**Hannah Grünewald** (0:03)
Es ist parlamentarische Sommerpause, aber die Füße lädt gerade keiner hoch. Zumindest nicht bei der Union. Da wird eher mit den Hufen gescharrt. Denn ein wichtiger Posten ist seit dem Rücktritt von Jens Spahn frei, der des Fraktionsvorsitzenden. Wer das werden könnte, darüber sprechen wir an diesem Dienstagmorgen, dem 21 Juli bei Was jetzt? dem Nachrichtenpodcast der Zeit. Und dann geht es hier auch noch um ihre Zukunft und auch um meine. Wir gehen nämlich der Frage nach, wie sinnvoll eine private Pflegezusatzversicherung sein könnte. Schön, dass Sie uns zuhören. Ich bin Hannah Grünewald und hier kommen zunächst die Nachrichten.
**Lisa Pausch** (0:39)
Ich bin Lisa Pausch. Guten Morgen.
In Großbritannien hat der neue Premierminister Andy Burnham sein Amt angetreten und schon wenige Stunden danach sein neues Kabinett vorgestellt. Relativ überraschend wird der frühere Finanzminister nun Verteidigungsminister. John Healy hatte das Kabinett im Juni verlassen, aus Protest gegen den Kurs von Burnhams Vorgänger Keir Starmer. Mehrere Vertraute von Starmer spielen nun keine große Rolle mehr. Als eine seiner allerersten Amtshandlungen telefonierte Burnham mit US-Präsident Donald Trump. Unter Starmer war das Verhältnis zu den USA abgekühlt, was vor allem an Trump lag. Danach telefonierte Burnham auch mit dem ukrainischen Präsidenten Woldemir Zelensky und mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Heute hält Burnham seine erste Kabinettssitzung ab und dürfte dabei Maßnahmen vorstellen gegen steigende Lebenshaltungskosten.
So wurde die spanische Nationalmannschaft nach dem WM-Sieg gegen Argentinien gestern in Madrid empfangen. Am Abend fuhren die Spieler in einem offenen Doppeldecker mit der Aufschrift Reyes del Mundo, also Könige der Welt, durch die Straßen. Der Fußball-Weltverband FIFA hat unterdessen ein Disziplinarverfahren gegen die argentinische Nationalmannschaft eingeleitet wegen der heftigen Rangeleien nach Spielende.
Auf TV-Bildern war zu sehen, wie der Argentinier Leandro Paredes den Spanier Gaby am Leibchen greift, ihn mit der Hand im Gesicht trifft und zu Boden stößt. Zuvor hatte er den Spanier Eric Garcia geschubst. In der Mitteilung der FIFA wird Paredes nicht namentlich genannt. Außer gegen ihn könnten sich die Ermittlungen laut Medien berichten, auch gegen seinen Teamkollegen Nahuel Molina und den argentinischen Co-Trainer Roberto Ayala richten. Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.
**Hannah Grünewald** (2:41)
Jens Spahn hinterlässt eine Lücke Zumindest in der Union ist seit seinem Rücktritt ein ziemliches Geschacher losgegangen. Wer rückt an seine Stelle und wer rückt dann wiederum an die Stelle, die der oder die andere hinterlässt?
Es ist schon so was wie ein Schachspiel für Merz, denn wie er sein Kabinett und die Fraktion aufstellt, das könnte auch seine politische Zukunft beeinflussen. Wer auf dem Schachbrett steht, das weiß Ferdinand Otto, Politikredakteur der Zeit. Grüß dich Ferdinand.
**Ferdinand Otto** (3:09)
Hallo Hannah, grüß dich.
**Hannah Grünewald** (3:10)
Ferdinand, es wird wahrscheinlich schon viel geflüstert im politischen Berlin. Welche Namen hast du gehört?
**Ferdinand Otto** (3:16)
Naja, also der offensichtliche wäre mal die erste Wahl, vermutlich Thorsten Frei. Das ist der Kanzleramtsminister von Friedrich Merz, ein enger Vertrauter von Friedrich Merz. Der war in der vergangenen Legislaturperiode der erste parlamentarische Geschäftsführer. Der wäre quasi so die natürliche nächste Wahl gewesen für den Fraktionsvorsitz. Er ist dann doch eben in die Regierung gewechselt, ist Kanzleramtsminister geworden, fremdelt da auch offensichtlich noch so ein bisschen mit der Rolle.
Naja, und dann gibt es so ein paar Optionen, die, sagen wir mal, eine gewisse Dynamik erzeugen würden. Das eine ist, was immer wieder genannt wird, der Name Alexander Dobrindt. Jetzt Innenminister, und das wäre schon eine Wucht. Das wäre ein größerer Umbau. Eine, sag ich mal vielleicht unorthodoxe Lösung wäre noch zu sagen, Nina Warken, die Chefin der Frauenunion und Gesundheitsministerin, wechselt aus dem Kabinett in den Fraktionsvorsitz. Auch das hätte insofern einen Scham oder einen gewissen Neuigkeitswert, als dass dieser, ja ich nenne es mal ein bisschen despektierlich, dieser Boys Club um Friedrich Merz, der da auch immer im Kanzleramt bei den Koalitionsgipfeln zusammensitzt, dass der mal ein bisschen Farbe bekäme. Also das sind so die drei Varianten, die so diskutiert werden.
**Hannah Grünewald** (4:30)
Jetzt spielen wir das doch noch mal durch. Dobrindt wird Fraktionsvorsitzender. Wer würde denn sein Ministerium dann übernehmen und Innenminister werden? Also an dieser Entscheidung hängen ja dann wiederum andere Entscheidungen.
**Ferdinand Otto** (4:41)
Genau daran hängt es. Es gibt eigentlich keinen zweiten Mann derzeit in der Union, der einfach so das Format hätte da reinzugehen. Vermutlich, so wird mir das zumindest aus der Unionsfraktion gespiegelt, würde man dann sagen, naja, Thorsten Frei übernimmt das Innenministerium und wir suchen uns einen Kanzleramtsminister. Da wird zum Beispiel der Name Günter Kringes immer wieder genannt. Einige Feinschmecker werden sich erinnern. Das war der Mann, der Kandidat von Friedrich Merz für den Vorsitz der Adenauer Stiftung, der parteinahen CDU Stiftung. Der ist es dann nicht geworden, musste zurückstecken. Naja, also das wäre so ein Wechsel. Aber es stimmt schon, die CSU würde damit ein sehr, sehr wichtiges Ministerium verlieren, mutmaßlich.
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