube noch einzusteigen. Also es gibt ja schon alles. Das ist so der Eindruck, den man hat. Und ich habe jetzt nicht mal die aktuellen Upload-Zahlen im Kopf, aber es sind ja Millionen, glaube ich, am Tag, die dazukommen. Also unglaubliche Mengen. Also wie kann ich das denn schaffen, damit dem You Tube-Kanal tatsächlich noch Erfolg zu haben, obwohl es eine unglaubliche Konkurrenz gibt?
**Lisa** (3:16)
Ja, das ist eine Frage, die wir öfter bekommen und die unheimlich spannend ist, weil man sich beim Modell You Tube komplett von den klassischen Konkurrenzdenken oder von diesen Mustern verabschieden muss. Wir haben ja nicht diese Situation, also der Kunde hat ein Bedürfnis, er braucht einen Toaster und er kauft einen Toaster. Und dann war es das erst mal.
Sondern wir haben hier ein Unterhaltungs-, ein Informationsmedium, das unendlich ist. Also eine Sättigung dieses Marktes oder zu viel Konkurrenz gibt es überhaupt nicht auf You Tube. Ganz im Gegenteil, wir bewegen uns bewusst in Nischen oder in Bereiche, wo ganz, ganz viel los ist. Also Konkurrenz, weil dort also diese Power, diese Masse der Leute, die schauen und die also immer viel Zeit konsumieren auf You Tube ist unvorstellbar und also nicht deckelbar. Also eine Sättigung dieses Marktes ist nicht denkbar.
**Nell** (4:11)
Ja, vielleicht nochmal als Beispiel kann man sich so vorstellen, man schaut sich jetzt ein Video an über den zweiten Weltkrieg. So, dann habe ich mir jetzt eins angeschaut, aber dann bin ich ja jetzt noch nicht zufrieden. Also ich gucke mir ja gerne noch weitere da an über was auch immer. Und so kann man sich das halt vorstellen. Also das ist halt, wenn man einmal anfängt, dann hört man halt nicht mehr auf. Man kennt ja auch, sage ich jetzt mal in Anführungsstrichen, diese Scroll-Kultur, in der man gar nicht mehr genau merkt, okay, was habe ich jetzt eigentlich die letzten zwei Stunden gemacht? Und ähnlich kann man sich das halt auch bei You Tube vorstellen. Das ist halt ein bisschen wie eine Sucht, die man halt positiv nutzen kann.
**SPEAKER_1** (4:43)
Das heißt, es ist so, dass eher die klassisch gesehen Konkurrenz einem helfen kann, weil es gut möglich ist, dass ich von denen gerade was sehe. Und als nächstes bekomme ich dann was vorgeschlagen, was wiederum sonst gar nicht beworben worden wäre.
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