Was auf den neuen Gesundheitsminister zukommt artwork

Was auf den neuen Gesundheitsminister zukommt

Was jetzt?

July 25, 2026

Nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionschef der Union ordnet Bundeskanzler Friedrich Merz sein Kabinett neu. Der bisherige CDU-Generalsekretär Casten Linnemann, der nach der letzten Bundestagswahl noch kein Regierungsmitglied werden wollte, übernimmt das Gesundheitsministerium.
Speakers: Carsten Linnemann, Erica Zingher, Lisa Pausch, Ferdinand Otto, Alexander Kauschanski
**Carsten Linnemann** (0:04)
Mir ist bewusst, dass es eine große Aufgabe ist und deshalb ja, gehe ich auch mit Demut diese Aufgabe an, aber auch mit großen, großen Respekt.

**Erica Zingher** (0:15)
Mit Demut und Respekt will CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann also seinen neuen Job angehen, Bundesgesundheitsminister wird er, so will es Kanzler Friedrich Merz. Warum Merz auf Linnemann setzt und welche Aufgaben auf ihn warten, erfahren Sie in dieser Folge von Was jetzt? Außerdem schauen wir nach Ungarn. Nach 16 Jahren Viktor Orbán soll die Demokratie zurückkehren. Aber mit welchen Mitteln?
Ich bin Erica Zingher. Samstag, der 25 Juli ist heute. Wir hören uns gleich wieder nach den Nachrichten.

**Lisa Pausch** (0:45)
Ich bin Lisa Pausch. Guten Morgen.
Seit zwei Jahren belasten Vorwürfe zu sexuellen Übergriffen und Machtmissbrauch den Internationalen Strafgerichtshof. Jetzt haben die Mitgliedsstaaten bei einer Sondersitzung mehrheitlich dafür gestimmt, den Chefankläger Kareem Khan zu entlassen.
Eine enge Mitarbeiterin von Khan hatte ihm vorgeworfen, sie mehrfach und über einen längeren Zeitraum hinweg bedrängt und versucht zu haben, sie zu einer sexuellen Beziehung zu zwingen. Im Juni war Khan deswegen suspendiert worden. Er weist alle Anschuldigungen zurück und bezeichnet die Vorwürfe als Verschwörungen gegen ihn, als Vergeltung dafür, dass er gegen Vertreter der israelischen Regierung ermittelt habe. Es ist das erste Mal, dass ein Chefankläger dieses Gerichts seines Amtes enthoben wird.
Die Lage im Roten Meer spitzt sich weiter zu. Nach einem erneuten Angriff auf ein Schiff, das unter der saudischen Flagge fuhr, hat Saudi-Arabien den Jemen attackiert. Laut saudischen Angaben galten die Luftschläge militärischen Zielen der Houthi-Milit, die mit dem Iran verbündet ist. Houthi-nahe Medien berichten von Angriffen auf die Hafenstadt Tudeida. Die Houthi-Milit drohte Saudi-Arabien daraufhin in einer Mitteilung mit Vergeltung. Laut einem iranischen Sender gab es schon in der Nacht Gegenangriffe der Milit in Saudi-Arabien, unter anderem auf zwei Küstenstädte. Überprüfen ließ sich das zunächst nicht. Die Houthi-Milit hatte am Montag eine Blockade der Meerenge Bab El-Mandeb für Schiffe aus Saudi-Arabien angekündigt. Die hatten die Meerenge zuletzt vermehrt für Ölexporte genutzt, weil der Iran die Straße von Hormuz weiter blockiert. Redaktionsschluss für diesen Podcast ist fünf Uhr.

**Erica Zingher** (2:30)
Nach der letzten Bundestagswahl wollte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann noch kein Minister werden. Sein Bauchgefühl, hat er damals gesagt, spreche dagegen. Stattdessen blieb er damals auf seinem Posten. Jetzt klingt das anders.

