**Azadê Peşmen** (0:05)
Herzlich Willkommen zum Freitagsupdate. Heute ist der 7 März. Ich bin Azad der Pashmen und wir erklären hier gleich das Hin und Her bei der Zollpolitik von Donald Trump. Er hat die Strafabgaben gegen Importe aus Mexiko und Kanada nämlich zeitweise wieder ausgesetzt. Außerdem greift Russland wieder verstärkt die Energieinfrastruktur der Ukraine an. Redaktionsschluss für dieses Update war 16 Uhr.
In dieser Woche haben wir schon ausführlich über die Zölle gesprochen, die der US-Präsident Donald Trump gegenüber China, Kanada und Mexiko erhoben hat. Jetzt die Kehrtwende. Am Ende dieser Woche will er einen Teil der Strafabgaben wieder aussetzen. Das heißt, alle Produkte aus Mexiko und Kanada, die unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA fallen, sollen bis zum 2 April erstmal keine Zölle gelten. Wobei es da Unterschiede gibt. 50% der Einfohren aus Mexiko fallen unter das Abkommen, bei Kanada sind das 38%. Wir sortieren jetzt die Lage mit Heike Buchter, unserer Zollfachfrau in New York. Hallo Heike.
**Heike Buchter** (1:12)
Hallo.
**Azadê Peşmen** (1:12)
Immer wenn Unternehmer in gefragt werden, was sie brauchen, dann sagen sie langfristige Planbarkeit. Das gilt vor allem bei komplexen Lieferketten. Nun erleben wir das Gegenteil. Was heißt das für die US-Wirtschaft?
**Heike Buchter** (1:25)
Ja, also für Unternehmen ist Planbarkeit das A und O. Gerade auch wenn es darum geht, wo Dinge hergestellt werden, von wo sie zugeliefert werden. Es ist natürlich schwierig, das von heute auf morgen wieder zu ändern. Wenn wir uns jetzt angucken, wie die Unternehmen hier reagieren, also zum Beispiel kanadische Aluminiumhersteller planen jetzt, ihre Aluminiumproduktion erst mal zum Teil nach Europa zu verschicken und dafür Aluminium aus Australien, was ja nicht mit Zöllen belegt ist oder zumindest nicht in dem Maße mit Zöllen belegt ist, hier nach USA zu verbringen. Das heißt, man versucht intern so ein bisschen umzuschiften. Target, der große Konkurrent von Walmart, Einzelhändler, die beziehen halt sehr viel Obst und Gemüse im Winterhalbjahr von Mexiko. Das ist dann nicht ganz so einfach, jetzt zwischen Dienstag und April sozusagen neu anpflanzen zu lassen. Aber Target hat schon gesagt, man will die Lieferkette dann eben verlagern nach Guatemala und Honduras. Man sieht, die Unternehmen versuchen, möglichst schnell hier wieder auf die Füße zu kommen und auch scheint es so als Subseleum mit rechnen, dass sie im April dann einfach wieder dran sind mit den 25 Prozent.
**Azadê Peşmen** (2:34)
Den Preis für diese hohen Zölle, den zahlen ja in erster Linie die VerbraucherInnen. Das ist jetzt für Sie, also die letzte Neuerung sozusagen, ja eigentlich eine gute Nachricht.
**Heike Buchter** (2:46)
Ja, aber die Freude hier bei uns hält sich echt in engen Grenzen. Ich gehe selber auch hier bei uns um die Ecke immer einkaufen. Also es ist schon so, dass die Preise noch immer sehr stolz sind, auch bevor wir dieses ganze Zollchaos irgendwie hatten. Ich glaube, niemand verfolgt jetzt akrivisch, ob das jetzt noch 30 Tage mehr sind oder ob man das jetzt wieder ganz aufhebt, weil es sich ja im Moment im Supermarkt noch gar nicht niedergeschlagen hat. Beziehungsweise man muss einschränkender zu sagen, einige Unternehmen sind jetzt auf den Dreh gekommen, die Preise jetzt schon mal anzuheben, im Falle, dass es irgendwann dann Zölle gibt. Das alles dürfte über kurz oder lang zu der Frage führen, die auch viele Wähler dann an Donald Trump stellen werden, sein Versprechen war, er wird kurz einen Prozess mit der Inflation machen und danach sieht es im Moment gar nicht aus.
**Azadê Peşmen** (3:31)
Trump hat ja bekannt gegeben, dass er mit Mexikos Präsidentin Claudia Scheinbaum telefoniert und den Aufschub aus Respekt und Entgegenkommen gewährt habe. Ist der eigentliche Grund nicht doch die Abhängigkeit von Produkten aus Mexiko? Dort werden ja teilweise zumindest Autos produziert.
**Heike Buchter** (3:49)
Ja, sie gilt als Trump-Flüsterin im Moment. Viel bewundert von anderen Staatslenkern, wie sie ihn praktisch immer wieder dazu kriegt, dann doch irgendwo für Mexiko eine Lanze zu brechen. Man muss natürlich ganz klar sagen, da geht es auch um die nordamerikanische Autoindustrie, wie du gesagt hast.
Und zwar ist da der Hintergrund, dass alle drei Länder, also Kanada, USA und Mexiko, sind in der Beziehung total integriert. Also die Autoindustrie hat sich über Jahrzehnte zu einer einzigen nordamerikanischen Autoindustrie geformt. Ich war in Monterey in der ersten Amtszeit von Donald Trump, weil der ja auch gesagt hat, du musst alles in den USA machen. Bin nach Monterey gefahren, das ist in Mexiko, wo eben sehr viele Zulieferer auch sitzen. Und die haben mir damals halt geschildert, wie das ist. Also dann kommt das Granulat aus den USA, geht über die Grenze, wird dort eben zu Plastikteilen verarbeitet. Die Plastikteile werden auf den Lastwagen gehievt, fahren wieder zurück über die Grenze. Und das kann bei einzelnen Modellen bis zu acht Mal hin und her gehen. Und wenn du darauf jedes Mal Zölle zahlst, dann kannst du das noch nicht mal zum Preis von Rolls Royce irgendwo verkaufen, deinen kleinen Ford oder was auch immer du dann als Modell da hast. Und das hat dazu geführt, dass die Autohersteller nach Washington gegangen sind und Ford-Chef hat gewarnt, das würde das größte Loch in die nordrhein-migranische Autoindustrie fetzen, das er sich vorstellen könnte. Und ich denke, dass man ihnen jetzt wenigstens ein bisschen mehr Zeit einräumen will.
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