**Marcel Reif** (0:00)
Schlimmer kann es nicht kommen, wenn es denn so wirklich ist. Es ist immer noch nicht, Trump hat immer noch nicht gesagt, ja ich hab da angerufen und Infantino auch noch nicht. Eigentlich alle Despoten in der Geschichte haben irgendwann mal zumindest eine Sache gemacht, die dann den Niedergang eingeleitet hat. Also das könnte bei Infantino das eine Ding zu viel sein.
**SPEAKER_2** (0:33)
Eine Prinzessin in der Fußballkabine, das gibt es nur bei der WM. Haaland hatte da schon das Trikot ausgezogen, aber egal, die Umarmung gibt es trotzdem von Ingrid, Alexandra und ihr Bruder war auch da, die Norweger. Schalten also die Brasilianer aus, stehen im WM-Viertelfinale und damit herzlich willkommen zu Reif ist live und einen wunderschönen guten Morgen, Herr Reif.
**Marcel Reif** (0:53)
Guten Morgen.
**SPEAKER_2** (0:55)
Sie haben es gewusst, oder? Ich habe noch mal nachgeschaut, eins zu null getippt.
**Marcel Reif** (0:58)
Aber geahnt, ja.
**SPEAKER_2** (1:01)
Die Norweger tun das, was viele ihnen zugetraut haben.
**Marcel Reif** (1:03)
Ja, und Ancelotti tut das, was Ancelotti macht. Und dann ist der Transformationsprozess der brasilianischen Nationalmannschaft zu einer, die verteidigen will. Und das war ja früher nie so. Die haben das alles niedergespielt.
Und da war die Norweger einfach besser.
**SPEAKER_2** (1:23)
Wir werden natürlich über die Norweger später noch reden in der Sendung. Es gibt aber ja noch dringlichere Themen, könnte man sagen. Wir schauen mal auf unsere Übersicht, denn es gibt einen handfesten Skandal. Da ist das Wort gar nicht übertrieben. Ein Fifa-Skandal. Es geht um eine zurückgenommene Sperre dazu gleich mehr. Dann natürlich Haarland und Tuchel. Die Spiele von gestern Abend und heute Nacht. Und am Ende reden wir natürlich, wie könnte das anders sein, auch noch über Jürgen Klopp und die Zukunft des Deutschen.
**Marcel Reif** (1:50)
Gibt es da Neues? Aber wir reden drüber. Gut, weiter.
**SPEAKER_2** (1:53)
Seit wann schert uns das, ob es Neues gibt?
**Marcel Reif** (1:56)
Bitte Sie.
**SPEAKER_2** (1:57)
Was Neues gibt es aber von der Fifa. Ich glaube, Herr Reif, Sie haben es mitbekommen. Ich erkläre es trotzdem noch mal kurz für alle Zuschauer, die vielleicht gerade erst aufgestanden sind.
Also Balogun, der US-Stürmer, hatte beim 2-0 gegen Bosnien Herzegowina eine rote Karte bekommen, wurde gesperrt. Und jetzt vor dem Chaos-Spiel gegen Belgien hat plötzlich die Fifa diese Sperre annulliert. Und nach Berichten von The Athletic und der Nachrichtenagentur AP hatte Trump da seine Finger im Spiel, hat angerufen, hat Druck gemacht bei Infantino und der hat dann gesagt, okay Donald, diese Sperre wird zurückgenommen. Wir könnten darüber ja jetzt hier lachen, wenn es nicht so dramatisch wäre.
**Marcel Reif** (2:33)
Bin ich voll bei. Immer wenn du denkst, schlimmer kann es nicht kommen, wenn es denn so wirklich ist. Es ist immer noch nicht, Trump hat immer noch nicht gesagt, ich habe da angerufen und ich fand die noch auch noch nicht. Alle verlangen jetzt aufzugehen, aber vieles, alles, einiges hat doch kommen. Alles spricht dafür, dass das so ist. Wenn das so ist, ich habe wirklich gedacht, das dreht das Ganze jetzt noch mal, noch eine Schraube weiter dahin, wo ich es niemals für möglich gehalten hätte. Ich dachte, gibt es denn irgendetwas, was kann man daraus ziehen? Da ist mir etwas eingefallen. Achtung.
Eigentlich alle Despoten in der Geschichte haben irgendwann mal einen entscheidenden Fehler gemacht. Oder zumindest eine Sache gemacht, die dann den Niedergang eingeleitet hat. Also das könnte bei Infantino das eine Ding zu viel sein. Intern. Ich habe immer gesagt, niemand wird die FIFA verändern. Die FIFA kann sich nur aus sich selber verändern. Am besten sie löst sich auf, erfindet sich neu und entledigt sich all solcher Figuren wie Infantino. Das ist so blauäugig, das geht schon gar nicht mehr.
Aber sie muss von ihnen, wenn Dinge passieren sollen, das zumindest glaube ich ist so, muss es von ihnen passieren. Und ich glaube, dass es jetzt so weit sein könnte, dass der eine oder andere zu viel sagt, ne, wenn wir das machen, können wir den Laden auch schließen.
**SPEAKER_2** (4:07)
In der Redaktion wurde auch darüber gesprochen und ich glaube auch, den ein oder anderen Lachen gesehen zu haben, weil er meinte, wie soll das passieren? Wie soll dann Infantino stürzen, der so seine Macht aufgebaut hat? Aber auch diese Macht kann bröckeln?
**Marcel Reif** (4:21)
Alle Despoten hatten ihre Macht sicher, vermeintlich. Und dann ist doch irgendwann mal was passiert.
Ja, aber lassen Sie mir doch wenigstens die Hoffnung, dass sich ein paar zusammentun jetzt und sagen, schau jetzt, alle Friedenspreise, das ist ja alles lächerlich. Da hätten wir wirklich kichern können. Alle Fremdschemen-Dinge sind doch abgearbeitet. Aber das hier ist, im Englischen gibt es diese Formelien, es geht gegen die Integrität des Sports. Oder aber dieser Fußball ist wirklich schon da. Das will ich noch nicht. Das mag ich nicht. So am Ende einer langen Zeit, die ich mit dem Fußball verbracht habe, das mag ich noch nicht konstatieren. Also dass wir so weit sind, dass das völlig okay ist, weil es genau dem Fußball entspricht, den wir uns heute angucken und den wir uns vielleicht an Abenden, wie gestern oder Nächten, dann doch 90 Minuten, 120 Minuten lang schönreden. Und dann guck mal, es ist ja nach wie vor ein wunderbares Spiel. Es wird von... Es wird immer besser gespielt. Immer wenn du denkst, besser kannst dich werden, doch. Die werden noch fitter, die kriegen noch mehr Dinge hin.
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