**SPEAKER_1** (0:00)
Was wäre möglich, wenn jedes Kind gerechte Chancen hätte?
Willkommen bei Beste Bildung, dem Podcast der Stiftung Bildung.
Wie schaffen wir bessere Bildung für alle Kinder und Jugendlichen? Darüber spricht Jürgen Rickert mit Menschen, die in Schule, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft etwas bewegen. Von SchülerInnen über AktivistInnen bis zu MinisterInnen. Offen, kontrovers und immer mit Blick auf die Zukunft. Schön, dass du dabei bist. Los geht's.
**Jürgen Rickert** (0:23)
Herzlich willkommen zu unserem Podcast Beste Bildung der Stiftung Bildung. Mein Name ist Jürgen Rickert und ich bin ehrenamtlicher Mitarbeiter der Spendenfinanzierten Stiftung Bildung.
Heute zu Gast ist Dewina Leuschner. Wer sich dahinter verbirgt, werden wir gleich erfahren. Dewina, wir haben immer zu Beginn eine Frage, die allen Gästinnen und Gästen gestellt werden und auch dir natürlich. Mit Blick auf deine Schuhzeit, die ja ganz kurz erst vorbei ist. Hast du eher Frust oder Förderung erlebt?
**Dewina Leuschner** (0:54)
Das ist eine große Frage zum Einstieg.
Ich glaube, erlebt würde ich da unterscheiden wollen, in was ich persönlich erlebt habe und in das, was ich erlebt habe durch Menschen um mich herum. Weil ich persönlich hatte unfassbar viel Glück und habe sehr, sehr viel Unterstützung und sehr, sehr viel Unterstützung, die über den Schulalltag hinausreichte durch meine Lehrkräfte erfahren. Ich habe aber um mich herum in meiner Klasse natürlich auch immer wieder gesehen, wie vielen Menschen das anders ging und für wie viele Menschen die Bedingungen überhaupt gar nicht passten, die diese Unterstützung nicht hatten, die nicht das Glück hatten, solche Lehrkräfte an ihrer Seite zu haben. Und wo dadurch dann wahrscheinlich eher Frust die Antwort wäre. Also auf die eine oder andere Art erlebt, vielleicht sogar beides.
**Jürgen Rickert** (1:38)
Was ja diese Theorie auch stärkt, die behauptet, die Behauptung aufstellt, dass Schulbildungserfahrung ganz viel auch mit der Lehrkraft zu tun hat und der Bindung der Schülerinnen und Schüler an diese Lehrkraft ein ganz großes Thema. Aber bevor wir ins Detail gehen, möchte ich dich bitten, einmal kurz in wenigen Worten deine Vita vorzustellen. Wer ist Dewina Leuschner?
**Dewina Leuschner** (2:05)
Okay, wer ist Dewina? Das ist auch wieder eine große Frage.
Ich glaube, da wir hier ja viel über Bildung sprechen, vielleicht auch einfach aus der Perspektive. Ich habe gerade mein Studium abgeschlossen. Ich habe Zukunftsforschung studiert. Und bin aber eigentlich schon seit inzwischen fast zehn Jahren im Bereich Bildungsgerechtigkeit und in verschiedenen Bereichen auch von so ehrenamtlichen Engagements im Jugendbereich unterwegs. Bildungsgerechtigkeit ist da so ein bisschen mein Herzens- und Hauptthema geworden. Einfach, weil ich so viel in meiner eigenen Schulzeit erlebt habe, wie viel das mit meinem Leben gemacht hat, so viel Glück zu haben und wie viel es mit dem Leben anderer Menschen gemacht hat, dieses Glück eben nicht zu haben. Und ich glaube, es sollte einfach keine Glücksfrage sein. Deswegen bin ich auch 2023 dann ins UPenn dazu gestoßen und genau, mache das jetzt seit drei Jahren.
**Jürgen Rickert** (2:58)
Über UPenn reden wir natürlich noch, aber ich würde ganz gerne noch mal zu deinem Studium kommen.
Wenn ich das richtig weiß, ist das der angelsächsische Ausdruck, Future is Literacy.
Und in Deutschland ist das nicht sehr populär. Gerade unter Lehrkräften nicht. Die Begründung ist eigentlich immer dieselbe. Viele sagen, wie können wir Zukunft vermitteln? Erstens ist Zukunft eigentlich ein Fragezeichen. Zweitens, wir haben keine Kompetenzen. Also schlüchtet man frau sich in die Vergangenheit. Wo hast du das studiert? In Toku?
**Dewina Leuschner** (3:31)
Genau, in Finnland, in Toku, habe ich Future Studies heißt der Studiengang bei uns.
**Jürgen Rickert** (3:35)
Das ist ja die größte Universität für Zukunftsforschung.
**Dewina Leuschner** (3:38)
Zumindest auch im europäischen Raum auf jeden Fall. Es ist eine ganz, ganz tolle Institution, würde ich sagen. Wo ich sehr viel lernen durfte über das Thema.
Und auch allen Menschen eigentlich die Angst vor diesem Thema nehmen wollen würde, weil gerade diese Unsicherheit kommt ja auch mit der Chance, dass Fehler machen unfassbar schwierig ist, beziehungsweise selbstverständlich ist. Wir machen alle die ganze Zeit in der Zukunftsforschung Fehler, weil die Zukunft genau vorhersagen einfach unmöglich ist. Aber je besser wir auf Dinge vorbereitet sind und mit Gedanken schon mal experimentiert und gespielt haben, desto besser können wir auch mit verschiedenen Unsicherheiten umgehen. Und damit ist jedes sich Fragen über die Zukunft stellen, einen Schritt weiter als eine Person, die sich diese Fragen nicht gestellt hat.
**Jürgen Rickert** (4:18)
Da stimme ich voll zu. Das ist, ich glaube, ganz wichtig, sich damit zu beschäftigen.
Natürlich, je weiter ich nach vorne gehe, desto mehr Chaos steht da. Das ist gar keine Frage. Aber trotzdem gibt es ja viele Dinge wie die Endlichkeit von fossilen Energien, der Klimawandel etc., wo man ganz klar sagen kann, hier gibt es schon Parameter, die doch gewisse Verlässlichkeiten auch darstellen. Und ich finde, wenn Schule, wenn Bildung per se für Zukunft fit machen soll, dann muss ich auch die Zukunft in die Schule holen.
38 more minutes of transcript below
Try it now — copy, paste, done:
curl -H "x-api-key: pt_demo" \
https://spoken.md/transcripts/1000651996090
Works with Claude, ChatGPT, Cursor, and any agent that makes HTTP calls.
From $0.10 per transcript. No subscription. Credits never expire.
Using your own key:
curl -H "x-api-key: YOUR_KEY" \
https://spoken.md/transcripts/1000776889963