**SPEAKER_1** (0:03)
Das Wissen.
**Petra Berg** (0:08)
Petra Berg, hier im Wald brennt es. Wir sind auf der Von der Heidt, am Rettungspunkt 67 7 2 und bräuchten dringend unterstützen.
**SPEAKER_1** (0:17)
Saarlands Umweltministerin Petra Berg setzt per Telefon einen Notruf ab. Sie steht mitten im Wald, nördlich von Saarbrücken.
Aber es brennt nicht wirklich. Heute ist es eine Übung.
**SPEAKER_3** (0:30)
Sind aktuell Personen verletzt oder in Gefahr?
**Petra Berg** (0:33)
Nein, keine Personen verletzt, aber in der Umgebung befinden sich Personen.
**SPEAKER_1** (0:37)
Mit der zunehmenden Trockenheit in den letzten Jahren, oft schon im Frühjahr, steigt die Gefahr von Waldbränden. Erst wenige Tage zuvor hatte es im Saarland den ersten richtigen Waldbrand gegeben.
Jetzt hat die Ministerin diese Großübung angesetzt, um ihre Mitarbeiter im Forst und die Einsatzkräfte aus zahlreichen Feuerwachen der Umgebung für die geänderten Bedingungen zu schulen.
**Franz von Elsbergen** (1:03)
Waldbrände verhindern.
**Reinhold Joost** (1:06)
Feuerresistente Baumarten und neue Technik.
**Franz von Elsbergen** (1:09)
Von Kai Rüsberg.
**SPEAKER_1** (1:13)
Waldbrände nehmen weltweit zu. Europa hat 2025 so viele und ausgedehnte Feuer erlebt wie noch nie. Auch in Deutschland hat die Zahl Rekordwerte erreicht. Kurzfristig sind gut trainierte Feuerwehren gefragt. Und langfristig müssen die Wälder so umgebaut werden, dass sie besser gegen die Brandgefahr gewappnet sind.
Wer den südlichen Hang im Stadtwald von Gevelsberg am Südrand des Ruhrgebiets hochsteigt, merkt schnell, je höher man kommt, desto trockener und lichter wird der Wald. Es ist ein relativ großes zusammenhängendes Waldgebiet. Mehr als 500 Hektar. Überwiegend im Eigentum der Stadt. Bis 2018 standen hier dichte Fichtenwälder. Zwei Jahre Dürre und anschließend der Befall mit Borkenkäfern haben praktisch die gesamten Bestände vernichtet.
Jetzt aber sprießen neue Stecklinge aus dem Boden. Die Fichte wird nicht mehr gepflanzt, sondern eine klimaresistente Mischung, erklärt Franz von Elsbergen, der Leiter des Regionalforstamts.
**Franz von Elsbergen** (2:20)
Wir wollen auf dieser Fläche nicht eine Baumart haben, sondern mindestens vier verschiedene Baumarten auf der gleichen Fläche vor dem Hintergrund der Risikodiversifizierung. Also analog, ein Aktiendepot, ist es nicht gut, alles auf eine Aktie oder auf eine Baumart zu setzen, sondern wir müssen die Sachen streuen. Wir wissen nämlich nicht, was in der Zukunft kommt. Und das Ziel muss es sein, dass wir auf jeden Fall hinsichtlich des Standortes verschiedene Baumarten identifizieren, die miteinander gut auf diese Fläche passen.
**SPEAKER_1** (2:47)
Welche das sind, ist auch für Waldexperten schwer zu sagen.
Denn Bäume werden 150 bis 300 Jahre alt, manche noch älter. Und niemand weiß, wie sich Umwelt und Natur über einen so langen Zeitraum verändern werden. Zudem müssen die Baumarten auch miteinander harmonieren. Daher werden sie in einem Schachbrettmuster angepflanzt.
**Franz von Elsbergen** (3:08)
Dass wir sozusagen einen Block haben mit der Eiche, einen Block haben mit der Buche und vielleicht auch einen Block haben mit der heimischen Kiefer. Und das Ziel muss es sein, diese Blöcke, wenn man sich so einen Hang mal vorstellt, so zu platzieren, dass es Sinn macht. Also wir würden auf dem Plateau Kiefer pflanzen, dann weiter runter, wo es immer noch sehr trocken ist, zum Beispiel Traum-Eiche und unten am Hang, wo sich das meiste Wasser sammelt, die Buche. Weil die Buche einfach mehr Wasser braucht als zum Beispiel die Kiefer oder auch die Traum-Eiche.
**SPEAKER_1** (3:35)
Läuft es wie geplant, wird es im Gevelsberger Wald seltener zu einem Feuer kommen. Und falls eines ausbricht, wird es sich nicht so schnell ausbreiten.
Ein flächendeckender Umbau deutscher Wälder nach diesem Muster würde allerdings viele Jahrzehnte dauern. Doch der Klimawandel bringt schon heute häufigere Dürren und höhere Temperaturen. Wie es aussieht, wenn Waldbrände dann außer Kontrolle geraten, hat der Osten Deutschlands Anfang Juli 2025 erlebt. Die Tagesschau berichtete.
**SPEAKER_6** (4:09)
Verkohlte Bäume und Sträucher, die Spuren von fast einer Woche Waldbrand im Osten Deutschlands. Von einem Ausnahmeereignis sprach der thüringische Ministerpräsident Vogt. Schließlich ist es der schlimmste Waldbrand seit mehr als 30 Jahren.
**SPEAKER_7** (4:25)
Eine Fahrt durch die Gurischheide zeigt, wie ernst die Lage hier noch immer ist. Das Aufgebot der Retter ist massiv. Seit fast einer Woche brennt es im Norden Sachsens an der Grenze zu Brandenburg. Der Brandgeruch ist bis nach Berlin gezogen. Um die 140 Menschen hier mussten raus aus ihren Häusern.
Ein Naturschutzgebiet mit seltenen Vogelarten betreten, größtenteils verboten. Denn bis Anfang der 90er Jahre war hier ein Truppenübungsplatz. Jetzt rollen wieder Panzer durch die Heide und ziehen Schneisen, um die Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
**SPEAKER_1** (5:00)
Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen sind besonders häufig von schweren Wald- und Vegetationsbränden betroffen. Waldbrände häufen sich aber in allen Flächenbundesländern. 2025 verbrannte so viel Vegetation wie noch nie in den 50 Jahren, seit die Daten erstmals gesammelt wurden. Im Februar, März und vor allem im Juli war es besonders schlimm. Insgesamt brannte es in Deutschland auf mehr als 5 Hektar, eine Fläche so groß wie 7.5 Fußballfelder.
In allen Flächenländern gelten bereits 40 Prozent und mehr der Landesfläche als besonders von Vegetationsbränden bedroht. So steht es im Waldbrandrisikoindex. Über die aktuelle Gefahrenlage informiert der deutsche Wetterdienst im Internet.
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