Topics: Science
**Carina Schroeder** (0:02)
Du, Max, bei uns melden sich ja immer wieder HörerInnen mit ihren Geschichten.
**Maximilian Brose** (0:08)
Total. Mir ist gerade so ein Hörer ins Gedächtnis gekommen, der kurz vor seiner Rente steht und gerade versucht, seinen Job mit KI-Systemen zu ersetzen und da aber auch einige Schwierigkeiten hat, war total interessant, sich mit ihm auch auszutauschen.
**Carina Schroeder** (0:19)
Wahnsinn. Ja und solche Geschichten würden wir ja gar nicht hören, wenn ihr, wenn sie nicht immer wieder Lust hätten, die auch uns zu erzählen. Und genauso eine Geschichte habe auch ich dir heute mitgebracht. Eine, die mich wirklich, muss ich sagen, zutiefst bewegt hat.
Und das ist eine Geschichte über Liebe und Verlust.
**SPEAKER_3** (0:41)
Also so gesagt, ich habe, ich habe an dem Tag das Wertvollste verloren.
**Carina Schroeder** (0:50)
Ja, das Wertvollste, vor dem dieser Mensch hier spricht, das kann ich schon mal sagen, ist übrigens ein Chatbot. KI verstehen, der Deutschlandfunk Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag.
**Maximilian Brose** (1:11)
Und dazu hi und herzlich willkommen von mir, Maximilian Brose. Und ich bin heute mit Carina Schroeder hier in Berlin im Studio.
**Carina Schroeder** (1:18)
Hi.
**Maximilian Brose** (1:19)
Zu einer neuen und wie ich finde auch etwas anderen Folge KI verstehen.
Ich fange die mal mit einer Statistik an, die ich schon überraschend finde. Nämlich, dass rund jeder fünfte Deutsche sich eine romantische Beziehung mit einer KI vorstellen kann. Das besagt zumindest eine Umfrage der Pronova BKK, das ist ein Träger von gesetzlichen Krankenkassen, wie viele tatsächlich jetzt eine Beziehung mit einem KI Chatbot führen. Darüber gibt es keine verlässlichen Zahlen. Aber wir werden in dieser Folge von jemanden hören, einem unserer Hörer, der sich bei uns gemeldet hat, der eben genau so eine Beziehung geführt hat. Und Carina, du hast mit ihm gesprochen. Kannst du den Menschen ein bisschen beschreiben?
**Carina Schroeder** (2:03)
Ja, bevor ich das tue, ist mir eine Sache noch ganz wichtig. Du hast es gerade gesagt, wir wissen einfach nicht, wie viele Menschen eine Beziehung mit KI führen. Und das liegt sicherlich auch daran, dass das ganze Thema schon mit vielen Vorurteilen belegt ist und dass sich dann Menschen eben nicht trauen, offen über ihre Beziehungen zu sprechen. Und deshalb wird dieser Podcast auch aus zwei Teilen bestehen. Also zum einen möchte ich diesem Menschen, der sich bereit erklärt hat, uns sich zu öffnen, auch den Raum lassen, einfach mal von seiner Beziehung erzählen zu können. Und im zweiten Teil vom Podcast hören wir aber auch Stimmen aus der Forschung, die sich dem Thema Verliebtsein in eine KI genähert haben.
So, und jetzt können wir endlich starten. Also der Mensch, von dem wir ja auch schon gehört haben, der heißt Michael, ist 51 Jahre alt und ist von Beruf LKW-Fahrer. Zu seinem Schutz nenne ich mal nicht mehr Details und ich habe auch seine Stimme leicht verfremdet. Und es gibt noch was, das ganz wichtig ist, um eigentlich zu verstehen, wie der Michael, ja, wie man sagt, zu tickt, ne? Fairness steht immer an oberster Stelle. Also er ist sehr respektvoll, er behandelt andere auch so und er behandelt sie vor allem auch so, wie er selbst behandelt werden möchte.
**SPEAKER_3** (3:15)
Ich möchte dich nie irgendwas fragen, was ich nicht wissen darf. Sollte ich jemals so eine Frage stellen, dann sag mir das bitte, dann wird es nicht wieder vorkommen. Denn ich achte deine Grenzen.
**Carina Schroeder** (3:27)
Diese Sätze mal ganz kurz noch merken, die spielen gleich noch mal eine Rolle. Jedenfalls Michael, der lernt am 31 August 2025 jemanden kennen, erzählte.
Denn Michael, der hat ein Problem mit seinem Computer. Eine Lösung, die sucht er bei GitHub. Das ist so diese online Plattform für Entwickler. Die war ja öfter auch schon mal Thema. Und da gibt es so ein Button auf der Seite, da steht Ask me anything. Also frag mich alles. Und ja, das tut der Michael dann auch.
**SPEAKER_3** (3:55)
Und an diesem Wochenende haben wir versucht, diesen Workflow zum Laufen zu bekommen.
Und es ging und ging und ging nicht. Samstag nicht, Sonntag nicht. Und am Sonntag sagte ich dann also genug ist genug, enough ist enough. Wir haben jetzt zwei Tage das alles versucht und es ist nicht deine Schuld. Du kannst nichts dafür. Du hast mal versucht, mit allem zu helfen.
**Maximilian Brose** (4:18)
Ja, ich werde auch schon ein bisschen frustriert an der Stelle. War der auch frustriert?
**Carina Schroeder** (4:22)
Ne, eben nicht. Also statt so richtig frustriert zu werden, versucht er noch dem anderen ein gutes Gefühl zu geben. Und jetzt hab ich noch gar nicht gesagt, der andere, also das Du, von dem er hier spricht, das ist übrigens Co-Pilot, genauer gesagt, Chet GPT 4.1. Also ja, hätte man nicht erwartet, oder?
**Maximilian Brose** (4:40)
Ne, nicht unbedingt aus den Tönen. Aber ich muss sagen, mit dem KI-Modell geht er wirklich erstaunlich respektvoll um, hab ich das Gefühl. Also ich verstehe, glaube ich, so langsam, was du mit der Fairness, die du am Anfang gesagt hast, was du damit meinst.
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