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#62: Wohlstandsverlust durch KI? 3 fatale Folgen für uns

Co-Intelligence – Der KI-Lernpodcast

July 9, 2026

Die US-Regierung schaltet einfach ein KI-Modell ab – ein Szenario, das Europas technologische Abhängigkeit schonungslos aufzeigt. Benjamin und Moritz diskutieren, wie Europa zwischen den Tech-Giganten USA und China um seine KI-Souveränität kämpft und welche drastischen Folgen ein Scheitern hätte.
Speakers: Benjamin Wüstenhagen, Moritz Heininger
**Benjamin Wüstenhagen** (0:00)
Willkommen zurück zu Co-Intelligence, eurem KI-Lernpodcast, heute in Folge 62 mit Moritz Heininger und mir, wenn ihr mir ein bisschen langen.
Heute geht es um die KI-Souveränität von Europa. Nachdem wir in den letzten Wochen ja mitbekommen haben, dass die US-Regierung einfach so ein Modell abschalten kann, in dem Fall war es Fable 5 von Anthropic, wird das noch mal klarer, dass wir in Europa irgendwo zwischen Baum und Borken stehen, zwischen den USA und China und keine eigene Antwort haben. Und es gibt ein provokantes Papier, das da heißt EU 2031, What Getting AI Wrong Means For Us. Und das wollen wir heute besprechen, denn es ist ein spannendes Papier, spannend geschrieben als eine fiktive Story, eine fiktive Dystopie in nur wenigen Jahren und was wir tun müssen, damit diese Dystopie nicht eintritt.

**Moritz Heininger** (1:08)
Ja, super spannendes Thema. Wer steht denn hinter diesem Papier, bevor wir bis zum Alter einsteigen?

**Benjamin Wüstenhagen** (1:15)
Das ist eine illustre Runde aus Forschern, aber auch Venture Capitalists. Bei mir ist es in die LinkedIn Timeline gespielt worden, weil Judith Dada das viel promoted hat. Sie ist selber General Partner beim Deutschen VC Visionaries Club. Sie war eine der Co-Autoren. Andere Autoren waren unter anderem, jetzt muss ich ablesen, Dan Juin, Director of Research bei der ARK Foundation, ist so ein Think Tank, der sich zum Thema Transformation mit KI und Europa Gedanken macht. Dann Stan van Basen, das ist ein Fellow beim Delta Institute. Und der ist auch Co-Autor des niederländischen AI-Plans, also die Holländer Handschirman Plan.
Und Lilly Stenning, die kommt von der Oxford Martin AI Governance Initiative.
Und das ist eine technische KI-Forscherin. Es sind noch ein paar andere. Aber ihr merkt, es ist eine europäische Runde, jetzt nicht ein Papier nur von VCs, die sich damit beschäftigt haben, was passieren muss, damit sie nicht komplett abrutschen.

**Moritz Heininger** (2:25)
Vielleicht bevor wir darauf eingehen, was passieren muss, was passiert denn, wenn nichts passiert?

**Benjamin Wüstenhagen** (2:31)
Wenn nichts passiert, wird das, was wir jetzt schon, beziehungsweise was wir vielleicht beide sehen, was vielleicht noch nicht ganz so angekommen ist, sich noch weiter verstärken. Also wir sind in Europa technologisch eigentlich schon heute zu einer Kolonie geworden, der Amerikaner, wenn Technologie halt heißt, moderne Kommunikationsmittel, Software, Services. Also wenn man sich überlegt, was nutzen wir jeden Tag mit unserem Telefon, unseren Laptops?

**Moritz Heininger** (3:00)
Sieht mir nach Mac aus, sieht nach dem Apple-Handy aus und wahrscheinlich die meisten Corporates und Mittelstände laufen irgendwo auf Microsoft-Infrastruktur.

**Benjamin Wüstenhagen** (3:14)
Ja. Wenn wir Werbung schalten, dann schalten wir die auf LinkedIn oder auf Meta oder auf Google oder auf Amazon. Wenn wir kaufen, dann ist es auf Amazon. Also im Prinzip sind wir komplett in der digitalen Infrastruktur schlappängig geworden. Auch wenn wir der Meinung sind, wir hätten ja noch Autos.
Aber auch da ist die Software, wenn man bei VW reinschaut, auch nicht mehr ganz deutsch, sondern VW hat das eigene große Software, Unternehmen, Carriert Air mit Fragezeichen versehen und hat jetzt nicht mehr.

**Moritz Heininger** (3:44)
Zum Glück sind die Amerikaner nicht besser als wir, sondern die Chinesen. Aber wir sind auf jeden Fall nicht die Besten.

**Benjamin Wüstenhagen** (3:48)
Mit VW in die Partnerschaft. Auch da sieht man, es shiftet.
Wenn wir weiter nichts machen, dann verlieren wir weiter den Boden. Das Papier macht es ganz schön deutlich an der Rechenkapazität, die in Europa verfügbar ist. Da sind wir nur bei 5% dessen, was die Amerikaner haben.
Selbst wenn man die US-amerikanische Rechenkapazität auf deutschem Boden, nämlich die Rechenzentren von AWS und Co, mit dazu rechnet. Da sind wir schon in Outers of Magnitude abgehangen. Die Chinesen bauen das aus, die Amerikaner bauen das aus. Wir bauen es halt nicht aus. Er hat glaube ich den Link gesagt, wir verdoppeln unsere Rechenkapazität innerhalb von ein paar Jahren. Aber es reicht halt nicht.

**Moritz Heininger** (4:36)
Vor allem, wenn die Amerikaner irgendwann sagen, wir mögen euch jetzt nicht mehr und wir schalten euch jetzt auch die AWS und Google Rechenzentren ab, dann haben wir ein Problem. Was passiert noch alles? Was ist das schwarze Bild? Die Abhängigkeit, die ist ja heute schon da, die kennen wir ja irgendwie auch.
Was ist jetzt anders oder was könnte noch schlimmer werden durch das ganze Ereignis?

**Benjamin Wüstenhagen** (5:01)
Im Prinzip wird sozusagen die Kette aufgemacht. Also gesagt, wir haben in Europa nicht genug Compute. Deswegen sind wir heute schon abhängig von Rechenzentren anderswo, de facto der Fall ist. Es gibt eine Übermacht privater AI-Labore, Open AI, Anthropic, Google auch in gewisser Weise, die die Großen hier halt mitspielen, vielleicht auch XMI, vielleicht auch Microsoft, die alle mehr Rechenkapazität haben alleine als ganz Europa.
Dann natürlich der große Kampf zwischen den USA und China. Und dadurch, dass China einfach auch superschnell weiterkommt, in dem Papier kappen dann die Amerikaner, den Europäern die KI-Kapazitäten. Was wir jetzt schon gesehen haben mit Fable.

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