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Ceuta: Und plötzlich ist sich die EU wieder einig (Update)

Was jetzt?

August 4, 2026

Die Innenminister der EU-Länder haben sich heute in einer Dringlichkeitssitzung zur Ceuta-Krise beraten. Wurden die Wogen im europäischen Streit geglättet? Und was passiert nun mit den unbegleiteten Minderjährigen, die noch in Ceuta sind? Das beantwortet ZEIT-Auslandskorrespondentin Johanna Roth.
Speakers: Philip-Johann Moser, Manfred Weber, Johanna Roth
**Philip-Johann Moser** (0:05)
Wie heftig die Debatte nach Ceuta teilweise geführt wird, hat der CSU-Europapolitiker und konservativer Fraktionsvorsitzende im Europaparlament Manfred Weber heute im ZDF Morgenmagazin gezeigt.

**Manfred Weber** (0:17)
Das darf Europa nicht mehr passieren und ich erwarte heute von den Innenministern, dass sie dagegen über den spanischen Kollegen Klartext reden.

**Philip-Johann Moser** (0:23)
So krawallig lief die Runde der Innenminister der EU dann allerdings nicht ab, mehr dazu gleich. Außerdem sorgt die Hitze in Ungarn und Rumänien dafür, dass der Strom knapp wird, während hierzulande Unwetterwüten. Sie hören das Update von Was jetzt? dem Nachrichtenpodcast Derzeit am Dienstag, den 4 August, und zwar wieder mit mir, Philip Moser. Schön, dass ihr dabei seid. Redaktionsschluss wie immer, 16 Uhr.

**SPEAKER_3** (0:48)
Ein gutes Miteinander beginnt oft mit einem einfachen Satz.
Erzähl mal.
Zuhören, verstehen und andere Perspektiven kennenlernen. All das stärkt unsere Demokratie. Bei dm begegnen sich täglich Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Lebenswelten und Meinungen. Deshalb unterstützt dm die Initiative Deutschland spricht, derzeit und setzt ein Zeichen für respektvollen Austausch. Denn Demokratie lebt davon, dass wir miteinander sprechen, statt übereinander. Jetzt mitmachen unter deutschlandspricht.org Die spanische Regierung hat heute neue Zahlen bekannt gegeben.

**Philip-Johann Moser** (1:25)
Vergangener Woche sind demnach etwa 72 Menschen irregulär in die spanische Exklave Ceuta eingereist. Die meisten sind wieder zurück in Marokko. Stand jetzt sind etwa 2 Menschen noch vor Ort. Mindestens 75 Menschen sind gestorben. Heute haben die EU-Innenminister dazu beraten, was lernt die EU aus den Ereignissen? Darüber spreche ich jetzt mit unserer Auslandskorrespondentin in Brüssel, Johanna Roth. Hi Johanna. Hallo Philip. Die spanische Regierung wurde ja vorher sehr kritisiert von einigen EU-Partnern. Vor allem aus Italien, Dänemark und Finnland, aber auch teilweise aus Deutschland.
Der Tenor war so ein bisschen, wenn ihr eure Grenze nicht unter Kontrolle habt, dann schmeißen wir euch zur Not sogar aus dem Schengen-Raum raus. Spanien hat wiederum den EU-Partnern vorgeworfen, da auf Populismus hereinzufallen und Desinformation zu verbreiten.
Wie sieht das denn heute nach diesem Treffen aus? Wurden da Wogen geglättet?

**Johanna Roth** (2:15)
Also vordergründig ja, die Message, die jetzt so vernommen wurde, also natürlich sowohl von Seiten des zuständigen EU-Kommissars als auch von vielen anderen europäischen Regierungschefs und auch von der spanischen Seite tatsächlich war, dass es große Solidarität gegeben habe mit Spanien bei diesem Treffen. Also die EU zeigt jetzt Geschlossenheit, aber es wissen natürlich alle, dass das vor wenigen Tagen noch ganz anders geklungen hat.

**Philip-Johann Moser** (2:40)
Wenn wir da jetzt von Solidarität sprechen, ist da heute auch irgendwas substanziell herausgekommen, was die EU-Partner Spanien angeboten haben?

**Johanna Roth** (2:48)
Nein, nichts wirklich Neues. Es wird natürlich betont, dass das eine absolute Ausnahme gewesen sei, dass die europäische Migrationspolitik ansonsten sehr gut funktioniere und immer weniger Menschen in die EU kommen. Diese Reaktion aus Italien, das Schengen-Abkommen auszusetzen, das wird sicherlich auch nochmal Thema gewesen sein. Und auch, dass das ja letztlich völlig haltlos war, weil diese Menschen nicht auf europäischem Festland angekommen sind, wenn man in spanischen Exklaven. Sie hätten nicht ohne weitere Kontrollen weiterreisen können. Also da gibt es einiges, was in diesem ersten Nachrichtengewitter dieser ersten Tage untergegangen ist, was sicherlich auch nochmal Thema gewesen sein wird. Diese Stressen hat nicht wirklich eine neue Politik oder sowas hervorgebracht oder signifikant neue Maßnahmen. Es ging wirklich erstmal auch um die Aufarbeitung dessen, was vergangene Woche passiert ist.

**Philip-Johann Moser** (3:38)
Stichwort Aufarbeitung. Gibt es da denn irgendwie ein Learning, eine Erkenntnis, was hätte anders laufen sollen?

**Johanna Roth** (3:43)
Also der Vorfall ist ja noch nicht restlos aufgeklärt. Aber es hat sich, glaube ich, so drastisch wie noch nie zuvor gezeigt, dass sich Migration als Waffe einsetzen lässt und dass es auch Akteure gibt, die dazu bereit sind.
Und natürlich gibt es für alle Feinde Europas nichts Besseres als eine EU, die sich in Schildzuweisungen ergeht und gegenseitigen Ermahnungen. Anstatt ruhig zu bleiben und an einem Strang zu ziehen. Ich glaube schon, dass angekommen ist in den europäischen Hauptstädten, dass das nicht gut funktioniert hat am vergangenen Wochenende. Auch deshalb wird jetzt nach dem Innenministertreffen so sehr die Einigkeit betont, weil man eben sehr genau weiß, dass dieses Bild schon tiefe Risse bekommen hat am Wochenende und dass das letztlich Europa eher schadet als nützt.

**Philip-Johann Moser** (4:25)
Was weiß man denn inzwischen gesichert darüber, was die Hintergründe oder was die Gründe für diesen Andrang nach Ceuta waren?

**Johanna Roth** (4:31)
Man weiß letztlich relativ wenig. Also es gibt ja die Beschuldigung über den marokkanischen Behörden, dass sie die Menschen ermuntert hätten, durchgewunken bzw. ihnen sogar den Weg gewesen hätten. Da gab es ja auch einige Medienberichte, die das recherchieren konnten. Die marokkanische Seite macht Desinformationen in sozialen Medien verantwortlich. Stand jetzt ist eigentlich sehr, sehr wenig klar.

**Philip-Johann Moser** (4:54)
Von den wenigen, die noch geblieben sind, sind sehr viele unbegleitete Minderjährige. Weiß man denn, was mit denen jetzt passiert?

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