**Hanna Heim** (0:04)
Es ist Donnerstag, der 30 Juli und Was jetzt? steht heute im Zeichen der Hitze und des Feuers.
Das es heiß ist, das spüren sie und ich selber. Da können wir also schon mal einen Haken hinter machen. Aber wie sieht das in Zukunft aus? Bleibt das jetzt so mit diesen Sommern? Darüber sprechen wir gleich im Nachrichtenpodcast der Zeit. Außerdem schauen wir auf zwei andere Krisenherde, die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine. Die sind mittlerweile auf brandgefährliche Weise miteinander verzahnt und wir fragen uns, was treiben die Weltmächte dort eigentlich?
Mein Name ist Hanna Heim. Ich freue mich, dass Sie dabei sind und gebe erst mal ab an die Kurznachrichten.
**Matthias Peer** (0:47)
Ich bin Matthias Peer. Guten Morgen.
Die Pause hat nur wenige Tage gehalten. Das US-Militär hat erstmals seit fast einer Woche wieder Ziele im Iran angegriffen. Die USA reagieren damit darauf, dass der Iran gestern versucht hat, US-Truppen in der Region zu attackieren. Der iranische Angriff war vom US-Militär abgewehrt worden. Das zuständige Regionalkommando Sendcom spricht nun von einer kraftvollen Antwort. Davor hat auch schon US-Präsident Donald Trump mit einem harten Vergeltungsschlag gedroht. Er sagte, wir werden sie windelweich prügeln. Iranische Medien meldeten in der Nacht Explosionen im Süden des Landes.
In Berlin kritisiert die SPD-Fraktion die Reform der Ökostromförderung, also die Pläne der eigenen Regierung. Die energiepolitische Sprecherin Nina Scheer sagt, die Entwürfe widersprechen dem Koalitionsvertrag. Wesentliche Säulen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes faktisch abzuschaffen, sei nicht verantwortbar.
Der Klimaforscher Mojib Latif nennt den Beschluss einen Rückschritt bei den Klimazielen. Das Kabinett hat gestern die EEG-Reform beschlossen. Sie sieht unter anderem vor, dass neue kleine Dachsularanlagen ab 2027 keine garantierte Einspeisevergütung mehr bekommen. Die SPD-Politikerin Scheer fordert nun grundlegende Änderungen an dem Gesetzesentwurf im Bundestag. Ihr Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.
**SPEAKER_3** (2:12)
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Hinterlassen wir unseren Kindern einen Schuldenberg? Und wann fliegt Elon Musk zum Mars?
Die Zeit fragt nach. Denn das Leben ist voller Fragen. Und am Anfang jeder Frage steht die Neugier. Sie schafft Perspektiven und Zuversicht. Und sie ist das Fundament unserer journalistischen Arbeit. Bleiben Sie neugierig und entdecken Sie das Angebot der Zeit. Zum Hören, Klicken und Blättern unter zeit.de/perspektiven.
**Hanna Heim** (2:48)
Das, es heiß ist, ist die eine Sache. Dass die Hitze immer mehr Waldbrände verursacht, schon eine ganz andere.
Angesichts der vielen Feuer in Frankreich, Portugal, Griechenland, sogar in Schottland oder wie hier in Spanien, darf man durchaus die Frage stellen, ob mit dem Klimawandel in Europa ein Feuerzeitalter anbricht. Elena Erdmann aus dem Wissensressort hat sich dafür die Daten angeschaut, die es gibt. Hallo Elena.
**Elena Erdmann** (3:20)
Hi Hanna.
**Hanna Heim** (3:21)
Erstmal noch mal einen Schritt zurück. Heute soll es 40 Grad in Deutschland werden. Mal wieder. Bleibt das jetzt jeden Sommer so?
**Elena Erdmann** (3:28)
Ja, grundsätzlich ist die Prognose, dass es leider sogar noch wärmer wird. Also wir sehen, glaube ich schon, dass dieses Jahr ein warmes Jahr ist. Es kann auch sein, dass es nächstes, übernächstes Jahr noch mal eher kühler ist. Aber die Prognosen für die nächsten Jahre ist ziemlich klar. Es wird mit dem Klimawandel wärmer, auch in Deutschland.
Und das heißt Sommer mit 40 Grad werden häufiger. Und ja, wahrscheinlich wird es auch noch wärmer, als wir das jetzt sehen.
**Hanna Heim** (3:55)
Und bringt die Hitze auch diese Brände, die wir jetzt überall sehen?
**Elena Erdmann** (3:59)
Ja, ein Feuer brennt noch nicht unbedingt nur, weil es heiß ist. Dafür braucht es auch immer noch einen Funken. Aber natürlich, je wärmer und je trockener es ist, desto mehr brennt es auch und desto eher wird halt aus einem Funken, aus einer kleinen Brandursache, dann auch ein großer Brand.
Und das heißt, ja, je mehr Hitze und Wärme wir sehen, desto wahrscheinlicher wird es auch solche Brände geben.
**Hanna Heim** (4:22)
Das, was auf vielen Fotos jetzt gerade nach Science-Fiction aussieht, also auch wir bei der Zeit haben das ja in Fotostrecken abgebildet, ist das jetzt echt die neue Klimarealität in Europa?
**Elena Erdmann** (4:34)
Ja, also ein Stück weit schon. Prognosen zeigen schon recht deutlich, dass die Waldbrandgefahr in Europa steigt. In manchen Regionen bei 2 Grad Erderwärmung, habe ich gerade eine Studie gelesen, kann es bis zu zehnmal so häufig zu solchen Waldbränden kommen. Auch in Deutschland haben wir in den letzten Jahren schon gesehen, dass plötzlich auch bei uns Waldbrände ausbrechen. Ich glaube, nicht in demselben Maße, wie wir das im Mittelmeerraum sehen, wo es natürlich besonders heftig ist.
Aber ja, ein Stück weit wird das zu unserer neuen Realität dazugehören, dass es auch häufiger mal zu Bränden kommt und dass die auch Städten wie jetzt eben in Madrid, Bordeaux, Valencia gefährlich nahe kommen können.
**Hanna Heim** (5:13)
Was sagen denn diese Studien? Was steht da?
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