**Fritz Espenlaub** (0:06)
Gregor, wir kriegen ja immer wieder super interessante Hörermails bei uns im KI-Podcast, aber vor einer Weile haben wir eine ganz besonders extra interessante Mail bekommen. Und zwar war das, nachdem wir im Podcast gesprochen hatten über Groß-Gerau, das ist für diejenigen, die sich nicht erinnern, eine Gemeinde in Deutschland, wo es Pläne gab, ein Rechenzentrum zu errichten.
**Gregor Schmalzried** (0:28)
Betonung auf Pläne ist, glaube ich, das Thema.
**Fritz Espenlaub** (0:30)
Pläne, ja, genau.
Die Nachricht ging vor einigen Wochen ein bisschen durch die Medien. Wir hatten das dann auch bei uns im Podcast erwähnt, dass da eben diese Pläne dann gescheitert sind. Die waren dann schon relativ weit fortgeschritten. Man hatte einen Standort ausgewählt. Man hatte eigentlich so die ganzen logistischen Fragen soweit geklärt, die man klären muss bei Rechenzentren. Und mehr oder weniger im letzten Moment hat dann die Kommune, die sich gegen dieses Projekt entschieden hat.
**Gregor Schmalzried** (0:58)
Ich will da kurz noch was dazu sagen. Da gab es einige E-Mails dazu. Kurzer Shoutout vielleicht noch an Sabine, die beispielsweise auch meinte, dass wir doch mal eine Sendung explizit zum Thema Rechenzentren machen könnten.
Und ich glaube Sabine, wenn du das jetzt hier hörst, wir sind auf einem guten Weg gerade mit dieser Anmoderation von dieser Folge.
**Fritz Espenlaub** (1:17)
Die E-Mail, die glaube ich so ein bisschen dann diese aktuelle heutige Folge mit ausgelöst hat, die kam aber aus Träuchtlingen und zwar von Christina Becker. Christina Becker ist die Bürgermeisterin von Träuchtlingen.
**Gregor Schmalzried** (1:30)
Vielleicht können wir kurz einmal einsortieren, was Träuchtlingen ungefähr ist. Das ist jetzt nicht unbedingt Metropole, kann man glaube ich auch so sagen, sondern ungefähr im Dreieck zwischen München, Nürnberg und Augsburg so ungefähr. Aber halt schon in einer etwas ruhigeren Gegend.
**Fritz Espenlaub** (1:46)
Und nachdem wir diese E-Mail aus Träuchtlingen bekommen haben, habe ich dann auch mit Christina Becker telefoniert und sie hat mir so ein bisschen dargestellt, wie es da aussieht mit den Voraussetzungen für ein Rechenzentrum bei ihnen in Träuchtlingen.
**Christina Becker** (1:59)
Wir sind relativ hoch gelegen. Das heißt, wir haben jetzt durch die Flächenziele für die Windkraft der Bayerischen Staatsregierung haben wir ganz viele Windkraft, oder was heißt ganz viele, aber wir haben Windkraft vorrang Flächen ausgewiesen. Wir haben zwei genehmigte Windparks, wir haben zwei genehmigte PV-Parks und haben jetzt die Idee gehabt, dass jetzt haben wir ganz viel Energie hier und ganz viel erneuerbare Energie. Warum nicht eine Industrie hier ansiedeln, die viel Energie benötigt, da wo die Energie auch tatsächlich vorhanden ist. Also es kam uns die Idee eines grünen Rechenzentrums. Warum? Weil wir auch nicht so viel Fläche haben. Also wir können keine riesig flächenintensiven Industrien ansiedeln, aber kompakte energieintensive Industrien, für die hätten wir jetzt das passende Angebot.
**Fritz Espenlaub** (2:44)
Das klingt natürlich alles das erste Mal sehr gut. Das Problem ist nur, Träuchtlingen findet niemanden, der dieses Rechenzentrum dann dort auch bauen will. Und irgendwie geht nichts voran.
**Gregor Schmalzried** (2:56)
Wir glauben, dass diese Story in Träuchtlingen noch ein bisschen größer ist als nur Träuchtlingen. Also wir wollen diese sehr konkrete Story mal nehmen und daraus eine ganze Folge machen rund um das Thema Rechenzentren und vor allem Rechenzentren in Deutschland. Weil brauchen wir da jetzt ganz viele davon, um im KI-Wettlauf nicht noch weiter zurückzufallen. Und wenn ja, wo sollen die stehen? Wie sollen die aussehen? Und warum ist es so schwierig, da Fortschritte zu machen? Also wir haben in der Recherche für diese Folge gemerkt, es gibt wirklich sehr viele Missverständnisse, sehr viel Halbwissen, was auch herumfliegt. Und damit versuchen wir heute so gut wie es geht aufzuräumen. In einer großen Folge über die Frage, was soll ich eigentlich halten davon, wenn mein Nachbar ein Rechenzentrum werden könnte?
**Fritz Espenlaub** (3:48)
Das ist der KI-Podcast. Ich bin Fritz Espenlaub.
**Gregor Schmalzried** (3:51)
Und ich bin Gregor Schmalzried.
So, wir werden gleich über alles Mögliche noch sprechen, wie so ein Rechenzentrum eigentlich aussieht, was das eigentlich macht. Aber vielleicht fangen wir mal damit an, dass Rechenzentren gerade so neben der WM vielleicht der ziemlich heiße Scheiß sind. Also jeder möchte irgendwie gerade mehr davon. Auch die Bundesregierung hat ihre erste nationale Rechenzentrumsstrategie beschlossen. Das Ziel da ist es, man will die sogenannte IT-Anschlussleistung von Rechenzentren in Deutschland in den nächsten fünf Jahren verdoppeln, aber die Anschlussleistung von KI-Rechenzentren speziell, die soll sogar mindestens vervierfacht werden. Das ist der Plan, den Digitalminister Carsten Wildberger vorgestellt hat. Heute haben wir schon auch einiges an KI-Rechenleistungen in Deutschland, aber nicht so wahnsinnig viel, das kann man glaube ich sagen.
**Fritz Espenlaub** (4:47)
Ja, wir haben ja schon auch letzte Woche ein bisschen drüber gesprochen über die geopolitische Bedeutung von KI, von dieser Technologie, die die ja zunehmend hat. Und hatten da glaube ich diese Zahl drin, dass in Europa gerade mal fünf Prozent der weltweiten KI-Rechenpower stehen, in den USA über 70 Prozent.
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