**Fritz Espenlaub** (0:05)
Gregor, wenn du dir eins aussuchen müsstest, nur noch E-Mails von mir oder nur noch E-Mails von unseren Hörern, was würdest du dir aussuchen?
**Gregor Schmalzried** (0:15)
Ich glaube, du hast mir seit Jahren keine E-Mail mehr geschickt, Fritz. Insofern ist das ein sehr, sehr einfacher Punkt für mich. Sehr gerne würde ich die E-Mails unserer Hörer weiterbekommen.
**Michael Tieke-Benneke** (0:25)
Sehr gut.
**Fritz Espenlaub** (0:25)
Ich bin zufrieden, dass du diese kleine Harke, die ich sonst geschlagen hätte, es schon vorhergenommen hast. Ja, wir kriegen furchtbar viele ganz tolle E-Mails, was ihr mit KI gemacht habt. Und ja, vor einer Weile haben wir eine E-Mail bekommen von Annelies. Und da standen ganz besonders tolle Aussagen drin. Also ja, dass KI für sie ein absoluter Gamechanger ist und dass sie vor Begeisterung sprudelt. Und ich glaube, Gregor, es hat nicht lange gedauert, bis wir auch vor Begeisterung gesprudelt sind. So ein bisschen für diese E-Mail.
**Gregor Schmalzried** (0:59)
Ja, also normalerweise, wenn uns Hörerinnen und Hörern nette E-Mails schreiben, dann sind das Anwendungsfälle oder Ideen, die wir direkt selber ausprobieren können. Oder wo wir direkt selber testen können oder uns vorstellen, wie das möglicherweise für uns aussieht. Und hier bei Annelies war das anders, denn bei Annelies konnten wir uns das nicht wirklich vorstellen, denn Annelies ist blind und sie war nicht mal die einzige. Also es haben tatsächlich über die letzten zwei Jahre uns immer wieder Hörerinnen und Hörer geschrieben, die selber eine Sehbehinderung haben und für die KI nochmal einen völlig anderen Stellenwert, hat auch einen total interessanten Stellenwert. Und wo sich fast eine Art, ja könnte man sagen, Parallelwelt rund um KI für Menschen mit Sehbehinderung gebildet hat. Und wir finden das wahnsinnig spannend. Und wir haben gesagt, warum nicht mal exakt dazu eine Folge machen und darüber lernen, nicht nur was unsere Hörerinnen und Hörer, die blind sind, mit KI machen, sondern auch, was wir alle davon lernen können.
**Fritz Espenlaub** (1:59)
Ja, gesagt, getan. Deswegen stellen wir uns heute im KI-Podcast die Frage, wie funktioniert KI eigentlich für Blinde? Was hat sich da in den letzten Jahren vor allem auch noch mal verändert? Es gibt ja schon seit einer ganzen Weile technologische Lösungen in dem Bereich. Das ist der KI-Podcast.
**Gregor Schmalzried** (2:16)
Ich bin Fritz Espenlaub und ich bin Gregor Schmalzried. So und damit wir verstehen, welche Rolle genau eigentlich die KI hier spielt, müssen wir erstmal verstehen, wie eigentlich die digitale Welt aussieht, wenn man nicht visuell die digitale Welt bedient. Und wir haben nicht nur mit Annalies gesprochen in dieser Folge, sondern auch noch mit einigen anderen, teilweise Hörerinnen und Hörer von uns, teilweise auch nicht. Einer von denen, der einer der Hörer ist, ist Per Busch. Per Busch ist auch blind und er hat uns das einmal erklärt.
**Per Busch** (2:48)
Du öffnest eine App. Ich öffne eine App als Blinder auf meinem Smartphone. Und für dich sind ganz viele Schalter da. Die sind beschriftet. Du kannst sofort erkennen, für was was da ist. Und für einen Blinden könnte es jetzt sein, dass diese Schalter mir überhaupt gar nicht vorgelesen werden. Dass ich gar nicht weiß, dass die überhaupt da sind. Oder dass mir nur vorgelesen wird, Schalter, Schalter, Schalter. Ohne dass ich weiß, was es halt irgendwie ist.
**Gregor Schmalzried** (3:08)
Und das ist ganz interessant, weil das zum Beispiel bedeutet, hat er auch erzählt, dass ein Update für Menschen, die blind sind, eine völlig andere Auswirkung hat, als für Menschen, die nicht blind sind. Weil wenn irgendwie ein Button an einem anderen Ort ist, zum Beispiel als vorher, dann sehen du und ich das relativ schnell. Aber wenn man sozusagen auf die Audio-Ebene angewiesen ist und einen sogenannten Screenreader benutzt, um sich quasi vorlesen zu lassen, was auf dieser Webseite zu sehen ist, dann ist das deutlich schwieriger. Und es kann auch immer mal wieder passieren, dass Websites beispielsweise einerseits an einem Tag total gut funktionieren und an einem anderen Tag dann auf einmal nicht mehr. Und man hat kaum Gefühl dafür, was sich da eigentlich verändert hat. Deswegen nutzen Blinde vor allem gerne Websites, die vielleicht auch ziemlich groß sind und bei denen sich nicht allzu viel verändert.
**Per Busch** (3:54)
Deshalb ist zum Beispiel der Punkt, warum viele blinde Menschen zwangsläufig zu Amazon wechseln. Weil Amazon ist jetzt nicht das beliebteste Unternehmen, aber da kannst du dich meistens darauf verlassen, dass es immer alles komplett benutzbar ist.
**Fritz Espenlaub** (4:06)
Ja, da zeigt sich, dass die digitale Welt, wie unsere physische Welt, ja auch einfach noch einiges zu tun hat, was Barrierefreiheit angeht. Und das eben auch was ist, was glaube ich sehr, sehr viele Website-Designer nach wie vor immer noch nicht so ganz mitdenken. Also das Update, dass man das dann macht auf der Website, den Schalter, den Button, den man irgendwo anders hinpackt, da denken halt die meisten sehenden Leute in erster Linie an das, was sie vor sich sehen, nämlich die Website, so wie sie für sie halt aussieht.
25 more minutes of transcript below
Try it now — copy, paste, done:
curl -H "x-api-key: pt_demo" \
https://spoken.md/transcripts/1000651996090
Works with Claude, ChatGPT, Cursor, and any agent that makes HTTP calls.
From $0.10 per transcript. No subscription. Credits never expire.
Using your own key:
curl -H "x-api-key: YOUR_KEY" \
https://spoken.md/transcripts/1000758331827