Topics: Science
**Gregor Schmalzried** (0:06)
Marie, wir haben eine E-Mail bekommen mit einer guten Frage, so wie eigentlich jede E-Mail an uns. Worum ging es da?
**Marie Kilg** (0:12)
Ja, das war eine richtige Ad-Hab-E-Mail. Und zwar hat uns Stefan diese E-Mail geschrieben und der hat uns erst mal, wie so viele von euch, wenn ihr uns mailt, lieb gelobt und gegrüßt und gesagt habt, ihr findet den Podcast gut. Und dann schreibt Stefan, mir ist jedoch aufgefallen, dass ihr meist über Gemini, ChatGPT, Clot oder Mistral sprecht. Und ich frage mich, weshalb Co-Pilot von Microsoft nicht mit erwähnt wird. Vor dem Hintergrund, dass wahrscheinlich viele Menschen in größeren Firmen bereits oder bald mit Co-Pilot arbeiten werden sollen, dürfen, finde ich das auffällig. Gibt es einen bestimmten Grund, weshalb Co-Pilot bei euch kaum oder nicht Erwähnung findet? Viele Grüße, Stefan.
**Gregor Schmalzried** (0:46)
Das ist wirklich eine spannende E-Mail, weil als ich diese E-Mail zuerst gelesen habe, war mein erster Instinkt, nämlich zu sagen, ja, gibt es. Es gibt einen Grund, warum wir da nicht so viel drüber sprechen. Und das ist, dass diese anderen Namen, die da genannt werden, also Gemini, ChatGPT und Claude und Mistral, das sind ja auch alles eigene Modellanbieter. Also da geht es nicht einfach nur um einen Chatbot oder um ein KI-Programm, sondern all das sind eigene KI-Modelle, die entsprechend auch natürlich deswegen relativ weit vorne mit dabei sind und meistens so das erste, über das man redet, wenn was Neues rauskommt. Aber dann, Marie, haben wir ein bisschen darüber gesprochen und dann festgestellt, dass das eigentlich als Antwort nicht wirklich genug, oder?
**Marie Kilg** (1:26)
Nee, danke Stefan. Aber also es ist höchste Zeit eigentlich, dass wir mal ausführlich über den Co-Pilot reden, weil es ist natürlich ultra relevant in Firmen. Wir müssen uns angucken, was funktioniert da, was funktioniert nicht. Und danke, dass du uns auf diese Lücke gestoßen hast.
**Gregor Schmalzried** (1:38)
Ja, aber tatsächlich würde ich auch uns insofern den Schutz nehmen, weil ich glaube, dass es heute in der Folge nicht einfach nur darum geht, was der Copilot kann und wie man ihn benutzt, und darum, ob er jetzt eigentlich Copilot heißt oder Copilot. Mal schauen, ob wir das hinbekommen in der nächsten halben Stunde.
Sondern auch um die Frage, warum haben wir eigentlich so wenig über den gesprochen? Denn der Microsoft Copilot, ich sage jetzt einfach Copilot, ich bleibe jetzt einfach auf der deutschen Variante. Vielleicht kannst du Copilot sagen und dann haben wir so beides.
**Marie Kilg** (2:03)
Ich leg mich jetzt noch nicht fest, was ich sagen möchte.
**Gregor Schmalzried** (2:05)
Okay, perfekt. Der ist natürlich das, was viele Leute mittlerweile nutzen in der Arbeit. Also viele Unternehmen haben den Copilot mittlerweile ausgerollt. Aber wenn man sich mal anschaut, wie viele Microsoft-Unternehmenslizenzen es gibt, dann sind es doch erstaunlich wenig. Also Microsofts aktuellen Zahlen sind, dass es etwa 20 Millionen bezahlte Microsoft 365 Copilot-Sitze gibt. Also Sitze ist, wie man in der Software quasi einen einzelnen User nennt oder eine einzelne Softwarelizenz. 20 Millionen, das klingt erst mal nach viel.
Aber Microsoft hat 450 Millionen bezahlte Microsoft 365 Sitze. Das bedeutet, in über drei Jahre nach ChatGPT, dreieinhalb Jahren nach ChatGPT und ungefähr drei Jahre seit der Einführung des Microsoft Copilot sind nur ungefähr vier Prozent der Microsoft Unternehmensnutzer wirklich Copilot-Nutzer. Und das ist für die schiere Masse, für die Größe von Microsoft, ehrlich gesagt ziemlich peinlich.
**Marie Kilg** (3:09)
Wir gucken uns heute deswegen an, was bedeutet dieses Microsoft-Produkt zurzeit? Was ist der Copilot zurzeit?
Was ist bei Microsoft passiert die letzten Jahre? Was ist auch schief gelaufen? Und aber auch für all die Leute, von denen Stefan zurecht sagt, die sollen, dürfen, müssen das im Unternehmen benutzen. Was kann der heute, was kann ich ganz praktisch damit machen? Ihr hört den KI-Podcast, ich bin Marie Kilg und ich bin Gregor Schmalzried, heute mein Co-Pilot.
**Gregor Schmalzried** (3:36)
Süß.
So, Marie, lass uns am Anfang von dieser Folge einmal in der Zeit zurückreisen. Und wir haben den Vorteil, dass wir mit dem KI-Podcast hier mittlerweile auch schon eine ganze Weile unterwegs sind. Uns gibt es seit drei Jahren. Und das bedeutet, wir können mal reinhören in die zweite Folge, die wir je veröffentlicht haben, das waren Fritz und ich, im August 2023 Da haben wir nämlich schon mal über das Thema Microsoft gesprochen und über das Thema Co-Pilot, auch wenn es damals noch nicht so hieß. Hören wir mal rein.
Microsoft hat ja seine großen Office-Programme PowerPoint, Excel, Word, die jeder kennt und die planen da wirklich Großes. Also die planen letztlich einen KI-Assistent, also ein bisschen wie, ja, wie man das fast von Siri und Alexa kennt. Nur soll der halt quasi deine E-Mails für dich lesen können und deine Word-Dokumente für dich zusammenfassen. Und nicht nur die Sachen, die eine KI sowieso schon weiß, sondern all das, was in deinem Office-Programm drin ist. Das habe ich gesagt im August 2023 Das heißt, so lange reden wir eigentlich schon über den Microsoft Copilot, auch wenn es den damals noch nicht gab, also zumindest nicht unter dem Namen. Und ich sage mal, Schnitt nach heute, aus der Sicht von damals ist es eigentlich absurd, diese Zahl, über die wir gerade gesprochen haben, oder? Also aus der Sicht von damals hätte man noch sagen müssen, Microsoft war doch von allen Unternehmen am besten positioniert, um diese ganze KI-Revolution, dieses KI-Wertrennen komplett für sich zu entscheiden.
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