**Paul Ronzheimer** (0:01)
Manche sagen, dass Trump auch deswegen den Befehl nicht gegeben hat, weil es nicht mehr so viel Munition gibt. Also wir haben das ja auch im Podcast thematisiert, dass es dort Generäle gibt, die sagen, wir haben nicht mehr genug und vor allem haben wir nicht mehr genügend Abwehrraketen, also Patriot, um zum Beispiel hier Israel gegen iranische Angriffe zu schützen. Das brauchen wir den USA.
Und das gleiche gilt für andere Länder, auch wenn es dann Angriffe gegeben hätte in Richtung UAE und Kuwait. Ich schließe immer noch nicht aus, bei Trump kann man wohl nichts ausschließen, dass es doch noch zu diesem großen Angriff kommt. Denn das iranische Regime und ich habe heute mit jemandem gesprochen, der immer wieder auch mit Trump spricht, das wird ihm natürlich gar nicht gefallen. Also er verkündet den Deal und erneut machen sich die iranischen Medien über ihn lächerlich und das wird natürlich auch in den USA berichtet.
Es ist Sonntagabend, 21 Uhr und drei Minuten mittlerweile und es ist wahnsinnig viel los auf der Welt. Paul ist ein wenig länger in Israel geblieben als geplant, denn erwartet, befürchtet, manche haben auch gehofft, dass es dazu kommt, war ein amerikanisch-israelischer Angriff auf den Iran, der sich aber nicht ereignet hat. Donald Trump hat ihn sehr überraschend oder vielleicht auch gar nicht so überraschend, jedenfalls zum fünften Mal mittlerweile, mindestens verschoben. Gleichzeitig ist auch eine weitere Debatte wahnsinnig heiß gelaufen und tut es aktuell in diesen Minuten, nämlich die Migranten von Ceuta. Und natürlich müssen wir auch heute über die Innenpolitik sprechen, denn die große Rentenreform, über die hier auch im Podcast viel gesprochen wurde, die beginnt auseinanderzubröckeln, über all das sprechen wir heute. Mein Name ist Filipp Piatov, ich bin Journalist und Kollege von Paul Ronzheimer. Hallo nach Tel Aviv, Paul. Hallo Filipp.
Ja, du solltest ja eigentlich schon vor, ich glaube, gestern wieder in Deutschland sein, bist aber dann geblieben, womöglich umsonst könnte man sagen. Erzähl mal, wie ist es dazu gekommen, dass du gedacht hast, ich verlängere mal diese Reise? Ja, ich habe hier ja ein Interview geführt mit dem ehemaligen Botschafter in Russland, Alexander Rav Lambsdorff, der bald Botschafter hier wird, nämlich genau ab diesem Montag, wenn ich richtig informiert bin. Und er war schon hier und deswegen haben wir das Interview hier geführt. Ich habe da noch ein Interview mit dem israelischen Außenminister gemacht, weil ich eben ohnehin hier war und ein bisschen erfahren wollte, wie sieht man das von israelischer Seite, was momentan in Sachen Iran-Deal diskutiert wird. Tatsächlich ging das ja lange hin und her, viele Tage, viele Wochen. Ich glaube, viele Hörer hier sind auch ziemlich genervt von diesem Thema, weil es ist eben wahnsinnig wichtig. Ich war dann hier mit einigen Kontakten unterwegs, habe auch viele Journalisten getroffen, natürlich, die ich kenne aus all den Jahren. Dann entwickelte sich eine Lage, Freitagnacht, dass sehr viele davon ausgingen, dass es zu einem Angriff kommen würde, entweder in der Nacht bereits von Freitag auf Samstag oder eben von Samstag auf Sonntag. Und dafür sprach einiges, also auch aus israelischen Kreisen hieß es, dass man davon ausgeht. Man war offenbar nicht direkt mit einbezogen, aber Netanyahu war ja in den Tagen vorher im Weißen Haus bei Donald Trump. Und die Zeichen von Trump, er war im Camp David. Also dort haben sie sich versammelt. In der Vergangenheit wurden genau im Camp David immer wieder neue Angriffe befohlen. Gleichzeitig war Trump zumindest öffentlich sehr kritisch mit dem iranischen Regime und hat mal wieder gesagt, dass es ihm reicht. Und auch weitere Details haben darauf hingedeutet, auch die Informationen, die wir so bekommen haben. Deswegen bin ich geblieben, aber dann am Sonntagmorgen aufgewacht. Es gab auch keinen Alarm, davon war ich ausgegangen, dass das passieren würde, eben von Samstag auf Sonntag. Weil wenn es einen US-Angriff gegeben hätte, dann hätte es natürlich auch einen Gegenangriff gegeben. Also der Iraner gegen Israel, beziehungsweise auch das war angedroht erneut in Richtung Kuwait oder auch Qatar. Auch das war im Gespräch. Und dann bin ich aufgewacht mit den Nachrichten, dass Trump davon Abstand genommen hat. Und offenbar, und das sind jetzt verschiedene Analysen und Nachrichten, soll Saudi-Arabien interveniert haben. Das ist das, was die New York Times berichtet, auch israelische Medien, die offenbar auch Sorge davor hatten, dass es massive Gegenangriffe geben könnte. Und ja, jetzt sind wir wieder da, wo wir vorher waren. Ja, also um es einmal kurz zusammenzufassen, die vergangenen Monate, am 28 Februar diesen Jahres, haben die Amerikaner und die Israelis einen Angriff auf den Iran begonnen. Dieser Krieg oder diese aktive Phase des Krieges dauerte einige Wochen lang. Dann gab es einen Waffenstillstand. Es gab dann ein Deal zwischen den Amerikanern und den Iranern.
