**Johanna Klug** (0:14)
Also über den Tod zu sprechen, macht einen sehr verletzlich, weil es auch was sehr Intimes ist, finde ich. So es braucht einfach einen Safe Space auch für. Und wenn man darüber redet, dann wird vielleicht auch die Angst ein bisschen kleiner.
Kinder sind ja auch irgendwie noch so pur. Also ich glaube Kinder und Sterbende, also egal welches Alter jetzt, die sind noch näher an dem dran, woher wir kommen. Ich würde schon sagen, dass da einfach eine tiefe Weisheit und Intuition in beiden ist. Ich habe auch gedacht, so die ist gar nicht mehr da. Und dann zieht sie halt ihre Hände mit meinen drauf, ja, so zu ihrem Herzen und drückt die noch so ganz fest. Und da war irgendwie alles drin. Also so Liebe und Verbundenheit. Und es war einfach so ein ganz heiliger Raum irgendwie. Und da wusste ich irgendwie so, ja, es ist jetzt alles, alles gesagt so.
Ich glaube halt, dass erst das Bewusstsein der Endlichkeit uns halt klar macht, wie wertvoll das Leben ist.
**Matze Hielscher** (1:13)
Sag das nochmal.
**Johanna Klug** (1:15)
Erst das Bewusstsein der Endlichkeit macht uns klar, wie wertvoll das Leben ist.
**Matze Hielscher** (1:27)
Willkommen im Hotel Matze. Mein heutiger Gast ist Johanna Klug. Sie begleitet Sterbende und Trauende und hat einen Blick auf den Tod, der überhaupt nicht kalt ist, sondern sehr sehr lebendig. Wir sprechen darüber, warum Angehörige oft Süßigkeiten ans Sterbebett bringen, warum Kinder anders trauen als wir Erwachsenen und was bleibt, wenn jemand geht. Johanna erzählt von Marlen, von Sarah, von Palliativstation, von Waffeln und der Frage, was eigentlich ein gutes Ende sein könnte. Für mich war das Gespräch viel viel leichter, als ich dachte und auch noch tiefer, als ich es erwartet hatte. Normalerweise gehen Tod und Vergnügen ja nicht so gut zusammen, aber hier kann ich wirklich sagen, ich wünsche euch viel Vergnügen im Hotel Matze mit Johanna Klug.
Ich kenn dich schon eine Weile.
**Johanna Klug** (2:17)
Interessant, aber wir treffen uns jetzt erst das erste Mal.
**Matze Hielscher** (2:20)
Genau, also ich kenn dich schon eine Weile und ich hatte immer wieder so dieses Ha, ich würde gern über den Tod sprechen, aber eigentlich will ich es nicht. Und das hat echt eine, also so du schwebst in meinem Kosmos so seit anderthalb Jahren eigentlich schon.
**Johanna Klug** (2:36)
Das ist eine lange Zeit, würde ich mal sagen.
**Matze Hielscher** (2:38)
Und es ist immer wieder, das ist Ja, mache ich das jetzt oder mache ich das nicht? Und Tod ist auch so. Und ich bin heute früh aufgewacht und dachte, heute ist so ein schöner Tag, jetzt sprechen wir heute über den Tod. Das ist überhaupt nicht mein Thema. Also doch, das ist natürlich mein Thema. Aber es ist, ich bin gespannt, wie es also heute bin ich auch wirklich gespannt, wie es für mich wird.
Weil ich das ganz, also ich finde das nicht so leicht, muss ich sagen.
**Johanna Klug** (3:04)
Was genau?
**Matze Hielscher** (3:06)
Ich finde Trauer schwierig, ich finde Tod schwierig. Ich bin, wenn in, auch in deinem Buch, wenn da über, also ich merke, dass ich so, ich habe dann geheult einfach. Also so, und es ist, also weinen ist ja nichts Schlimmes. Aber es ist auch so, dann liegt man dann zu Hause im strahlenden Sonnenschein und liest, ich glaube, es war Sophia von der Kinderdemenz.
**Johanna Klug** (3:30)
Sarah.
**Matze Hielscher** (3:31)
Sarah, verzeihung, ja, Kinderdemenz und das ist also das.
Ich bin aber auch, wenn im Film Seriencharakter, den ich mag, stirbt, das stirbt immer so ein bisschen was mit. Ja, deswegen ist es irgendwie ist schwer. Also für mich ist Tod was schweres. Ja, ja.
**Johanna Klug** (3:48)
Schon immer gewesen?
**Matze Hielscher** (3:50)
Ja, ja, auf jeden Fall. Obwohl ich früher auch so gerne Gruff die Musik gehört habe, wie man so schön sagt und auch gerne auf Friedhöfen. Also Friedhöfen mag ich schon immer.
Ich bin christlich geprägt und habe da irgendwie aber so dieses dann, wenn ein lieber Mensch stirbt oder wenn auch ein Lieblingsseriencharakter stirbt, das ich finde das oder in einem Buchen, den man ja nicht kennt. Also kein Bezug dazu. Und dann ist das immer so ein Moment des Zerreißens.
**Johanna Klug** (4:19)
Aber irgendwie doch Bezug, gell? Irgendwie geht man ja so in diese Welt ein oder diese Menschen haben ein für einen Teil deines Lebens jetzt kurz begleitet.
**Matze Hielscher** (4:28)
Ja.
**Johanna Klug** (4:28)
Also ich weiß noch, ich fand mit, wie alt war ich denn da? So 13, 14, Amy Winehouse, mega.
Und als sie dann gestorben ist, boah, ich hab mir auch immer die Haare so gemacht, mich so geschminkt und ich fand sie einfach so krass. Also fernab von ihrem Drogenkonsum einfach ihre Stimme und ihre Präsenz und irgendwie die Musik, die sie gemacht hat so.
122 more minutes of transcript below
Try it now — copy, paste, done:
curl -H "x-api-key: pt_demo" \
https://spoken.md/transcripts/1000651996090
Works with Claude, ChatGPT, Cursor, and any agent that makes HTTP calls.
From $0.10 per transcript. No subscription. Credits never expire.
Using your own key:
curl -H "x-api-key: YOUR_KEY" \
https://spoken.md/transcripts/1000775023434