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Was passiert, wenn die KI-Riesen an die Börse gehen?

Der KI-Podcast

June 9, 2026

Zum ersten Mal machen die großen KI-Firmen Ernst: Anthropic hat seine Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht eingereicht, OpenAI soll im Herbst nachziehen - während SpaceX den womöglich größten Börsengang der Geschichte anpeilt.
Speakers: Marie Kilg, Fritz Espenlaub
**Marie Kilg** (0:05)
So, Fritz, es ist lange her, dass wir zu zweit am Mikro uns gegenüber saßen.

**Fritz Espenlaub** (0:09)
Es ist wirklich lange her. Wir wollten eigentlich nachgucken, wie lange es her ist, aber haben es jetzt nicht nachguckt.

**Marie Kilg** (0:15)
Vibe-based, es ist ein Jahr her.

**Fritz Espenlaub** (0:16)
Es ist ewig her, aber schön, Marie, endlich mal wieder wir beide beim KI-Podcast, das ist entgegen aller Gerüchte, es hatte einfach nur, es war einfach nur Zufall, dass wir so lange nicht mehr gemeinsam im Studio saßen. Aber jetzt sitzen wir wieder im Studio und es ist nur, würde ich sagen, das zweitgrößte KI-Thema der Stunde, dass wir mal wieder gemeinsam im KI-Podcast sind. Das viel Größere, über das reden wir heute, und zwar die KI-Branche an sich und alles, was schiefgehen könnte und auch alles, was gut gehen könnte, und zwar ganz konkret am Hand der Beispiele der Börsengänge der großen KI-Firmen.

**Marie Kilg** (0:56)
Ja, ich freue mich krass drauf, mit dir darüber zu reden, weil ich glaube, das ist auch so ein Thema, das uns wirklich einfach Tage davor, Tage nach der Aufnahme beschäftigt. Vielleicht sollte man dazu sagen, wir nehmen am Sonntag auf, also wenn am Montag noch irgendwelche krassen Marktbewegungen sind und ihr uns am Dienstag hört.
Sonntag ist der Stand unserer Konversation jetzt. Aber genau, es ist höchste Zeit, dass wir drüber reden. Wer geht alles an die Börse? Warum machen die das? Was bedeutet das für uns? Und es ist auch was, zu dem wir schon öfter mal Fragen von euch bekommen haben. Also ihr habt uns E-Mails geschrieben, zum Beispiel INA, die gesagt hat, sie hört jetzt auch öfter mal, dass es eigentlich an der Zeit ist, dass die KI-Firmen jetzt langsam mal schwarze Zahlen schreiben müssten.
Und kommt jetzt irgendwann der Punkt, wo KI dann teurer wird oder wo sich alles verändert, weil es eben nicht immer so weitergehen kann und die KI nicht weiter so billig bleiben kann, sondern der Markt sprechen muss. Und darüber reden wir heute.

**Fritz Espenlaub** (1:46)
Und das ist tatsächlich diese Fragen, die begleiten die KI-Revolution ja schon ein bisschen seit Anbeginn von ChatGPT und den ersten großen Sprachmodellen. Also dieses Gespräch, so wann wird das profitabel? Wie sehen denn eigentlich genau die wirtschaftlichen, internen Kalkulationen dieser Firmen aus? Kann man dem allen trauen?
Da haben wir gefühlt auch schon fünf Folgen darüber gemacht.
Aber gerade diese Woche ist dieses ganze Gespräch noch mal ein bisschen hochgekocht, eben weil jetzt Anthropic und OpenAI wirklich langsam ernst machen und an die Börse gehen wollen. Also öffentlich ihre Aktien zum Handel an der Börse anbieten. Im Herbst soll das passieren. Und ganz kurz bevor steht uns ein weiterer Börsengang der Geschichte, der wahrscheinlich bisher größte Börsengang der Geschichte einer Firma, die inzwischen auch ein bisschen zu einer KI-Firma geworden ist, nämlich SpaceX, also die Raketenfirma von Elon Musk, die eigentlich bisher vor allem als Raketenfirma in Erscheinung getreten ist, aber vor kurzem XAI gekauft hat und dadurch einen, ja, sag ich mal, einen KI-Arm auch irgendwie hat und auch das Thema KI für die Profitabilität dieser Firma eine große Rolle spielt. Und diese Börsengänge beschäftigen Leute und werden wahrscheinlich auch, wenn sie dann passieren, ein bisschen mehr Licht ins Dunkel bringen für Leute wie INA für diese Fragen, weil diese Firmen dann ja transparenter Einblicke geben müssen, wenn sie öffentlich gehandelt werden in ihre internen Zahlen und Rechnungen.
Und über diese Börsengänge und was die bedeuten auch für uns in Europa, darüber reden wir heute im KI-Podcast. Ich bin Fritz Espenlaub.

**Marie Kilg** (3:36)
Und ich bin Marie Kilg. Fritz, was heißt das denn überhaupt, wenn wir sagen, die KI-Firmen streben Börsengänge an? Sie machen Initial Public Offerings, IPO's.

**Fritz Espenlaub** (3:47)
IPO's, genau. Initial Public Offering nennt man Börsengang im Englischen. Also das ist sozusagen das erste Mal, dass der Öffentlichkeit, also der Public, Aktien angeboten werden zum Kauf und zum Handel.
Man weiß ja, wenn ein Unternehmen an der Börse notiert ist, dann kann ich und du und eigentlich jeder sich im Grunde genommen einfach eine App runterladen oder bei der Bank einen Aktienportfolio aufmachen und sich Aktien von Microsoft oder von Apple oder über ETFs, also über Fonds, über Indexfonds von allen möglichen Unternehmen kaufen und verkaufen und halten. Und es gibt eben aber auch Firmen, die nicht an der Börse sind, wo das nicht geht. Also, keine Ahnung, wenn ich jetzt ein kleines Familienunternehmen in Niederbayern gründe, dann bin ich möglicherweise nicht an der Börse notiert. Und teilweise sind auch sehr, sehr große Unternehmen im Familienbesitz oder im Privatbesitz, nennt man das dann, und nicht an der Börse notiert. Und besonders häufig sind natürlich Start-ups nicht an der Börse notiert, weil die halt noch super neu sind. Und Anthropic und OpenAI sind ja vor gar nicht allzu langer Zeit noch Start-ups gewesen. Und bisher war das eben so, dass man, wenn man sich an diesem Unternehmen beteiligen wollte, an Anthropic oder an OpenAI oder an anderen KI-Start-ups, dann ging das nur in den sogenannten Private Markets, nennt man das im Englischen, also über eben direkte Investitionen, wo man dann quasi direkt über einen Anwalt oder irgendeinen Dealmaker zu der Firma hingeht und sagt, hey, ich gebe euch so und so viel Geld. Dafür irgendwie wird dann direkt verhandelt, wie viel Anteile man bekommt. Und das war's. Das heißt, es war so ein bisschen so ein exklusiver Club, wo nicht jeder Zugang hatte.

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