**Lena Werner** (0:05)
Einfach, dass die Ängste und Sorgen ernst genommen werden. Also man, es wird seit Jahren, wird die Köln-Community, aber auch Flinterversionen immer nur genutzt, wenn man Hass führen kann gegen Ausländer oder Migranten oder den Islam oder sonst was. Und dass man auch zuhört, wenn wir nicht gerade im Fokus sind aufgrund so eines Anschlags, sondern auch wenn wir einfach so laut sind und so unser Mund offen machen.
**Azadê Peşmen** (0:30)
Das wünscht sich die Berlinerin Lena Werner. Sie hat das gestern der Nachrichtenagentur AFP gesagt, am Rande einer Trauerkundgebung am Brandenburger Tor in Berlin.
Am Wochenende ist ein Mann mit einem weißen Transporter am Berliner Tiergarten in eine Menschenmenge gefahren. Anschließend sei laut Innenminister Alexander Dobrindt der mutmaßliche Täter mit einer Machete auf weitere Passantinnen losgegangen und hat diese ebenfalls schwer verletzt. Unweit des Christopher Street Days.
Wie sicher die Queere Community in Deutschland ist, darum geht es in dieser Folge. Außerdem sprechen wir über eine Desinformationskampagne, bei der Falschnachrichten in sozialen Netzwerken gestreut werden, um den Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt zu beeinflussen. Sie hören Was jetzt? den Nachrichtenpodcast der Zeit. Heute ist Montag, der 27 Juli. Ich bin Azadê Peşmen und hier geht es weiter mit den Nachrichten.
**Mathias Peer** (1:21)
Ich bin Mathias Peer, guten Morgen.
Der Mann, der den Anschlag auf den CSD in Berlin verübt haben soll, ist tot. Er ist bei einem Polizeieinsatz von Beamten des Berliner SEK erschossen worden. Zuvor sei er mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zugelaufen, teilte die Polizei mit. Bei dem mutmaßlichen Attentäter handelt es sich um den 21 Jahre alten Abdul B.
Er wurde in Berlin geboren und war deutscher Staatsbürger. Den Behörden war er als Gefährder bekannt. Im Mai wurde er unter anderem wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt auf Bewährung. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bezeichnete die Bewährungsstrafe in dem Fall als nicht nachvollziehbar.
Tagelang war unklar, wer künftig das Bundesverkehrsministerium leiten soll. Jetzt gibt es eine Entscheidung. Der bisherige parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktionen Steffen Bilger wird Patrick Schnieder ablösen. Das teilt ein Regierungssprecher mit. Damit endet die Hängepartie um den Posten. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Schnieder bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass er ihn entlassen wolle. Der Bundestagsabgeordnete Fritz Günzler, der Schnieder ursprünglich ablösen sollte, sagte dann aber kurzfristig ab. Aus der Union kam Kritik an den Personalchaos und an dem Umgang mit Schnieder. Dieser sprach am Wochenende von einem unwürdigen Zustand. Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.
**Azadê Peşmen** (2:50)
Haltung ist hot. Unter diesem Motto haben in Berlin Hunderttausende am Samstag den CSD, den Christopher Street Day, gefeiert.
Bis die Veranstaltung abgebrochen wurde. Ein Mann ist, Information der Zeit zufolge, gemeinsam mit einem Beifahrer mit einem weißen Transporter am Berliner Tiergarten in eine Menschenmenge gefahren.
Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Eine Frau ist gestorben. Die Generalbundesanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen. Der mutmaßsicher Täter war den Behörden als islamistischer Gefährder bekannt. Deutschlandweit stehen in den nächsten Wochen viele CSDs an. Und wie es um die Sicherheit der Queeren-Community in Deutschland steht, das bespreche ich mit Zeit-Nachrichtenredakteur David Rech. Hallo David.
**David Rech** (3:33)
Hallo Azadê.
**Azadê Peşmen** (3:34)
Wie unbeschwert lässt es sich leben in Deutschland, wenn man schwul, lesbisch, trans, nicht binär, beziehungsweise queer ist?
**David Rech** (3:41)
Wenn wir da auf die offiziellen Zahlen schauen, also auf die offizielle Kriminalitätsstatistik der Polizei, dann sehen wir, dass die Anzahl queerfeindlicher Straftaten stetig deutlich zunimmt. 2025 war das im Vergleich zu 2024 ein Anstieg von mehr als 17 Prozent.
Da zählen natürlich auch Beleidigungen dazu, aber das BKA führt hier ganz gesondert. Gewalte legte auf und sagt auch ganz dezidiert, dass der Anteil besonders hoch ist bei queerfeindlichen Straftaten, von Gewaltdelikten und über dem Durchschnitt aller politisch motivierter Kriminalitätsdelikte liegt.
Die Dunkelziffer ist dabei eigentlich das krasseste. Die soll bei 90 bis 95 Prozent liegen. Es wird dabei immer davor gewarnt, aus den Statistiken abzuleiten, dass die Gewalt zunimmt, weil die meisten Angriffe eben nicht gemeldet werden. Da verweise ich ganz gerne auf eine Erhebung der EU, der EU Agentur für Grundrechte. Die hat queere Menschen befragt seit 2012, unter anderem, ob sie selbst Gewalt erfahren oder erfahren haben. Und die Zahl derer, die das bejahen, steigt seit Jahren. Also diese erlebte Gewalt queerer Menschen in Deutschland, aber auch in der EU, nimmt zu.
**Azadê Peşmen** (4:45)
Einem Forschungsnetzwerk zufolge haben nur 110 von 243 CSD- und Pride-Veranstaltungen im letzten Jahr ohne dokumentierte Zwischenfälle stattgefunden. Also ohne, dass es veranstaltungsbezogene, rechtsextreme Demonstrationen oder Kundgebungen gab, ohne Angriffe, Drohungen oder Beleidigungen.
Was weiß man über diejenigen, die diese Veranstaltungen bedrohen und angreifen?
**David Rech** (5:11)
Ja, auch für hier in Berlin vorgestern war ein rechtsextremer Gegenprotest angekündigt. In einer Stadt wie Berlin fällt das natürlich bei der Größe des CSDs weniger auf, als in kleineren Städten.
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