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Was steckt hinter Saudi-Arabiens Atomdeal mit Trump? (Update)

Was jetzt?

July 23, 2026

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat ein Atomabkommen mit Saudi-Arabien unterzeichnet. Es ermöglicht US-Unternehmen, Nukleartechnologie für den Aufbau eines saudischen Atomenergieprogramms zu liefern. Nach ersten Angaben sah das Abkommen nur wenige Einschränkungen vor.
Speakers: Mounia Meiborg, Lea Frehse
**Mounia Meiborg** (0:04)
Ein Land soll sein Atomprogramm beenden, der Iran. Und ein anderes Land in der Golfregion bekommt jetzt eins, Saudi-Arabien.
Warum das so ist, darüber sprechen wir gleich. Außerdem geht es hier im Update von Was jetzt? um eine Strafe gegen Google und eine mögliche Strafe gegen die Fifa. Schön, dass Sie dabei sind. Heute ist Donnerstag, der 23

**Lea Frehse** (0:26)
Juli.

**Mounia Meiborg** (0:27)
Ich bin Mounia Meiborg und der Aktionsschluss war 16 Uhr.
Die Frage, ob der Iran Atomwaffen entwickeln könnte, die hat ja einen ganzen Krieg ausgelöst. Und der hält weiter an. Mit einem anderen Land am Golf hat die US-Regierung nun ein Atomdeal unterschrieben. Und zwar mit Saudi-Arabien. Dieses Abkommen, das soll es Saudi-Arabien ermöglichen, Atomkraft zivil zu nutzen.
US-Präsident Donald Trump, der hat ziemlich überraschend dann heute noch ein paar Forderungen hinterhergeschickt. Was dieses Abkommen bedeutet, auch für die gesamte Region. Darüber spreche ich jetzt mit Lea Frehse. Sie beobachtet für die Zeit die arabische Welt. Hallo Lea, grüß dich.

**Lea Frehse** (1:11)
Hallo Mounia.

**Mounia Meiborg** (1:12)
Was steht denn genau drin in diesem Vertrag zwischen den USA und Saudi-Arabien?

**Lea Frehse** (1:17)
Die US-Regierung würde US-Firmen erlauben, Nukleertechnologie an Saudi-Arabien zu verkaufen. Und Saudi-Arabien würde sich im Gegenzug verpflichten, auf 30 Jahre exklusiv von US-Firmen zu kaufen. Das heißt, das ist erstmal einfach ein Milliardendeal.
Und für Saudi-Arabien war das jetzt eigentlich erstmal ein echter Coup. Das ist etwas, was Saudi-Arabien schon total lange will. Die wollen zum Beispiel Atomkraftwerke bauen, also eine eigene Energiewirtschaft aufbauen. Und das die USA aber bisher nie erlauben wollten, vor allen Dingen aus Sorge vor den geopolitischen Konsequenzen, die das hat.

**Mounia Meiborg** (1:57)
Das Abkommen, wie es ursprünglich bekannt wurde, das enthielt ja kaum Bedingungen, die Saudi-Arabien erfüllen musste. Also zum Beispiel war nicht die Rede davon, dass die internationale Atomenergiebehörde dort kontrollieren würde.
Am Nachmittag wurde dann bekannt, dass Trump jetzt doch Forderungen an Saudi-Arabien stellt. Was für welche sind das?

**Lea Frehse** (2:15)
Ja, wir sprechen hier am Donnerstagnachmittag Berlinerzeit, also Donnerstagmorgen in Washington, und haben eine völlig absurde Lage vor uns. Dieses Abkommen, was wir gerade beschrieben haben, das ist unterschrieben. Gerade aber postet Trump in den sozialen Medien, das Abkommen solle nur dann gelten, wenn Saudi-Arabien tatsächlich diplomatische Beziehungen zu Israel aufnäme.
Davon ist, soweit wir wissen, in dem Abkommen, was unterzeichnet, wurde nicht geredet. Und Stand jetzt wissen wir einfach noch nicht, was gilt. Fällt dieser Deal vielleicht doch durch? Nimmt Trump den einfach zurück?
Wir wissen das nicht. Was man sehen kann, ist, dass es sehr wahrscheinlich eine Art Einlenken Trumps ist. Denn als das Abkommen gerade öffentlich wurde, wurde auch sehr viel Kritik laut. Zum Beispiel auch aus Israel, dass dieses Abkommen eben sehr kritisch sieht.

**Mounia Meiborg** (3:06)
Trotz allem, Trump geht ja mit diesem Vertrag auch ein Risiko ein. Warum schließt er diesen Vertrag so ab? Also was verspricht er sich davon?

**Lea Frehse** (3:14)
Kritiker sagen schon lange, dass so ein Deal eigentlich die Lage im Nahen Osten noch komplizierter, noch angespannter machen würde. Der saudische Kronprinz, also der Machthaber, hat lange schon gesagt, wenn die Iraner eine Atombombe entwickeln, dann tun wir das auch. Koste es, was es wolle. Und deshalb sieht man so ein Deal, wie er jetzt eventuell geschlossen wurde, eben als einen möglichen Schritt dahin, eine Gefahr.
Dass Trump den Deal trotzdem abschließen wollte, vielleicht auch noch will. Das hat offenkundig weniger mit strategischen Erwägungen zu tun und Politik, als vielmehr ganz schlicht mit Geld.
Die US-Nuklearwirtschaft, die hat Probleme, das heißt, sie würde von diesen Milliardensummen total profitieren. Und es gibt auch Leute aus Trumps persönlichem Umfeld, auch aus seiner Familie, die Geschäftsinteressen am Golf haben. Und, das wissen wir nicht ganz genau, aber es war in der Vergangenheit mindestens so, dass es Einzelne da gibt, die auch wirklich in der Nuklearbranche direkt Geschäftsinteressen haben.

**Mounia Meiborg** (4:19)
Saudi-Arabien ist ja eine Monarchie, angeführt von dem Kronprinzen Mohammed bin Salman und in Sachen Menschenrechte eher umstritten, um es jetzt mal vorsichtig zu formulieren.
Und du hast es ja gerade schon gesagt, Saudi-Arabien ist der große Gegenspieler des Iran am Golf. Was heißt es jetzt für die Region, wenn Saudi-Arabien ein Atomprogramm hat?

**Lea Frehse** (4:41)
Hier ist es glaube ich erstmal wichtig festzustellen, es geht hier nicht direkt um den Bau der Bombe. Das ist immer noch ein ziviles Atomprogramm und daran darauf hätte natürlich Saudi-Arabien im Prinzip ein Anrecht, wie viele andere Staaten auch.
In diesem Fall und gerade auch zu diesem Zeitpunkt, wo wir uns ja noch mitten in einem Krieg befinden, ist es trotzdem ein ganz, ganz weitreichendes politisches Signal, wenn es zu diesem Abkommen kommt. Denn eigentlich ist es doch das US-Interesse, auf ein westliches Interesse, den Iran von jeglichen Nuklearaktivitäten abzubringen. Wenn man nun aber dem wichtigsten Gegenspieler Saudi-Arabien seinen Zugang zu Nukleartechnologie gibt, dann hat der Iran ja wirklich keinerlei Anreiz mehr, sich da auf irgendwelche Zugeständnisse einzulassen.

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