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Der größte Fehler der deutschen Medien. Mit Mirko Drotschmann (MrWissen2go)

RONZHEIMER.

July 11, 2026

In der neuen Folge spricht Paul Ronzheimer mit Mirko Drotschmann über die Verantwortung von Journalisten, den Vertrauensverlust in Medien und die Folgen der Corona-Pandemie.
Speakers: Mirko Drotschmann, Paul Ronzheimer
**Mirko Drotschmann** (0:01)
Was mir allgemein auffällt, ist, dass wir in den Medien und da nehm ich uns jetzt wirklich alle mit ein, die etablierten Medien, schon eine gewisse Homogenität in den Redaktionen haben.
Das sind meistens Leute aus einem Akademikerhaushalt, haben selbst studiert, vielleicht haben auch die Eltern studiert. Meistens haben die Eltern studiert, das Einkommen ist ganz gut und da fehlt der Blick für gesellschaftliche Schichten, zu denen man überhaupt keine Berührungspunkte hat.

**Paul Ronzheimer** (0:29)
Welche Verantwortung hat man, wenn man Millionen Menschen erreicht, vor allem auch Kinder und Jugendliche, wenn es um Wissensvermittlung geht? Gerade in diesen polarisierenden Zeiten. Ich freue mich, dass jemand bei uns ist, das habe ich gelernt, bei dem viele von Anfang an gelernt haben, was in Deutschland passiert und wie die Welt so aussieht. Mirko Drotschmann ist bei uns, MrWissen2go, sehr viele kennen ihn und ich will heute mit ihm darüber sprechen, wie er seine Arbeit sieht, wie er gerade Deutschland sieht und wie es um Wissensvermittlung bestellt ist. Grüß dich, Mirko.

**Mirko Drotschmann** (1:06)
Hallo.

**Paul Ronzheimer** (1:08)
Mirko, wenn du so im Alltag unterwegs bist, ich habe das gelernt bei unserem Producer Leven, der gesagt hat, er hat ganz, ganz viel oder fast alles als Kind, Jugendlicher bei dir gelernt, bei YouTube, in deinen Formaten. Ist es häufig so, dass du irgendwo auf der Straße angesprochen wirst und gesagt hast, Mensch, erklär mir mal dies, erklär mir mal jenes?

**Mirko Drotschmann** (1:30)
Also angesprochen werde ich schon ab und zu.
Und das sind sehr nette Gespräche immer. Leute erzählen von ihrer Schulzeit, dass sie mit den Videos für Geschichte gelernt haben zum Beispiel. Aber Fragen kommen dann eher selten, zum Glück. Denn das würde ja dann die Gefahr mit sich bringen, dass ich die Antwort nicht weiß. Aber in der Regel sind das wirklich immer ganz, ganz tolle Gespräche, die dann daraus entstehen. Ich erfahre sehr viel auch über die Menschen, was mir immer viel Spaß macht.

**Paul Ronzheimer** (1:54)
Wie bist du da reingekommen? Du hast studiert und wolltest dann in die Medien. Wie schafft man es so, das Gesicht der Jugend zu werden?

**Mirko Drotschmann** (2:03)
Ich habe nach dem Abitur beim Radio und Praktikum gemacht, beim SWR und fand das sofort super spannend. Ich habe während der Schulzeit auch schon für die Schülerzeitung geschrieben. Ich wollte auf jeden Fall Journalist werden, wahrscheinlich ähnlich wie bei dir und hatte da eine Leidenschaft für. Und ich wollte auch zum Radio. Dann hat man gesagt, beim Radio kannst du auch Journalismus machen. Und da war das für mich eine gute Anlaufstelle und konnte direkt nach dem Praktikum auch als freier Mitarbeiter dort einsteigen bei dem Sender. Parallel mein Zivildienst gemacht und ab dann war es um mich geschehen, was die Medienwelt anging. Ich habe dann eine Weile erst mal nur gearbeitet und irgendwann gedacht, okay, ich brauche noch ein bisschen theoretisches Fundament. Hab dann Geschichte studiert und Kulturwissenschaft und parallel weiter gearbeitet und ganz klassisch Journalismus gemacht, für Zeitungen geschrieben, Radio, Fernsehen. Und YouTube kam dann erst später dazu. Das war dann 2012
Volontariat habe ich dann auch noch gemacht. Also eigentlich bin ich ganz klassisch Journalist. Und das Digitale habe ich vergleichsweise spät gemacht. Ich war schon ein alter Mann für YouTube, als ich dort angefangen habe.

**Paul Ronzheimer** (3:03)
Jetzt hast du 2,4 Millionen Abonnenten. Viele kennen dich aber auch noch von Logo, also aus dem Kinderfernsehen, kann man sagen.
Was war das für eine Zeit?

**Mirko Drotschmann** (3:12)
War eine tolle Zeit. Ich finde, wenn du es Kindern erklären kannst, dann kannst du es allen erklären. Und es war einfach eine super gute Schule bei Logo, weil du gezwungen warst, in kurzer Zeit, die Beiträge sind ja nicht lang, eine Minute, zwei Minuten, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Und da lernst du Sachen so zu formulieren, dass sie den Kern berühren.
Und vor allem auch eine Sprache zu sprechen, die man versteht. Ich glaube, oft versteckt man sich im Journalismus hinter komplexen Formulierungen, in der Wissenschaft ja noch viel mehr, weil man sich es vielleicht ein bisschen einfach macht. Aber gerade das einfache Texten, das die Menschen direkt erreicht, ist das, was besonders anspruchsvoll ist. Und das habe ich da gelernt, es hat irgendwie Spaß gemacht.

**Paul Ronzheimer** (3:51)
Wie textest du, wie textet ihr, dass es möglichst objektiv ist? Also das, je nachdem, welche Wörter man benutzt, welche Frage ich jetzt stelle, da ist ja immer irgendwie eine eigene Perspektive mit drin. Wie macht ihr das?

**Mirko Drotschmann** (4:09)
Ich glaube, keiner ist objektiv und neutral. Nicht mal eine KI, würde ich behaupten.
Aber man kann es zumindest versuchen. Und ich versuche dann, wenn ich einen Text geschrieben habe, den noch mal anderen zu zeigen, zu sagen, merkst du, dass da ein Framing irgendwie drin ist? Oder hast du den Eindruck, du wirst es in eine bestimmte Richtung gedrängt? Und wenn das der Fall ist, dann texte ich das natürlich noch mal um. Und ich muss auch zugeben, dass ich inzwischen auch Texte, die ich geschrieben habe, noch mal in die KI gebe und sage, erkennst du hier eine Wertung, sind da Formulierungen drin, die du als wertend empfindest? Oder erkennst du hier eine Tendenz? Was muss man noch ändern? Das heißt natürlich nicht, dass ich das dann auch eins zu eins umsetze. Das hilft mir, das ist so ein Sparring-Partner, der dann noch mal zusätzlich darauf einwirken kann, dass ich objektiv, oder möglichst objektiv bin.

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