**Hanna Heim** (0:05)
War es für eine Woche. Erst der Anschlag auf den CSD in Berlin. Dann die Kabinettsumbildung, die Waldbrände, die Hitze, die Geflüchteten in Spanien und dazwischen noch Meldungen zu KI-Hacking-Angriffen.
So viel sei von hinter den Kulissen verraten, wir bei Was jetzt? dem Nachrichtenpodcast der Zeit hatten wirklich immer gut zu tun. Aber jetzt ist Samstag, der 1 August 2026, ich bin Hanna Heim und dieses Wochenende hoffen wir auf etwas mehr Ruhe und blicken auf einige Themen zurück. Den ersten Schritt dafür gehen wir jetzt sofort mit den Kurznachrichten.
**Susanne Hehr** (0:45)
Ich bin Susanne Hehr, guten Morgen.
Laut Spaniens Regierung haben mehr als 48 Menschen aus Nordafrika die Exklave Ceuta wieder verlassen und sind nach Marokko zurückgekehrt. Seit Donnerstag waren zwischen 50 und 60 Migranten dorthin gelangt. Expertinnen der EU-Mitgliedsstaaten planen für Samstag ein Treffen zur Lage. Nach Angaben der spanischen Regierung sind mindestens 57 Menschen beim Versuch, Ceuta zu erreichen, gestorben. Viele Menschen sollen erdrunken sein, außerdem soll es eine Massenpanik gegeben haben. Ceuta hat weniger als 85 EinwohnerInnen und ist mit einer Fläche von nur 18,5 Quadratkilometern etwas kleiner als der Frankfurter Flughafen.
Der Weltfußballverband Fifa hat umstrittene Pläne zum Verkauf von WM-Anteilen an private Investoren zurückgezogen. Fifa-Präsident Gianni Infantino hat in einer Stellungnahme in der Nacht seine Pläne für den Verkauf scheitert erklärt. Eine Tochtergesellschaft der Fifa sollte sich laut Plänen von Infantino um alle Turniere und deren Vermarktung kümmern. 20 Prozent der Anteile an dieser Tochtergesellschaft sollten an private Investoren gehen. Widerstand kam von allen Seiten, auch weil die Führung dieses Tochterunternehmens Joshua Kushner übernehmen sollte, der Bruder von Jared Kushner, der mit der Tochter des US-Präsidenten mit Ivanka Trump verheiratet ist. Es hatte heftige Kritik an Infantinos Vorstoß gegeben. Fußballverbände weltweit hatten einen Boykott der WM angekündigt und teilweise auch Infantinos Rücktritt gefordert. Kritiker werfen Infantino vor, vor allem seinen persönlichen Profit und den von Geschäftspartnern im Auge zu haben. Dazu gibt es gleich eine Einschätzung von unserem Kollegen Fabian Scheler aus dem Sportressort. Zum Zeitpunkt des Interviews war noch nicht bekannt, dass die Fifa die Investorenpläne wieder aufgibt. Er erklärt trotzdem einmal, was hinter den Plänen der Fifa steckte und warum die Sache so hochgekocht ist.
Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.
**Hanna Heim** (2:49)
Wussten Sie, dass das Bolzen auf dem Fußballplatz auf der UNESCO-Liste des immateriellen Weltkulturerbes steht?
Als Weltkulturerbe gilt etwas, wenn es von außergewöhnlichem Wert für die Menschheit ist. Aber der Fußball selbst, also das Spiel, ist nicht geschützt. In den Augen der Fifa scheint der Fußball eher eine Ware als ein Kulturgut zu sein. Mein Kollege Fabian Scheler aus dem Sportressort hat sich das selbstverständlich auch alles angeschaut. Hallo Fabian.
**Fabian Scheler** (3:19)
Hallo Hanna.
**Hanna Heim** (3:20)
Die Debatte ist ja sehr aufgeheizt, aber ich wage mal einen Hot-Take. Jenseits von den moralischen Bedenken könnte man doch auch sagen, mehr Geld für den Fußball bedeutet auch mehr Möglichkeiten. Was soll daran schlecht sein?
**Fabian Scheler** (3:36)
Du sagst es erstmal nicht viel, weil die Fifa hat die Aufgabe, den Fußball stetig weiterzuentwickeln, das Spiel zu beschützen, die Integrität des Spiels zu wahren und dafür braucht sie Geld. Das irritierende an diesem Vorschlag, der eben diese Woche publik wurde, dank eines Medienberichts, das ist, dass die Fifa jetzt gerade eine WM hinter sich gebracht hat und da so viel Geld verdient hat wie noch nie zuvor. Also es ist fraglich, warum sie sich jetzt mit ihren wichtigsten Assets, um mal in der Wirtschaftssprache kurz zu bleiben, also den TV-Rechten und den kommerziellen Rechten an der Fußballweltmeisterschaft, warum sie jetzt genau diese Rechte an einen externen Investor veräußern sollte, zumindest in Teilen, denn der will ja daran mitverdienen und deswegen ist es überhaupt nicht ersichtlich, warum sie das machen sollte.
**Hanna Heim** (4:19)
Ja, was denkst du denn? Warum macht die Fifa das? Wo soll das hinführen?
**Fabian Scheler** (4:23)
Ja, es ist fraglich. Der Fifa-Präsident Gianni Infantino, ist vielleicht der einzige, der von diesem Deal profitieren würde, denn er hat sich, so wird es berichtet, eine Rolle zusichern lassen, die er in diesem neu zu gründenden Unternehmen dann eben einnehmen würde. Das wäre so ein bisschen die Spur, die man nachgehen müsste. Also das Versprechen, den Fußball hier weiter zu entwickeln, das bricht die Fifa eigentlich mit diesem Plan.
**Hanna Heim** (4:44)
Dann ist ja eigentlich ganz spannend, dass nach der Uefa auch die Karibisch-Nord- und Mitteamerikanische Fußballvereinigung Concacaf sich gegen diese Pläne gestellt hat und auch der asiatische Verband dagegen ist. Ist das denn ein realistisches Szenario, dass es eine WM ohne diese Verbände geben könnte oder lockt am Ende doch wieder einfach das Geld? Was schätzt du?
**Fabian Scheler** (5:05)
Nee, also ein realistisches Szenario ist es auf keinen Fall, dass eine Fußball-WM ohne diese Verbände stattfindet. Denn wenn man es jetzt mal durchzählt, dann ist da schon über die Hälfte der Welt sozusagen raus aus dem Rennen. Das wissen die und das haben sie jetzt tatsächlich in diesem Fall zum ersten Mal so richtig genutzt, um sich eben diesen Plänen von Gianni Infantino entgegenzustellen.
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