Ein Deal war es aber eben noch kein richtiges Abkommen, sondern eher ein Vorabkommen, das dann zu einem Friedensschluss führen sollte. Die Straße von Hormuz, die vom Iran geschlossen wurde, die wurde wieder geöffnet. Dieser Waffenstillstand war aber wahnsinnig brüchig und vor einigen Wochen eskalierte es dann wieder nicht komplett, aber doch schon ziemlich. Ein, zwei Wochen lang bombardierten die Amerikaner auch jeden Tag den Iran, vor allem das Gebiet um die Straße von Hormuz herum. Und dann wurden die Angriffe aber wieder eingestellt. Dann hat Trump wieder gedroht, dass es jetzt richtig groß wieder losgehen könnte im Zusammenspiel mit den Israelis, die jetzt monatelang die Füße stillhalten mussten oder zumindest stillgehalten haben. Und ja, jetzt gibt es eben doch keinen Angriff. Wirst du denn schlau aus dem Verhalten des amerikanischen Präsidenten? Also warum hat er jetzt wieder gedroht und dann gesagt, nein, jetzt scheinen wir doch wieder nah an einem Deal zu sein. Jetzt greife ich doch nicht an. Was ist das für ein Spiel, das er spielt? Da gibt es ganz unterschiedliche Analysen. Also mit den Kontakten, mit denen ich spreche, da heißt es heute relativ einhellig, dass Donald Trump erst mal stand heute nicht gut aussieht und zwar aus mehreren Gründen. Denn erstens ist es so, dass viele den Eindruck bekommen, immer mehr, dass er häufig neue Angriffe, große Angriffe androht und dann es nicht macht, zumindest nicht in dem Umfang, wie er es angekündigt hat. Und zweitens ist dieser angekündigte Deal von Donald Trump heute schon wieder lächerlich gemacht worden von den iranischen Staatsmedien, die berichtet haben, das stimme alles gar nicht. Und da bekommt man den Eindruck, dass der iranische Außenminister, der darauf reagiert haben soll, möglicherweise das dann zumindest nicht in voller Abstimmung mit den Führenden im Regime gemacht haben könnte. Also dieses Momentum, Trump sagt, wir haben ein Deal und iranische Staatsmedien sagen, vollkommener Quatsch. Die Straße von Hormuz, wie jetzt angekündigt, die wird nicht frei sein. Also dieser Deal bestand ja daraus, dass die Straße von Hormuz eben in gewisser Weise wieder frei werden soll, auch wenn man da dann über das Geld noch sprechen muss. Also wer bekommt da was? Ja, am Ende muss man sagen, dass die Iraner generell, was diesen Deal angeht, momentan eben besser aussehen. So ist der Eindruck auch von Leuten, die sonst Trump und seiner Iran-Politik immer noch verteidigt haben. Also das ist so die eine Lesart. Dann gibt es andere Lesarten, auch hier aus Israel, wo gesagt wird, Trump versucht, das auszupendeln, weil er weiß, dass ein großer Angriff, und dieser große Angriff bezog sich ja auf iranische Brücken, Strom, also es hieß immer wieder, man wolle dafür sorgen, dass es eine wirklich große Welle geben könnte und dann Teheran ohne Strom dastehen könnte, was dann wiederum auch heftige Konsequenzen hätte für die Zivilisten.
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