**Carsten Linnemann** (2:43)
Ich freue mich auf die Aufgabe.

**Erica Zingher** (2:45)
Die Aufgabe ist keine kleine. Linnemann soll neuer Gesundheitsminister werden. Das ist der Wunsch von Kanzler Friedrich Merz, der am Freitag angekündigt hat, wie er sein Kabinett nach dem Rücktritt Jens Spahns vom Unionsfraktionsvorsitz und den damit verbundenen Personalwechseln umbauen will. Linnemann muss die von Nina Warken angestoßenen Gesundheitsreformen weiterführen, darunter Diebpflege-Reformen. Aber wird ihm das gelingen? Das kann mir Ferdinand Otto aus dem Politikressort beantworten. Hi Ferdinand.

**Ferdinand Otto** (3:12)
Hallo, grüß dich Erica.

**Erica Zingher** (3:14)
Ja, wie überraschend kommt es, dass ausgerechnet Linnemann jetzt Gesundheitsminister werden soll?

**Ferdinand Otto** (3:19)
Naja, das hatte sich schon angedeutet. Es gab ja immer Spekulationen, ob Friedrich Merz diese Spahn-Krise nutzt, um gleich noch mehrere Posten neu zu besetzen. Das hat er jetzt gemacht. Er hat auch unter anderem ja Philipp Amthor zu sich ins Kanzleramt geholt. Und dass dabei Linnemann eine, ja, vielleicht die zentrale Rolle spielen könnte, das geistert dich hier schon länger als Gerücht rum.

**Erica Zingher** (3:43)
Aber warum setzt Merz ausgerechnet auf Linnemann für dieses Ressort? Gab es da niemanden, der auch ja inhaltlich Ahnung vom Thema Gesundheit hat? Also was verspricht sich Merz von dieser Personalie?

**Ferdinand Otto** (3:55)
Ja, Friedrich Merz hat da in der Vorstellung so ein bisschen flapsig fast gesagt, dass Linnemann, der weiß ja, was er tut, der hat das schon im Koalitionsausschuss, das Thema mitverhandelt.
Ob ihn das genug qualifiziert, da kann man sicherlich ein Fragezeichen dran machen. Aber Linnemanns Vorgänger, von denen hat eigentlich keiner großartig Erfahrung gehabt. Jetzt außer vielleicht Karl Lauterbach, der als Sonderfall da ja für die Ampel Gesundheitsminister war, aber davor Nina Warken ist von Haus aus Rechtsanwältin, hat sich aber dann ganz gut da reingefuchst. Und auch davor Jens Spahn war Bundesgesundheitsminister, ohne dass er sich jetzt großartig auskannte in dem Thema. Also das muss man in der Spitzenpolitik dann doch ein Stück weit können, dass man ein bisschen Generalist ist, dass man sich dann aber auch in so ein Spezialthema reinfuchsen kann, wenn es dann sein muss. Und da muss man natürlich aber auch ein Teamspieler sein. Man muss sich auf das Team einfach verlassen können im Ministerium.

**Erica Zingher** (4:48)
Im Herbst soll ja die Pflegereform verabschiedet werden. Die Kritik daran ist jetzt schon groß. Du sagst, ein Teamspieler muss man sein. Was bringt Linnemann denn mit, damit er jetzt diese Mammutaufgabe im Herbst stemmen kann? Ist er ein Teamspieler?

**Ferdinand Otto** (5:01)
Naja, er wird zumindest diese Reform im Sinne des Kanzlers eigentlich im Geiste seiner Partei fortführen. Also für Linnemann spricht sicherlich, dass er ein ganz enger Vertrauter von Friedrich Merz ist und quasi zu den Merzianern der ersten Stunde gehört. Aber wir haben das angesprochen. Das Metier Gesundheit ist wirklich eins, dem man nachsagt, dass da wahnsinnig starke Lobbygruppen an allen Enden zerren. Da ist wahnsinnig viel Geld drin. Die Kassen sind extrem leer von der Seite des Bundes.

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