**SPEAKER_1** (0:00)
Wie muss Bildung aussehen, damit wirklich alle Chancen haben? Willkommen bei Beste Bildung, dem Podcast der Stiftung Bildung. Wir sind eine unabhängige Spenden- und Lobbyorganisation und machen uns bundesweit für gerechte Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen und ehrenamtliches Bildungsengagement stark. Unser Podcast-Host Jürgen Rickert trifft in jeder Folge Menschen, die sich mit Herz und Verstand für Bildungsgerechtigkeit, Partizipation und Vielfalt einsetzen.
Ob kreative Ideen, politische Visionen oder spannende Erfahrungsberichte, hier geht es um echte Veränderungen und Bildungsakteurinnen aller Generationen, die Gegenwart und Zukunft gestalten. Also rein in den Talk und raus mit den innovativsten Lösungen.
**Jürgen Rickert** (0:37)
Herzlich willkommen zu unserem Podcast Beste Bildung, der Stiftung Bildung. Mein Name ist Jürgen Rickert. Ich bin ehrenamtlicher Mitarbeiter der spendenfinanzierten Stiftung Bildung und freue mich heute auf das Gespräch mit Astrid Böhmisch.
Wer sich hinter dem Namen verbirgt, werden wir gleich erfahren. Frau Böhmisch, wir haben eine neue Eingangsfrage, die heute das erste Mal gestellt wird. Wenn Sie auf Ihre Schulzeit zurückblicken, was haben Sie da mehr erlebt? Frust oder Förderung?
**Astrid Böhmisch** (1:08)
Ganz klar, Förderung.
**Jürgen Rickert** (1:10)
Großartig. Haben Sie ein Beispiel dafür? Gab es da Lehrkräfte, wo sagen, das war für mich ein Initial oder so etwas?
**Astrid Böhmisch** (1:20)
Ja, ich hatte das große Glück, das ist natürlich sehr subjektiv, aber wirklich in unterschiedlichen Jahrgangsstufen ganz tolle Lehrerinnen und Lehrer zu haben.
Es hängt ja auch immer sehr von Einzelpersonen ab. Und die Themen, die mich interessiert haben, waren natürlich vor allem die Fächer Deutsch, Englisch. Also da hatte ich ganz inspirierende Lehrer und Lehrerinnen. Aber auch in den Naturwissenschaften, die haben sich mit mir natürlich an mir abgearbeitet. Aber das waren trotzdem ganz, ganz tolle, inspirierende Lehrer. Also ich blicke auf eine schöne Schulzeit zurück, bin vielleicht ein Einzelschicksal, aber bei mir war es so.
**Jürgen Rickert** (2:00)
Großartig. Wir haben das tatsächlich nicht so sehr häufig. Auch was mich selbst anbetrifft. Ich bin ja eher Schulverweigerer gewesen.
Und insofern höre ich das aber immer gerne, dass Menschen auch begeistert waren von ihrer Schulzeit. Das hängt sicherlich auch sehr von den Lehrkräften. Frau Böhmisch, Sie haben natürlich eine großartige Vita. Und wenn wir die alleine schon vorstellen würden, würde die gesamte Zeit des Podcasts schon ausgefüllt sein. Aber vielleicht schaffen Sie es in drei Sätzen, so die Kernpunkte Ihrer Vita einmal kurz vorzustellen.
**Astrid Böhmisch** (2:33)
Die, mein Lebenslauf oder meine Vita kreist eigentlich, also in der Mitte der Zentrifuge ist tatsächlich immer der Text und das Wort. Ich habe nach dem Abitur Germanistik und Anglistik studiert auf Lehramt. Das erste und zweite Staatsexamen. Also bin befegt, für die Sekundarstufe 2 zu unterrichten und habe aber stattdessen einen lang gehegten Traum verwirklicht und bin in die Filmbranche gegangen.
Also meiner Leidenschaft gefolgt und habe sehr lange in der Filmbranche Filme herausgebracht, vermarktet, also im Grunde genommen dem Film ein Gesicht gegeben und dafür gesorgt, dass möglichst viele Besucherinnen und Besucher die Filme schätzen und sehen können. Und bin nach diesen langen Jahren tatsächlich bei ihr beim Bild wieder beim Text gelandet und bin dann nämlich gewechselt in die Buchbranche zu einem Verlag, zum Pippa-Verlag in München, danach eine weitere Station in der Buchbranche eher im digitalen Bereich. Mich hat nochmal die Herausforderung Start-up und der ganze digitale Bereich gereizt. Und als Ende vielleicht dieser Kreisbewegung oder als weitere Station nach dieser Kreisbewegung, vielleicht die Summe aller einzelnen Teile, bin ich nun seit Januar 2024 die Direktorin der Leipziger Buchmesse.
Also es kreist alles um Bücher, Texte und immer mal wieder natürlich auch Bilder.
**Jürgen Rickert** (4:08)
Ja, Sie haben schon ein Stichwort gerade genannt, möglichst viele BesucherInnen zu erreichen, LeserInnen oder ZuschauerInnen.
Das gelingt Ihnen ja in Leipzig großartig. Sie haben ja über 300.000. Ich habe das recherchiert, muss ich gestehen. Ich habe das gar nicht gewusst und ich war völlig erstaunt. Ich habe sogar noch mal nachgeschaut, ob es wirklich stimmt. Es ist ja wirklich sehr beeindruckend. Und ich habe natürlich auch noch mal ein bisschen nachgefragt und nachgehorscht und mir wurde glaubhaft berichtet und wirklich sehr zuverlässig, dass die meisten BesucherInnen die Leipziger Buchmesse mit einem Lächeln verlassen. Wie gelingt Ihnen das? Oder anders gefragt, was macht die Messe denn richtig?
**Astrid Böhmisch** (4:49)
Die Leipziger Buchmesse ist natürlich nicht nur eine Buchmesse, die die Novitäten des Frühjahrs vorstellt, sondern die Leipziger Buchmesse erfüllt ganz viele verschiedene Funktionen. Zum einen, und ich glaube, das hat gerade dieses Jahr gezeigt, sind wir der Ort für politische Debatte, für Auseinandersetzung, für offene, respektvolle Diskussionen. Das schätzen sehr, sehr viele Besucherinnen und Besucher, aber eben auch Hörerinnen und Hörer von Medien, über die Leipziger Buchmesse berichtet wird. Also die gesellschaftlichen Themen des Jahres, des Frühjahres werden bei uns verhandelt. Gleichzeitig schaffen wir in diesen vier Tagen ein Erlebnis um das Lesen und um Themen herum. In dieser so digitalen Welt wird dieses Erlebnis immer wichtiger. Also eine Verbindung zu spüren, eine Gemeinschaft um etwas, das man gemeinsam gerne macht oder um Interesse, das man gerne teilt und mit Menschen, auf die man tatsächlich gerne zugeht, weil man weiß, dass sie ein Interesse teilen oder eine Haltung zudingen. Das ist eine sehr, sehr wichtige Funktion, die wir haben. Und nicht zu vergessen, es ist tatsächlich auch ein großer Spaß. Es ist eine Freude, es ist eine Zugewandtheit.
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