**SPEAKER_1** (0:00)
Entdecke die Zukunft der Bildung. Podcast Host Jürgen Rickert, früher Schulverweigerer, später Schulleiter und heute vielseitiger Bildungsexperte, begibt sich im Podcast der Stiftung Bildung auf die Suche nach innovativen Lehr- und Lernmethoden. Dabei spricht er mit seinen Gästen, von Kindern und Jugendlichen bis zu PolitikerInnen über die Herausforderungen und die Wirkung einer chancengerechten, inklusiven und zeitgemäßen Bildung. Die zentrale Frage jeder Folge ist, wie muss das Bildungssystem transformiert werden, damit alle Kinder und Jugendlichen Zugang zu bester Bildung erhalten?
**Jürgen Rickert** (0:36)
Herzlich willkommen zu unserem Bildungspodcast, die Zukunft der Bildung als Untertitel. Ich bin Jürgen Rickert, ich bin ehrenamtlicher Mitarbeiter der Spendenfinanzierten Stiftung Bildung. Und mein heutiger Gast ist Max Lemke.
**Max Lemke** (0:50)
Hallo.
**Jürgen Rickert** (0:51)
Hallo Max. Bevor du dich vorstellen darfst, haben wir eine Einstiegsfrage, die bekommen alle Gäste. Die lautet, warst du mit Blick zurück auf deine eigene Schulzeit eher gedanklich zumindest Schulverweigerer oder Schulsprecher?
**Max Lemke** (1:07)
Schulverweigerer. Also wenn ich das jetzt so scharf trennen muss, dann tendiere ich zum Verweigerer.
**Jürgen Rickert** (1:14)
Kannst du dazu ein, zwei Stichworte?
**Max Lemke** (1:17)
Ja, also das passiert eher so in der Retrospektive, dass ich sage, mir hätte etwas mehr Beteiligung gut getan, weil ich war irgendwann so an dem Punkt, ich wollte eigentlich nicht aufs Gymnasium. Ich wollte auf die EGS. Meine Mutter meinte aber nein, es kommt nicht in Frage. Gymnasium, hast jetzt die Empfehlung, da musst du jetzt hin. Und dann hatte ich da nicht so die Freunde, die ich sonst in der EGS gehabt hätte, aus der Grundschule und hab mich dann eher so wie in der Bücher und Musik versteckt. Deswegen hab ich da so eine Verweigerungshaltung dann irgendwann entwickelt.
**Jürgen Rickert** (1:50)
Darum ist es ja spannend, dass du, bei mir ist es ja ähnlich gewesen, dann doch zur Bildung kommst, da werden wir uns natürlich noch darüber unterhalten. Zunächst, die, unser Publikum kennt dich noch gar nicht, kannst du dich einmal kurz vorstellen? Ja, gerne, gerne.
**Max Lemke** (2:04)
Also ich bin erstmal die groben Fakten, 28 Jahre alt, komme aus Hannover, bin da auch geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen.
Hab dann nach dem Abitur kurz mal studiert, ging aber in eine ganz andere Richtung, das war Baugen, das Wesen. Hatte meinen Interessen gar nicht so viel zu tun, aber man hat nach 12 Jahren Abitur gemacht und ist dann gerade 18 geworden und irgendwas soll das dann sein. Ja und dann nach vier Semestern ist es halt abgebrochen und ein Praktikum gemacht in einem Kindergarten. Meine Idee war da, wenn du das jetzt drei Monate aushältst in diesem Kindergarten, weil ich schon so, der nächste Schritt wäre dann die Ausbildung gewesen, dann ist das das Richtige für dich. Nach diesen drei Monaten in der Praktikum war ich immer noch sehr glücklich, ich bin da gerne hingegangen und hab gemerkt, gut, dann bewirbst du dich jetzt für eine Ausbildung. Also man macht es in zwei Stufen, erst Sozialassistent und dann Lehnerzieher und das hab ich gemacht. Also ich hab den Sozialassistenten angefangen, dann in einer anderen Kita, macht man dann so begleitend Praktikum zusätzlich zu der Berufsschule. Genau, dann ging es klassisch weiter mit dem Erzieher und dann hab ich drei Jahre gearbeitet. Ja, und jetzt studiere ich Soziale Arbeit an der Fachschule.
**Jürgen Rickert** (3:19)
Wo, in welcher Fachschule?
**Max Lemke** (3:21)
Fachschule Hannover.
**Jürgen Rickert** (3:22)
Also das ganze ist in Hannover. Du bist auch geografisch unterwegs. Du kommst aus Hannover und wirst auch dorthin zurückkehren. Jetzt bist du ja Praktikant bei der Stiftung Bildung.
**Max Lemke** (3:34)
Genau.
**Jürgen Rickert** (3:35)
Ich stelle mir vor, dass man sich das aussucht und nicht sozusagen ein Praktikum machen muss. Ja, muss man wahrscheinlich. Aber hier macht man das, glaube ich, wirklich, wenn man es möchte, unbedingt. Und das ist bei dir, glaube ich, der Fall.
**Max Lemke** (3:48)
Ja, voll. Also die meisten, so ein klassisches Pflichtpraktikum, im vierten Semester muss man das machen. Dazu gehört dann auch Praxis, Reflektion und so die aufbauenden Module, die sind immer so in die Richtung, meistens, wie man sich da entschieden hat. Genau. Und die Leute um mich rum, die haben natürlich was naheliegendes genommen. Schulsozialarbeit, Jugendamt, Drogenhilfe, Wohnungslosenhilfe, so diese ganzen klassischen Bereiche der sozialen Arbeit.
Aber für mich war klar, weil ich halt aus der Praxis komme und diese drei Jahre in der Kita hab, ich will eigentlich in den Schritt weitergehen. Also ich will nicht wieder in die Praxis rein, ich möchte in die Strukturen rein. Und genau, ich hab mich umgeschaut und glücklicherweise hab ich einen Freund hier in Berlin. Und der arbeitet schon in einer Stiftung. Deswegen, Stiftungsarbeit war mir nicht komplett fremd. Und ich hab den gefragt, was hast du so erzählt, das gefällt mir gut. Er ist Politikwissenschaftler, das ist natürlich nochmal eine andere Richtung. Jetzt nicht komplett fremd, aber da geht es um Beteiligungsprozesse, Bürgerbeteiligung und so weiter. Fand ich enorm interessant. Hab auch Parallelen entdeckt, so zu sozialen Arbeit. Wenn man jetzt zum Beispiel Gemeinwesenarbeit macht, geht es auch viel darum, Leute zu aktivieren, zu gucken, was in den Stadtteilen los ist, wie man vielleicht Probleme, die innerhalb der Stadtteile besonders prekär sind, wie man da Leute befähigt, zusammenkriegt und Projekte dann macht. Und diese Art, soziale Arbeit zu machen, war nicht schon beim ersten Semester so verspannt. Hab gesehen, das gibt es schon mal bei der Stiftung, die mein Freund da macht. Und dann habe ich ihn gefragt, wo kannst du ihn vorstellen? Kennst du bei dir? Weil in seinem Haus ist eine große Sammlung an Stiftungen. Dann haben wir zusammen geguckt. Es sollte Jugendbeteiligung sein, es sollte Bildung sein, es sollte aber auch Umwelt und Nachhaltigkeit dabei sein. Das waren so die drei Sachen, die ich gesagt habe, die mir wichtig sind.
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